Nachhaltigkeitsberichte müssen vergleichbar sein | Polarstern

„Nachhaltigkeitsberichte müssen mehr sein als Hochglanzbroschüren“

Eine Nachhaltigkeitsstrategie ist die Basis, die Vergleichbarkeit der CSR-Berichte ist das i-Tüpfelchen.

München, 13.11.2018

Nachhaltigkeitsberichte entfalten erst ihre richtige Wirkung im Markt, wenn sie vergleichbar sind, ist Simon Stadler, Gründer und Geschäftsführer von Polarstern überzeugt. „Die Berichterstattung darf nicht zum Selbstzweck werden.“ Wenn kaum einer die Berichte lese und sie aufgrund ihrer Länge und schweren Vergleichbarkeit nicht von Laien bewertet werden könnten, sei deren Wirkung eingeschränkt. Im Idealfall zögen die berichtenden Unternehmen selbst ihre Schlüsse daraus und arbeiteten an Verbesserungen, doch der direkte Mehrwert für die Verbraucher fehle.

Für Sophie von Gagern, Leiterin Wirtschaft & Umwelt und Reporting im Deutschen Global Compact Netzwerk (DGCN), kann die Berichterstattung der erste und zentrale Schritt zu mehr Nachhaltigkeit in den Unternehmen und in der Wirtschaft insgesamt sein: „Der Prozess, sich mit den Themen auseinanderzusetzen, wurde bei vielen Unternehmen erst durch die Pflicht zur nichtfinanziellen Berichterstattung*1 angestoßen.“ Allerdings biete die Berichterstattung nur einen Mehrwert, wenn sie mit einer Strategie verbunden sei, um nachhaltige Aspekte des Wirtschaftens im Unternehmen zu stärken. Eine Studie des Deutschen Global Compact Netzwerks und econsense kommt denn auch zum Ergebnis, dass die Berichtspflicht bei einigen der betroffenen Unternehmen zu einer höheren Datenqualität geführt habe.*2

Bedarf einer stärker qualitativen Bewertung

Das Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) hat den Bedarf, CSR-Berichte von unabhängiger Seite zu bewerten, bereits vor 14 Jahren erkannt und erstellt seitdem zusammen mit der Unternehmensvereinigung future – verantwortung unternehmen das Ranking der Nachhaltigkeitsberichte. Dabei geht es um die dargestellten Inhalte genauso wie um die Tiefe, mit der sie bearbeitet werden. „Wer transparent und umfassend über seine Nachhaltigkeitsanstrengungen berichtet, erhält eine bessere Bewertung“, erklärt Udo Westermann von future.

„Eine noch stärker qualitative Bewertung der Nachhaltigkeitsmaßnahmen quasi als Leistungsbeurteilung ist ein hehrer Anspruch“, so Udo Westermann. Das sei zwar sehr sinnvoll, scheitere bisher aber auch an dem damit verbundenem Aufwand. Außerdem sei für die Kriterien eines branchenübergreifenden Vergleichs zu klären, wie verschiedene Geschäftsmodelle miteinander verglichen werden könnten. Er weist daraufhin, dass es bei großen Unternehmen bereits offizielle, qualitative Bewertungen durch Ratingagenturen gibt, wie den Dow Jones Sustainability Index, an dem sich auch die Konsumenten orientieren könnten.*3

Für Simon Stadler, Geschäftsführer von Polarstern, sind die Werte, die an die Unternehmen gestellt werden, nicht verhandelbar. „Natürlich macht nur ein Branchenvergleich Sinn, aber der Wert an dem ein Unternehmen gemessen wird, darf nicht abgeschwächt werden, nur weil sich eine Branche hier schwerer tut.“ Es müsse vielmehr als Ansporn verstanden werden, sich hier zu verbessern. Polarstern misst sich als Mitglied der Gemeinwohl-Ökonomie*4 an den Werten Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit, Transparenz und Mitentscheidung, die jeweils gegenüber verschiedenen Berührungsgruppen/Stakeholder einzuhalten sind – gemessen und bewertet jeweils an verschiedenen Kriterien. Kein Unternehmen erreicht die volle Punktzahl, zumal die Nachhaltigkeitsansprüche mitwachsen. Das Testat gibt vielmehr – bewertet anhand von Punktzahlen – einen Einblick, in welchen Bereichen, bei welchen Werten und gegenüber welchen Stakeholdern ein Unternehmen besonders fortschrittlich im Sinne des Gemeinwohls handelt und wo noch Verbesserungspotenzial besteht. „Würden allgemein die Nachhaltigkeitsberichte vergleichbarer, wäre das nachhaltige Wirtschaften transparenter und Verbraucher genauso wie Geschäftspartner könnten sich leichter daran orientieren. Die Wirkung wäre deutlich größer.“

Vielfalt der Formate und Standards in der Nachhaltigkeitsberichterstattung

Es gibt viele verschiedene Nachhaltigkeitsberichte, von der einfachen Umsetzung als nichtfinanzieller Bericht, der in unternehmerischen Lageberichten integriert ist, bis hin zu eigenen Nachhaltigkeitsberichten. Einer der am weitesten verbreiteten Standards, um über CSR-Maßnahmen zu berichten, ist die Global Reporting Initiative (GRI). Dieser Standard umfasst 36 einzelne Module mit über 120 Indikatoren. Auch aus diesem Grund orientieren sich Klein- und Mittelständler oft am Deutschen Nachhaltigkeits-Kodex, der mit weniger Kriterien einfacher gehalten ist. Dennoch nutzt einer Studie des Deutschen Global Compact Netzwerks und econsense zufolge rund ein Drittel der untersuchten Unternehmen bei ihrer Berichterstattung bisher gar kein offizielles Rahmenwerk.*2

Am Ende ist es fast gleich, welcher Bericht gewählt wird, die Kriterien sind ähnlich und es kommen viele Seiten heraus. Eine inhaltliche Gesamtbewertung findet nicht statt. Es geht bei allen darum, dass gewisse Kriterien überhaupt behandelt werden. Die Frage, ob die Kriterien aufgegriffen werden steht im Vordergrund und nicht wie das geschieht.*4

Tipps zum Nachhaltigkeits-Check

Wer in seinem Konsumverhalten oder bei der Wahl seiner Geschäftspartner stärker auf nachhaltige Kriterien achten will, der kann die folgenden drei Aspekte berücksichtigen:

1) Liegt ein Nachhaltigkeitsbericht vor – freiwillig oder verpflichtend: Auffallend sei laut Udo Westermann von future, dass die Berichte von Unternehmen, die freiwillig berichten – also nicht der neuen Pflicht zur Berichterstattung (CSR-RUG)*1 unterliegen – oftmals inhaltlich tiefer und umfassender seien. In der Studie von DGCN und econsense wird dies dahingehend erklärt, dass die Wesentlichkeitsvoraussetzung des CSR-RUG nicht deckungsgleich mit Rahmenwerken wie GRI oder DNK sei, „die sich als breiter angelegt und stakeholderfokussierter verstehen“.

2) Aktuelle Rankings anschauen: Sich informieren, ob das Unternehmen in einem Ranking bereits hinsichtlich seiner Nachhaltigkeitsmaßnahmen bewertet wurde.

3) Sich auf der Webseite des Unternehmens informieren: Noch gibt es keine einheitliche inhaltliche Bewertung der verschiedenen Nachhaltigkeitsberichte. Ein aktives Informieren ist unerlässlich, um speziell diejenigen Kriterien zu berücksichtigen, die einem am wichtigsten sind. Dabei hilft ein Blick auf die Webseite des Unternehmens und auf dessen Newsbereich sowie in die sozialen Kanäle. Hier erfährt man, worüber das Unternehmen informiert und welchen Stellenwert nachhaltige Themen haben.

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*1 Gemeint ist die CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes (CSR-RUG). Durch sie sind Unternehme ab einer gewissen Größe und Anzahl Mitarbeiter zur Erstellung einer nichtfinanziellen Berichterstattung verpflichtet. Allerdings ist davon ein Großteil der deutschen Wirtschaft nicht betroffen. Denn die KMUs stellen 99,6 Prozent der Unternehmen hierzulande und erfüllen meist nicht die erforderlichen Kriterien.

*2 Studie vom Deutschen Global Compact Netzwerks, einem Multi-Stakeholder Netzwerk für Unternehmerische Verantwortung, und econsense, Unternehmensnetzwerk für Unternehmerische Verantwortung, www.globalcompact.de/wAssets/docs/Weitere-Themen/CSR-RUG-Studie_DGCN-und-econsense_online.pdf 

*3 Dow Jones Sustainability Index; Rating 2018: www.robecosam.com/en/sustainability-insights/about-sustainability/corporate-sustainability-assessment/industry-leaders.jsp 

*4 Eine Ausnahme bildet hier die Gemeinwohl-Bilanz. Sie ist eine Bilanzierungsart, welche direkt eine Gesamtbewertung und Vergleichbarkeit der Berichte untereinander unterstützt. Hier werden die Maßnahmen der Unternehmen von einem unabhängigen Auditor per Punktesystem bewertet und am Ende gibt es ein einseitiges Testat mit Einzelbewertungen zu den zentralen Werten sowie einem Gesamtergebnis. www.ecogood.org/de/

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