Nur ehrlich gespielt ist Nachhaltigkeit Trumpf – Vorreiter Gemeinwohl-Unternehmen

von Anna

Nachhaltiges, am Gemeinwohl orientiertes Handeln ist in Mode. Doch wie fundiert ist dieser Wandel? Hält er, was sich Unternehmen und Kunden davon versprechen: mehr Miteinander, mehr Klimaschutz, ein besseres Image, neue Märkte und Vorteile für Investoren?

„Einzelmaßnahmen reichen nicht“, betont Florian Henle, Geschäftsführer des Ökoenergieversorgers und Gemeinwohl-Unternehmens Polarstern. Das gesamte wirtschaftliche Handeln muss sich an der Wirkung für Klima, Umwelt und Gesellschaft messen lassen.“ Nur dann würden Maßnahmen ergriffen, die langfristig nachhaltig seien – nicht nur kurz- oder mittelfristig den Gewinn vergrößerten oder das Image verbesserten. „Nur ehrlich gespielt ist Nachhaltigkeit Trumpf.“

Einen weiteren Mehrwert sieht Florian Henle in einem grundlegenden Wandel der Unternehmen zu mehr Nachhaltigkeit: Der Fokus auf den größtmöglichen Impact führe zu tiefgreifenden Innovationen. Schließlich müssten sie sich nicht nur kurzfristig finanziell rechnen, sondern mittel- und langfristig. „Zielsetzung und Horizont sind weitreichender.“ Das sei entscheidend, um den großen klimatischen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen.

Die Gemeinwohl-Ökonomie ist ein Vorreiter.

Statt sich mit nachhaltigen Einzelmaßnahmen zu brüsten, kommt es beim Klimaschutz auf die interne Transformation der Unternehmen an.

Für Firmen, die das Wirtschaftsmodell der Gemeinwohl-Ökonomie leben, ist beispielsweise das Wohl von Mensch und Umwelt das oberste Ziel ihres Wirtschaftens. Dabei muss ein Unternehmen nicht als Gemeinwohl-Mitglied gegründet worden sein. Das zeigt auch die Liste der Mitglieder der Gemeinwohl-Ökonomie. Das Unternehmen muss jedoch den Wandel vom profitgetriebenen zum gemeinwohlorientierten Handeln im Kern festschreiben, sich daran messen lassen und sich weiterentwickeln. So ist Geld verdienen für sie kein Selbstzweck, sondern ein Mittel, die eigene Wirkung zu vergrößern.

Regelmäßig erstellen die Unternehmen eine Gemeinwohlbilanz, die von unabhängigen, externen Experten geprüft und bewertet wird. Sie offenbart ihnen Bereiche, in denen sie ihr Wirtschaften noch gemeinwohlorientierter gestalten können. Es ist ein Prozess der kontinuierlichen Verbesserung, der nie endet.

Aufgrund der Übereinstimmung mit den Entwicklungszielen der Sustainable Development Goals (SDG)* eignet sich die Gemeinwohl-Bilanz auch als Instrument, Unternehmen entsprechend der SDGs weiterzuentwickeln.

Sichtbarkeit ehrlich nachhaltiger Unternehmen.

Wie glaubwürdig Unternehmen nachhaltige Ziele verfolgen, ist für Partner, Lieferanten und Kunden nicht einfach zu erkennen. Es gibt keine Rechtsform oder ähnliches, die sie kennzeichnet. Zwar erstellen immer mehr Unternehmen Nachhaltigkeitsberichte, doch diese sind so umfänglich und schwer direkt zu bewerten, dass sie am Ende wenig Orientierung bieten.

Polarstern hat deshalb eine Landkarte der Social Businesses entwickelt, in welcher Unternehmen verzeichnet sind, die ihre Bilanzen entsprechend nachhaltiger Ziele erstellen und sich daran bewerten und messen lassen, zum Beispiel Gemeinwohl-Unternehmen oder Firmen, die sich nach B Corp zertifizieren lassen. Hier geht's zur Landkarte der Social Businesses in Deutschland

* Mit den 17 Nachhaltigkeitszielen, den Sustainable Development Goals (SDGs) hat sich die Weltgemeinschaft erstmals auf einen universalen und alle drei Nachhaltigkeitsdimensionen einschließenden Katalog von festen Zeitzielen geeinigt, der die internationale Zusammenarbeit in zentralen Politikbereichen in den nächsten Jahrzehnten maßgeblich prägen wird.

Anna Zipse

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