Wo auch viel Geld nicht hilft... | Polarstern
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Wo auch viel Geld nicht hilft...

Auch wenn es schon etwas her ist, wollen wir euch doch noch von einem ganz besonderen Schmankerl aus der Welt der Energiewende berichten. Denn die Laudatio zur Verleihung der „Verschlossenen Auster“ des Journalisten Heribert Prantl war dann einfach doch zu gut. Aber der Reihe nach.

Der Journalismus-Preis: Verschlossene Auster

Die „Verschlossene Auster“ ist ein Preis, der jedes Jahr vom netzwerk recherche e.V. verliehen wird – einem Netzwerk von Journalisten. Sie wollen gemeinsam die Qualität der Medienberichterstattung steigern und den investigativen Journalismus pflegen. Jedes Jahr werden zwei Preise verliehen: Der „Leuchtturm für besondere publizistische Leistungen“ und seine Schattenseite, der Negativpreis, eben sie, die „verschlossene Auster“. Sie kennzeichnet nun auch den "Informationsblockierer des Jahres" 2011: Die vier großen Energieanbieter RWE, EnBW, Vattenfall und E.ON.

Es ist Zeit für die Energiewende

Die „vier großen Atomkonzerne“, so die Begründung der Jury. Weil „alle vier Konzerne Jahrzehnte lang Atomkraft als sichere und saubere Chance zur Energieversorgung angepriesen haben“, sagt der Journalist Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung. „Kritische Fragen von Journalisten beantworten die Kommunikationsexperten der Energiekonzerne  mit beschönigenden, weichgespülten Phrasen. (...) Fakten werden einfach umgedeutet und verdreht, öffentliche Meinung versucht man zu manipulieren“. Die Zeit der Atomenergie ist abgelaufen – doch die Atomkonzerne wehren sich erbittert gegen ihren Todestoß, die Energiewende. Dabei fungiert der Staat als die „Bad Bank“ der Energiekonzerne. Er haftet für die Risiken, während die Konzerne dicke Gewinne einstreichen.

Eine „Auster“-Rede, wie sie schärfer nicht sein könnte

Mein absoluter Höhepunkt der „Auster“-Rede ist aber eine Parallele, wie sie schärfer nicht gezogen werden könnte: Prantl vergleicht die Methoden der Atomlobby mit denen des Klebstoffgeneraldirektor Heinrich Haffenloher in Kir Royal. "Ich kauf Dich einfach ... Ich schieb es Dir hinten und vorne rein. Ich scheiß Dich so was von zu mit meinem Geld, dass Du keine ruhige Minute mehr hast ... Und irgendwann kommt dann der Punkt, da bist Du so mürbe und so fertig ... Gegen meine Kohle hast Du keine Chance."

Journalismus, wie er sein sollte

Wäre ja komisch, wenn so ein Statement für sich stehen bleiben könnte. Nein, nicht im Qualitätsjournalismus. Wie in jedem Jahr haben auch die diesjährigen Preisträger die Möglichkeit einer Gegenrede. Während von jedem Unternehmen Vertreter anwesend sind, übernimmt der Verantwortliche für die Kommunikations- und Politikarbeit des E.ON-Konzerns, Dr. Guido Knott, die undankbare Aufgabe.

Energiewende, kein Zuckerschlecken für die Atomlobby

Als wie undankbar er seine Aufgabe begreift, gesteht er gleich zu Beginn seiner Rede : „Sie können sich vorstellen, dass es bessere Zeiten oder auch schönere Jobs für einen Kommunikationschef gibt, als insbesondere in den vergangenen vier Monaten für eines der vier Betreiberunternehmen zu arbeiten. Aber das ist kein Werben um Ihr Mitleid oder etwa Resignation, sondern schlichtweg eine Vorbemerkung.“

Journalismus um die Kernenergie

Kein Werben um Mitleid? Was dann? Knott fühlt sich zu unrecht geaustert. Tatsache. Sie, die Energiekonzerne, haben doch kommuniziert – „wie der Teufel“, stimmt ihm auch Heribert Prantl zu. Warum dann der Vorwurf, Informationen würden blockiert? Knott appelliert an die Meinungsfreiheit. Das Tragische seiner Kommunikationsstratgie: Sie hat ja noch nicht mal geholfen. Im Endeffekt muss Knott öffentlich das Scheitern der „Kommunikationsstrategie Kernenergie“ eingestehen. Selbst mächtige Freunde in der Wirtschaft und in der Bundesregierung konnten diesen Wagen nicht mehr aus dem Dreck ziehen. Die Energiewende ist beschlossen. Der Atomausstieg steht fest.

Den Journalismus-„Preis“ haben sich die vier Konzerne verdient

Und das ist es schließlich, was unser Mitleid erregt: seine „Warum regt Ihr Euch eigentlich so auf? Hat doch eh nicht funktioniert!“-Attitüde. Jetzt haben sich die Energieversorger schon so weit auf öffentliches Glatteis begeben, sich soweit in das Fenster der Bundesregierung hinein gelehnt – und es hat noch nicht mal funktioniert. Armer Herr Knott. Ihm deshalb aber die Auster entgehen zu lassen, dass finden wir dann aber doch zu viel des Guten. Schließlich ist sie ehrlich verdient. Finden wir. Und ihr?

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