Der Stromverbrauch lässt sich nicht so leicht einschätzen wie – sagen wir – der Kalorienverbrauch. Strom liegt nicht im Magen wie die zehnte Scheibe Brot, und deshalb stimmt auch das Bauchgefühl nicht immer. Zum Beispiel sparen viele Haushalte penibel am Licht, obwohl vielleicht die Unterhaltungselektronik das Problemkind ist. Energiespar-Apps decken diese Stromsparpotenziale auf. Und viele Apps gibt es kostenlos. Was können sie genau? Das Polarstern-Team hat ein paar ausprobiert.

Inhalt:

Preis für Wirklich Ökostrom berechnen

 

1. Apps zum Energie sparen für Android.

"Mein Stromverbrauch".

Die Stromspar-App "Mein Stromverbrauch" ist eine gute Einsteiger-App – einfach gehalten und relativ selbsterklärend. Du trägst die Wattzahl und die Betriebszeit für ein bestimmtes Gerät ein und erfährst den Stromverbrauch und die Stromkosten pro Tag, Woche, Monat und Jahr. Beispiel: Ein Staubsauger mit einer Leistung von 750 Watt und einer Betriebsdauer von einer halben Stunde in der Woche verbraucht laut App 19,5 Kilowattstunden Strom im Jahr und verursacht Stromkosten von ca. 4,88 Euro. Warte, woher weiß ich die Wattzahl? Guter Punkt. Oft steht sie auf dem Gerät, ganz sicher in der Betriebsanleitung – und wenn man das Handy eh in der Hand hat, kann man auch mal gucken, was Google so sagt.* Mit der App lässt sich auch der Verbrauch von ganzen Wohnbereichen überprüfen. Dazu legst du Räume an und ordnest diesen Geräte zu. Verbräuche von Geräten und Bereichen werden als Balken dargestellt, so erkennt man mit einem Blick, wo sich die wahren Stromfresser im Haushalt verstecken. Die Stromspartipps sind sehr basic, vielleicht ist das aber auch gerade der Trick, um sich an sie zu erinnern. 

>>> Stromspartipps von Polarstern gibt es hier. 

* Super-Pros können sich natürlich auch ein Strommessgerät ausleihen, um die Wattzahl zu ermitteln. Cooles Teil. Hier erfährst du mehr darüber. 

 

"Energieverbrauchs-Analysator".

Etwas komplexer geht es beim Energieverbrauchs-Analysator zu. Neben deinem Stromverbrauch kannst du auch deinen Wärme- und Wasserverbrauch ermitteln und über das Pluszeichen beliebig viele Zähler anlegen. Ist ein Zähler angelegt, kannst du für ihn so viele Zählerstände eintragen, wie du möchtest. Je mehr Daten du eingibst, desto genauer erfasst die App deinen Energieverbrauch. Er lässt sich pro Stunde, Tag, Woche und Monat anzeigen. Trendkurven und Statistiken geben einen guten Überblick, ob du deinen Energieverbrauch reduzieren konntest oder nicht. In der Pro-Version für 2 Euro lassen sich die Daten auch exportieren. Super bei der App ist die Taschenlampenfunktion. Klickst du beim Öffnen der App auf das Blitzsymbol, geht automatisch das Licht an. Nettes Feature, um sich zum Beispiel im Zählerraum zurechtzufinden. Zählerstand und Zählernummer unterscheidest du so:

 

2. Apps zum Strom sparen fürs iPhone.

"Energiekosten" und "Stromkostenrechner".

"Energiekosten" (15,6 MB) und "Stromkostenrechner" sind einfache Stromspar-Apps fürs iPhone, mit denen du die Stromkosten für Elektrogeräte ermitteln kannst. Auch hier sind die entscheidenden Daten, die du brauchst: Der Preis, den du zu Hause für eine Kilowattstunde Strom zahlst. Und die Wattzahl, die ein Gerät auf dem Buckel hat. Dazu wieder aufs Gerät, die Betriebsanleitung oder auf Google schauen. Der Preis für eine Kilowattstunde Strom steht auf deiner letzten Stromrechnung. Wenn du die nicht parat hast, kannst du auch den durchschnittlichen Preis nehmen. Er liegt aktuell bei ca. 30 Cent pro Kilowattstunde. Wer weiß, was er daheim für die Kilowattstunde Strom zahlt, kennt schon bald die Kosten für Staubsauger, Toaster und Co. am Tag, in der Woche, im Monat und Jahr. Alles in allem sind die Apps nette, aber eingeschränkte Tools, um den Stromverbrauch einzelner Geräte zu überprüfen. Ob du wirklich Kostenfallen entdeckst, kommt ein bisschen auf dein Wissen an, denn die kostenlosen Apps liefern keine Referenzwerte für hohe oder niedrige Verbräuche. Das holen wir in der folgenden Infografik nach. Mehr zu dem Thema erfährst du auch in unserem Artikel "Energieverbrauch: Wie du ihn reduzierst."

 

3. Stromspar- und Klimaschutz-App in einem.

Unsere Empfehlung ist der EnergieCheck von co2online. Herzstück der kostenlosen App ist dein persönliches Energiesparkonto. Dort kannst du den Energieverbrauch für alle Lebensbereiche erfassen – für Strom, Wärme, Wasser und Mobilität. Das Anlegen des Kontos ist in wenigen Sekunden geschafft. Auf der Startseite gibt es News rund um den Klimaschutz, das macht schon mal Bock aufs Energie sparen. Trage gleich Verbräuche vergangener Stromrechnungen ein und sieh, wie sich dein Stromverbrauch über die Jahre entwickelt hat. Interessant wird das zum Beispiel, wenn du dir in der Zwischenzeit neue Haushaltsgeräte zugelegt hast. Über das Pluszeichen kannst du in der App so viele Zählerstände eingeben, wie du möchtest. Per Tastatur, per Scan, Spracheingabe oder über eine Drehrädchen. Deinen Strom-, Wärme- oder Wasserverbrauch kannst du dir pro Tag, Woche, Monat und Jahr als Diagramm, Tabelle und Verlauf anzeigen lassen und ihn mit vergangenen Zeiträumen vergleichen. Sieh, wie hoch die Kosten und CO2-Werte waren. Bei erstmaliger Nutzung fragt dich die App nach deiner Wohnsituation. So kann sie deinen Energieverbrauch mit ähnlichen Haushalten vergleichen, und du weißt, ob du schon Klimaschutzprofi bist oder noch was zu tun hast. Die App hilft mit Energiespartipps und Informationen rund um Fördermittel für Energieeffizienz. Wer immer den aktuellen Energieverbrauch in der App sehen möchte, kann das Energiesparkonto sogar mit einem Smart Meter verbinden. Laut co2online sparen Besitzer einer Energiesparkontos mehr als doppelt so viel Energie als der Bundesdurchschnitt. Als Special-Feature bietet auch diese App eine Taschenlampe und eine Erinnerungsfunktion, die dich daran erinnert, Zählerstände einzutragen. Wirklich gute Sache!

 

Wie gut sind nun die Apps zum Strom sparen?

Die Stromspar-Apps sind auf jeden Fall hilfreich, um einen groben Überblick über den Energieverbrauch einzelner Geräte zu bekommen. Die Apps, die den Stromverbrauch im Verlauf darstellen oder allgemeine Tipps und News zum Thema liefern, sind dann sinnvoll, wenn du die App längerfristig anwenden willst. Ein Problem, das die Apps auch nicht lösen können: Wer den Stromzähler im Keller hat, muss schon sehr diszipliniert sein, kontinuierlich die Zählerstände einzutragen. 

 

Noch wichtiger: CO2 sparen.

Schade ist, dass die Apps – mit Ausnahme von co2online – den Umweltgedanken komplett ausklammern. CO2 senken sollte mindestens so wichtig sein wie Geld sparen. Wer gerade zu nachhaltig erzeugtem Ökostrom gewechselt ist oder es vorhat, möchte bestimmt wissen, wie viel CO2 durchs Strom sparen verhindert wurde. Ein 3-Personen-Haushalt spart mit seinem Wechsel zu Wirklich Ökostrom bereits knapp 1,5 Tonnen CO2 im Jahr. Auf geht's!

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Und wir bedanken uns mit 20 Euro. Schnapp dir jemanden, der auch zu wirklich besserer Energie wechseln möchte – und ihr bekommt beide 20 Euro auf eure nächste Stromrechnung gutgeschrieben. Gemeinsam verändern wir mehr!

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