Wie die Welt für die Energiewende zusammenarbeitet | Polarstern
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Wie die Welt für die Energiewende zusammenarbeitet

Von Florian

Mir gefällt der Gedanke, mit Menschen verbunden zu sein, die am anderen Ende der Welt leben. Erst vor ein paar Wochen habe ich gemeinsam mit Menschen auf Samoa die Earth Hour gefeiert. Zumindest in Gedanken. Wie jedes Jahr, wenn bei der weltweit größten Klimaschutzaktion Menschen weltweit zur gleichen Zeit die Lichter ausschalten. 

Polarstern lebt ebenfalls von der Idee, Distanzen zwischen Menschen zu überwinden. Bei uns wechseln Haushalte weltweit gemeinsam zu Ökoenergie. Wenn eine Familie im ländlichen Kambodscha mit Biogas kocht, tut sie dies vielleicht, weil eine Familie in Deutschland mit Wirklich Ökostrom oder Wirklich Ökogas von Polarstern kocht. Bei uns unterstützt jeder Kunde mit einem kleinen Betrag seiner Polarsternrechnung eine Familie in Kambodscha beim Bau einer kleinen Biogasanlage. 

Um diesen Schritt in Richtung weltweite Energiewende gehen zu können, stehen wir mit unserem Partner vor Ort – dem National Biodigester Programme (NBP) –  in ständigem Kontakt. Aber wie in jeder Fernbeziehung können auch wir nicht mal schnell am Wochenende runterfliegen. Und wenn wir hier ins Bett gehen, kräht in Kambodscha schon wieder der Hahn. 

Ein Besuch in Kambodscha ist daher auch für uns immer etwas Besonderes. Diesmal habe ich meine Familie mitgenommen, um unsere Freunde in Kambodscha zu besuchen und Familien zu treffen, die sich jetzt mit selbst mit Gas-Energie versorgen, oder bei denen die Biogasanlage gerade im Bau ist. Ein paar Bilder habe ich auch geknipst. Ich erzähle einfach darauf los, wer darauf zu sehen ist und wie das Biogasanlagenprojekt abläuft. 

Energiewende weltweit

Gruppenfoto der weltweiten Energiewende: Zu Gast bei unserem Partner, dem National Biodigester Programme (NBP). Das Projekt realisiert Mikro-Biogasanlagen und damit eine sinnvolle Energieversorgung in den strukturschwachen Regionen Kambodschas. Ganz links im Bild: Lam Saoleng. Sie ist die Programmdirektorin des NBP und Schlüsselperson für Polarstern.  Mit Ihrer Hilfe konnten sich bis heute schon über 20.000 Familien eine eigene kleine Biogasanlage bauen. Die Team-Mitglieder wie Man (links sitzend im weißen Polo-Hemd) fahren oft wochenlang auf Mofas über unbefestigte Straßen durchs Land, um den Menschen von den Biogasanlagen zu erzählen. 

Energiewende Biogasanlage

So sieht ein Feld aus, wenn es mit den Gärresten aus der Anlage gedüngt wurde. Für die meisten Projektteilnehmer ist der natürlich Dünger das wichtigste Argument für die Investition in die Biogasanlage. Denn der Dünger bringt nicht nur bis zu 30 Prozent höhere Erträge, die Früchte verkaufen sich auch besser. Den Kunden auf dem Markt sind hochwertige Bioprodukte lieber als Kunstdünger Gemüse. 

Mikro-Biogasanlage

Der Einfüll-Tank der Mikro-Biogasanlage wie er hier auf dem Bild zu sehen ist, wird drei Mal am Tag mit dem Mist von Kühen oder Schweinen gefüllt, im Verhältnis 1:1 mit Wasser vermischt und verrührt. Im Digester-Dom, der sich unter der Erde befindet, gärt das Material zu Biogas, das dann über die Kuppel der Biogasanlage ins Haus geleitet wird. 

Mikro-Biogasanlage für die Energiewende

Auf der anderen Seite der Biogasanlage gibt es das Pendant zum Einfüll-Tank: den Entnahmetank. Hier werden die Gärreste herausgedrückt. Man zeigt mir, wie der begehrte natürliche Dünger abgeschöpft wird. 

Gas aus Biogasanlage in Kambotscha

Der Gaskocher der Familie ist direkt mit der Kuppel der Biogasanlage verbunden. Früher kochte die Familie auf einer offenen Feuerstelle mit Holz. Das Feuerholz musste teuer eingekauft oder von den Kindern gesammelt und gehackt werden. Das ist mühsamer, als es sich anhört. Dort, wo noch mit Holz gekocht wird, verpassen die Kinder oft die Schule, dank der Gas-Energie aus der hauseigenen Biogasanlage ist das nicht mehr nötig.

Energiewende in Kambodscha

20 Kilo Kuhmist am Tag reichen, um die Biogasanlage zu betreiben. So viel Mist machen zwei Rinder oder vier Schweine. Momentan entwickelt NBP eine noch kleinere Biogasanlage für Familien, die weniger Tiere besitzen. 

Familien in Kambodscha kochen mit Biogas

Eine typische Küche in der Region Takeo. Egal, in welchem Haus wir waren: irgendetwas Gutes köchelt immer auf dem Gasherd. 

Neben der Überzeugungsarbeit des NBP sind vor allem die Dorfbewohner die treibende Kraft hinter dem Projekt. Wenn eine Familie im Dorf den Bau einer Anlage durchgezogen hat, und die Nachbarn miterleben, dass es sich lohnt,  setzt sich meistens eine kleine Bewegung im Dorf in Gang. NBP-Mitarbeiter begleiten den Bau, schulen die Familien in der Nutzung und sind immer zu erreichen, wenn die Biogasanlage schon fertiggestellt ist. Gerade die Nachbetreuung ist enorm wichtig für den Erfolg des Projekts. 

Polarstern bringt die weltweite Energiewende voran

Chan war der erste im Dorf mit Biogasanlage. Seitdem er bequemer kocht und mehr Ernte verkauft, haben sich die Nachbarn entschieden, ebenfalls am Programm mitzumachen. Man darf das nicht unterschätzen: die Biogasanlagen sind für die Menschen eine große Investition. Die besseren Ernten sorgen aber dafür, dass das Geld für die Biogasanlage nach 6 bis 18 Monaten wieder drin ist. Ab da wird ordentlich Gewinn gemacht. 

Biogasanlagen weltweit

Ein Schild des National Biodigester Programme weist darauf hin, dass hier neue Biogasanlagen entstehen. Es ist noch viel Luft nach oben. Etwa 200.000 Kleinbauer-Familien in Kambodscha decken ihren Energiebedarf nach wie vor mit Holz oder Petroleum. Wir können ihnen den Wechsel zu erneuerbarer Energie ermöglichen. Du hast Lust bei der weltweiten Energiewende mitzumachen? Mit einem Stromanbieterwechsel zu Polarstern geht es ganz leicht.

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