Wenn Millionäre das Klima retten wollen | Polarstern
x

Wenn Millionäre das Klima retten wollen

Asche ist eigentlich etwas eher Unverträgliches für das Klima. Denn Asche bedeutet, dass hier vorher etwas verbrannt wurde. Beim Verbrennen entsteht CO2 und das wollen wir ja gerade vermeiden. Aber, und das ist das Tolle: Hat man richtig viel Asche, kann man durch richtiges investieren das Klima fast im Alleingang retten. Oder könnte man zumindest denken.  

Groß investieren aber nachhaltig

Wir kennen die Zahlen: 1% der Menschen gehört 40% des Weltvermögens. 10% schon 80% desselben. Das ist alles natürlich relativ, was ist schon Vermögen. Sicher ist: Wenig Menschen haben viel, viele haben wenig, wenn überhaupt. Aber, von den wenigen gibt es ein paar, die heute, hier und jetzt ihr Geld in richtig gute Dinge investieren. Ich möchte euch ein paar Menschen vorstellen, die ihre Asche benutzen, das zu tun, was wir anderen Verantwortlichen derzeit noch nicht geschafft haben: dem Klimawandel entgegen steuern und voll in die nachhaltige Energieproduktion zu investieren. 

Millionäre investieren ins Klima

Investieren in Klima und Umwelt

Fangen wir in China an. Die größten Emissionen, Tendenz steigend. Europa produziert dort drüben auch fleißig, zu Bedingungen, die wir hier zu Hause verurteilen. Deswegen sollte hier kein erhobener Zeigefinger zu lesen sein. Hier lebt ein gewisser Herr Huang Ming, 54. Man nennt ihn den Sonnenkönig. Er machte sein Vermögen in der Ölindustrie. Jetzt baut er auf Solarinvestitionen und hat die weltweit größte Solar-Warmwasserbereitungsfirma. Eines seiner erfolgreichsten Projekte war die Stadt Dezhou, Provinz Shandong im Westen des Landes, in der er einen grünen Stadtteil schuf, genannt das „Tal der Sonne“. Dessen Straßenbeleuchtung und Ampeln arbeiten komplett mit Solarenergie, Solar-Stationen laden Fahrzeuge. Auf fast jedem Dach stehen Solaranlagen, auch auf Fabriken. Mit diesem Klimaprojekt hat er den Alternativen Nobelpreis 2011 gewonnen: den Right Livelihood Award. Er gehört zu den reichsten Chinesen heute, flog auch 2009 nach Kopenhagen zum Klimagipfel und hält sehr emotionale Vorträge in Europa. 

Ein bisschen exzessiv, aber auch irgendwie erwähnenswert ist Chen Guangbiaos Engagement. Aus der Müllbranche kommend nutzt er sein Vermögen nun für den Schutz der Umwelt und ist bekannt der „spendabelste Reiche“ Chinas zu sein. Er hat sogar 2011 seinen Namen offiziell geändert: in „Niedrige Carbonemissionen“. Seine Frau heißt jetzt „Grün“, und seine Kinder „Umwelt“ und „Umweltschutz“. 

Solarinvestitionen und „All“-you-can-fly

Ein guter Bekannter von Cheng Guangbiao ist Warren Buffet, US-Tycoon. Gerade letzte Woche war er in den Schlagzeilen, weil er ein 2,5-Milliarden-Solarprojekt in Südkalifornien gekauft hatte, und das entgegen dem allgemeinen Trend. Mutig? Naja, er investierte hier in den erzeugten Strom, nicht in die Panel-Herstellung, also eher ein sicheres Geschäft. Auch wenn das wahrscheinlich aus Gewinnmaximierungsgründen geschieht, es ist doch ein Zeichen und gut. Abgesehen davon hat das Auswirkungen auf die Börse und weitere Investitionen. Buffet hat damit im letzten Jahr schon zwei große Solarinvestitionen getätigt und es wurden neue angekündigt. 

Kaum jemand, dem „Richard Branson“ nichts sagt, stimmt’s? Für die anderen: Er ist einer der reichsten Engländer (und der Welt), führt Virgin, eins der weltgrößten Unternehmen, und hat in den letzten Jahren den Flug ins All kommerzialisiert. Einmal fliegen kostet zwar 200.000 Dollar, aber technologisch ist das ein großer Gewinn. Branson ist aus diskutablen Gründen für Atomstrom (er ist überhaupt sehr diskutabel), lässt aber seine Virgin-Airlines mit Zuckerrohrtreibstoff fliegen und ist sonst eher bekannt dafür „green“ zu sein. 

Dubiose Klimainitiative

Und der für mich spannendste, weil umstrittenste Fall, wird von dem US-Businessmann Russ George repräsentiert. In einer geheimen Aktion ließ er im Juli 2012 ein Schiff mit 100 Tonnen Eisenpartikelchen (Sulfat) beladen und 500km vor die Westküste Kanadas fahren, wo das Eisen ins Meer gekippt wurde. Er hatte einen Deal zur Erhöhung des Fischbestands mit einer ansässigen Ureinwohner-Gemeinschaft – und wollte nebenbei noch die Welt, beziehungsweise das Klima retten. Die Idee dahinter: Eisen führt zu Algenbildung, Lachse lieben Algen, Algen lieben CO2, wir wollen es loswerden, Problem gelöst. So einfach war es aber dann nicht, denn nachdem die Umweltschutzorganisation ETC Group dieses Vergehen gegen allerhand Ozean- und Müllentsorgungsgesetze aufgedeckt hatte, gab es große Kontroversen in Politik und Wissenschaft. 

Klima investieren

Die Diskussion um private „Klimaretter“

Das Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven schlug gleich Alarm, man solle nicht mit den Meeren spielen, vor allem nicht, wenn die ökologischen Folgen wissenschaftlich noch so unklar sind, wie sie es heute sind. Greenpeace war schockiert. Die Politik fürchtete reiche Privatleute, die ähnlich scheinbar unfundierte Eigeninitiativen unter dem Deckmantel des Klimaschutzes starten. Und hier kommt natürlich auch wieder die, ich nenne sie jetzt mal Staubsauger-Theorie ins Spiel: Selbst wenn man so CO2 binden könnte, wir würden Klimawandelsymptome (siehe letzter Blog) behandeln und keine Ursachen. Gefordert werden nun internationale Überwachungs- und Risikobewertungsgremien. Ein wenig Hoffnung geben Ergebnisse dieser im Magazin „Nature“ veröffentlichten Studie.

Gérard Adieu

Ein paar sind zwar mit Vorsicht zu genießen, vor allem die Methoden, die nur die Klimasymptome behandeln, aber es gibt sie, die guten, großen Investitionen, die CO2 im Vorhinein vermeiden. Wieso nicht mehr davon? Es muss ja nicht jeder wie Gérard D. sein Geld möglichst schnell in Sicherheit bringen. Oh non, Monsieur Dépardieu, Verzei’ung, ich bin eigentlich ein großer Fan deiner Filme. Ich entschuldige mich: Asche über mein Haupt. Aber wenn es geht…bitte richtig viel.

Teilen Tweeten Mailen
Chat

Fragen? Klick hier und stelle sie per WhatsApp, iMessage, SMS oder Telefon.

Wirklich Ökostrom
Franziska Willkommen bei Wirklich Ökostrom

Lass uns gemeinsam deinen Monatsbetrag berechnen.

Lass uns gemeinsam deinen Monatsbetrag berechnen.

1. Meldest du dich privat, als Firma oder als Verein an?
2. Wie lautet deine Postleitzahl?

3. Schätz deinen Stromverbrauch. 3. Schätz deinen Stromverbrauch.

Am einfachsten anhand deiner letzten Gasrechnung. Da steht’s drauf. Wenn du mehr als 100.000 kWh im Jahr verbrauchst, machen wir dir ein persönliches Angebot. Kontakt Am einfachsten anhand deiner letzten Stromrechnung. Da steht’s drauf. Wenn du mehr als 100.000 kWh im Jahr verbrauchst, machen wir dir ein persönliches Angebot. Kontakt

Am einfachsten anhand der Personen, die bei dir zu Hause wohnen:

Am einfachsten anhand deiner ungefähren Wohnungsgröße:

m2

Oder anhand deiner letzten Stromrechnung. Da steht’s drauf.

kWh/Jahr

NT kWh/Jahr

Garantie: Du zahlst nur, was du wirklich verbrauchst. Deinen Abschlag passen wir immer entsprechend an.

Abbrechen