Warum Wechsel-Prämien von Stromanbietern oft keine Geschenke sind

Ein iPhone für 5 € Zuzahlung? Come on! Wie man mit großen Wechsel-Prämien von Stromanbietern umgehen sollte – und auf was es wirklich ankommt: Strom.

Stell dir vor, du möchtest ein Fahrrad kaufen. Im Laden lacht dich ein blaues an, und das Erste, das der Verkäufer darüber erzählt, ist, dass du on top die passende Brille plus Schal dazubekommst. 

Coole Sache. Aber man muss sich doch fragen, ob das Rad so schlecht ist, dass man es nur durch Bestechung mit anderen Gegenständen verkaufen kann oder hier sonst irgendetwas faul ist. 

Bei Stromanbietern ist die Prämienpraxis üblich.

Bei Stromverträgen ist die Prämienpraxis ganz normal. Und bei genauerer Überlegung ist sie auch ein bisschen absurd. Es geht ja längst nicht mehr um eine Flasche Wein, die man zum Zeitungsabo dazubekommt, weil der Verlag noch die Kisten von der Weihnachtsfeier im Keller stehen hat. Es geht um das ganze Glücksrad-Sortiment: Espresso- und Küchenmaschinen, Staubsauger und Fritteusen, Akkuschrauber, Wäschetrockner und immer öfter: iPhones, iPads, Playstations, Sky Abos. Verlockende Dinge also. Aber sie sind natürlich keine Geschenke. 

So zahlst du die Prämie ab.

In der Regel erhält man seine Wunschprämie bei einmaliger Zuzahlung eines kleinen Betrags. Zum Beispiel ein iPhone für ein paar Euro. Also mehrere hundert Euro billiger als bei Apple. Das klingt zu gut, um wahr zu sein. Ist es auch. Natürlich muss das ganze Teil bezahlt werden. Zum Beispiel über den monatlichen Grundpreis des Abschlags oder einer Mindestabnahmemenge von Strom. Das heißt, entweder läuft der Vertrag so lange, bis die Prämie abbezahlt ist – oder du verpflichtest dich, dem Anbieter eine Mindestmenge an Strom abzunehmen. Aber was, wenn du gar nicht so viel verbraucht hast? 

Konditionen lesen ist ratsam.

Eine Untersuchung der Verbraucherzentrale Niedersachsen von 2017 erwähnt Fälle, bei der Anbieter bei Nichterfüllung der Mindestabnahme den vollen Preis für die Prämie in Rechnung stellen, und Kunden am Ende mehr für den Gegenstand gezahlt haben als im Laden. Dabei sollte eigentlich jeder fürs Strom sparen gelobt, nicht bestraft werden. Wichtig ist also, die Bedingungen vor dem Bestellen genau unter die Lupe zu nehmen. Und damit zu rechnen, dass die Wunschprämie nicht auf Lager ist. Dann bleibt nur noch der Mixer, und fortan gibt es Apple höchstens als Smoothie.

Um was geht's: Strom oder Prämie?

Wie soll man große Wechsel-Prämien also bewerten? Persönlich bräuchte ich dringend eine Waschmaschine. Sie monatlich abzubezahlen statt einmalig viel Geld auszugeben, wäre eine Option. Aber am Ende frage ich mich, was ich von einem Stromversorger eigentlich will. Strom. So wie ich im Fahrradladen ein Fahrrad will. Keinen Schal. Der Strom muss passen, nicht die Prämie dazu. 

Das ist ein fairer Stromvertrag.

Der Strom passt, wenn er wirklich nachhaltig erzeugt wurde, wenn der Stromversorger wirklich in die Energiewende investiert, und wenn die Konditionen stimmen. Sie stimmen, wenn der Stromvertrag jederzeit kündbar ist. Und wenn du genau das zahlst, was du verbraucht hast. Nicht mehr, nicht weniger. So wie bei Polarstern. 

Fairen Tarif berechnen

Deshalb sind Prämien Usus.

Dass sich Prämien besonders im Strommarkt etablieren, liegt auf der Hand. Strom ist irgendwie langweilig. Er ist unsichtbar und anfassen kann man ihn auch nicht. Mit einem iPhone lässt sich ein Produkt schmackhaft machen, auf das keiner Bock hat – aber das halt sein muss. 

Prämien schön und gut, Veränderung ist wichtiger.

Aber dies muss auch sein: Veränderung. Energiewende. Und sobald man sich der Wahl bewusst wird, wie Strom für einen persönlich erzeugt werden soll – konventionell schmutzig oder erneuerbar und sauber – wird der eigene Strombezug durchaus zu einer emotionalen Geschichte. Wenn dir bewusst wird, dass du jedes Mal etwas verändern kannst, wenn du dein Handy lädst, Musik hörst oder fernsiehst – darf man sich freuen. Vielleicht nicht so euphorisch wie anfangs über eine neue Play Station oder ein Smart Phone. Aber ein gutes Gefühl ist da. Und es bleibt. Nachhaltigkeit eben. So läuft es bei Polarstern

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