Soziale Startups haben eine bundesweite Interessensvertretung: SEND | Polarstern Magazin

Verantwortungsvolles Wirtschaften steht hoch im Kurs, wenn man sich die lautstarken Bekundungen von Wirtschaft, Politik und auch von Verbraucherseite anhört. Das aktuelle Klima durch die Fridays-for-Future-Bewegung ist der ideale Boden für die Gründung und Entwicklung von Sozialunternehmen. Sie überzeugen mit einem alternativen Wirtschaftsmodell, bei dem es um mehr geht als den reinen Profit. Um ihnen politisch mehr Einfluss zu verschaffen, wurde das Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland, kurz SEND e.V., gegründet. Wir haben mit den Vorstandsmitgliedern Birgit Heilig und Markus Sauerhammer gesprochen, was SEND leistet und warum wir ein Netzwerk wie dieses brauchen, wenn sich die Wirtschaft verändern soll.

Wie kamt ihr auf die Idee, eine Interessensvertretung für Social Entrepreneurship zu gründen?

BIRGIT: Technologische Innovationen werden auf breiter Basis gefördert, soziale und gesellschaftliche Innovationen nicht. Das muss sich ändern! Deutschland kann und muss eine führende Position einnehmen, wenn es darum geht, systemische Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen zu geben. Es sind Sozialunternehmer, die diese Antworten finden, testen und sie vorantreiben. Aber ohne die Unterstützung von Institutionen geht es nicht. Deshalb haben wir unter dem Dach des Bundesverbands Deutscher Startups e.V. eine Fachgruppe zu Social Entrepreneurship ins Leben gerufen, die im Sommer 2017 in eine Vereinsgründung gemündet ist: Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland – kurz SEND e.V.

 

Es gibt bereits Akademien, Gruppen und Zentren für soziale Unternehmen. Was macht SEND anders?

BIRGIT: Jede dieser Organisationen hat einen spezifischen Schwerpunkt, was auch gut ist – dadurch bleibt eine Vielfalt an sozialen Themen gewährleistet. Bislang hat aber keiner der Akteure explizit eine repräsentative Mission verfolgt. SEND vertritt die Interessen von Social Startups und vernetzt sie, damit wir in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Deutsche Startups (BVDS) mit einer Stimme Bedürfnisse und Potenziale gegenüber Öffentlichkeit und Politik artikulieren können.

 

Wie sieht das konkret aus?

MARKUS: Die Arbeit von SEND ist vielfältig. Unsere Schwerpunkte sind den Sektor zu vernetzen, zu stärken, eine bessere Sichtbarkeit sowie eine Stimme zu geben. So arbeiten wir z.B. an einer besseren Zusammenarbeit mit anderen Akteuren, wie der Wohlfahrt, den #EntrepreneursForFuture oder Finanzierungspartnern des Sektors. Zudem geht es uns darum die Sichtbarkeit für die einzelnen Lösungen und den Sektor als Ganzes zu verbessern. Hier ist z.B. die gemeinsame Kampagne mit dem RKW-Kompetenzzentrum „Social Entrepreneurs behind the Scenes“ ein greifbares Beispiel. Auch die Zusammenarbeit mit der Politik ist sehr facettenreich. So bringen wir über den „Deutschen Social Entrepreneurship Monitor“ mehr Transparenz in den Sektor, erarbeiten gemeinsame Positionen und platzieren diese über Veranstaltungen und Hintergrundgespräche bei den Entscheidungsträgern in Politik und Ministerien. Trotz der kurzen Zeit konnten wir schon eine Reihe von Veränderungen für die Akteure des Sektors bewirken.

 

Wie seht ihr die Zukunft von Social Entrepreneurship in Deutschland?

MARKUS: Noch stellen Sozialunternehmen eine Minderheit in der Wirtschaft. Doch die Chancen sind gewachsen, dass das nicht länger so bleiben muss. Das Gründungsumfeld für Social Entrepreneure hat sich verbessert. Das müssen wir jetzt nutzen. Auch die Politik muss dringend aktiver werden. Europaweit betrachtet ist Deutschland deutlich im Hintertreffen. Heute werden die Wegweiser gesetzt, um die Energie der Fridays-for-Future-Bewegung zu kanalisieren und sie zu Lösungsträgern von Morgen zu machen. Dazu müssen systemische Veränderungsprozesse eingeleitet und Strukturen aufgebaut werden. Und genau dafür setzen wir uns beim SEND e.V. ein.

 

SEND ist ein gemeinnütziger Förderverein für Social Entrepreneurship und zugleich die Fachgruppe Social Entrepreneurship beim Bundesverband Deutsche Startups (BVDS). Liegt bei SEND ein besonderer Fokus auf Neugründungen? Wer sind die SEND-Mitgliedsunternehmen?

BIRGIT: Die Verzahnung mit dem BVDS hilft uns, ein größeres Netzwerk für die Kommunikation zu gewinnen und auch Ansprechpartner zu finden. Außerdem stehen Startups vor den gleichen Herausforderungen, egal ob sie nun social sind oder nicht. Kooperation und gegenseitige Unterstützung liegen dadurch einfach nahe. Mitgliedsunternehmen bei SEND sind derzeit Social Startups, aber auch etablierte Sozialunternehmen wie Polarstern, Unterstützer und Förderer von Social Entrepreneuren und Hochschulen.

 

Wie kann man SEND unterstützen?

BIRGIT: Jeder kann SEND mit einer Mitgliedschaft unterstützen – Unternehmen, Organisationen genauso wie du als Privatperson. Außerdem ist jede Hilfe für unsere Kommunikation willkommen, sei es mit Veranstaltungen oder dem Teilen von Informationen. Wer uns hier helfen möchte, kann sich in unseren E-Mail-Verteiler aufnehmen lassen oder uns auf Facebook und Twitter folgen. Und natürlich sind wir dankbar über alle Kontakte, die uns helfen, Social Entrepreneurship in der breiten Öffentlichkeit und der Politik sichtbar zu machen. Im Mittelpunkt stehen bundesweit sicherlich unsere Aktivitäten in Berlin, aber auch in diversen anderen Regionen ist Social Entrepreneurship stark am wachsen. Wir haben bereits weitere Regionalgruppen in Bayern, NRW und in Sachsen aufgebaut. Weitere fassen wir ins Auge. Wer Interesse hat, in seiner Region oder Bundesland aktiv zu werden und beim Aufbau einer übergeordneten schlagkräftigen Truppe vor Ort zu helfen – meldet euch!

 

 

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