Slow Food – Essen in Zeitlupe? | Polarstern
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Slow Food – Essen in Zeitlupe?

Man hört in diesen Zeiten immer öfter von Entschleunigungsthesen. Langsamer gehen oder reisen, weniger arbeiten, mehr kauen, weniger kaufen, für eine gesunde Ernährung. Von Menschen, die sich über eine bessere Lebensweise Gedanken machen. Der Begriff Slow Food fällt dann auch manchmal. Aber was ist das überhaupt?

Slow Food - Essen in Zeitlupe?

Man nehme 125g Butter, 2 Schalotten, 2 Knoblauchzehen, 1 Bund Petersilie, 1 Messerspitze Pfeffer, Salz, 1 Esslöffel Weinbrand und – 24 Schnecken. Aber möglichst langsame. Halt, Moment, Slow Food war doch etwas anderes, oder? 

slowfood und Energie

Ich habe neulich einen guten Freund gefragt, was er unter Slow Food versteht. Er sagte: „Ja, wenn man halt langsam isst. Oder?“ Günter Jauch würde jetzt seine Augenbrauen hochziehen: „Hm. Gewitzte Antwort, stimmt aber noch nicht so ganz.“ Was ist es denn? Das Gegenteil von Fast Food? Schon besser. Muss denn ein Slow Food Kellner besonders lange brauchen, bis er den Kaffee an den Tisch bringt? Nie unter 25 Minuten? Ist der dann noch heiß? Und, ist alles mit Pferd dann Fast Food, weil schnell? 

Natürlich nicht. Slow Food ist inzwischen eine weltweite Bewegung für eine gesunde Ernährung, eine Einstellung, eine Art über Essen, Ernährung – und auch Leben – nachzudenken. Gesundes, gutes Essen zu genießen, dessen Herkunft zu kennen. Den Anbau pestizidfrei und den Handel fair und nachhaltig zu gestalten. Sie steht für Originalität, Regionalität, Saisonalität, Vielfalt. „Gut, sauber und fair“. Fehlt eine dieser drei Komponenten, ist es kein Slow Food mehr, sagt der Gründer Marco Petrini. Er hat die Non-Profit-Organization damals, 86, in einer kleinen Stadt in Italien gestartet. „Ich will die Hände kennen, die das, was vor mir auf dem Teller liegt, gemacht haben,“ sagt er.  

Slowfood

Slow Food vs. Fast Food

Jetzt gibt es da aber ein Problem: Wer in der Welt hat heute noch die Zeit, sich dreimal am Tag ruhig an den Tisch zu setzen und jeden Bauernmarkt-Bissen 30 Mal zu kauen? Okay, dann nimmt man sich die Zeit für eine gesunde Ernährung eben. Und kaut etwas weniger. Es ist nur schwierig für mich, mir das vorzustellen, immer Slow Food. 

Ich meine, so ein Bagel-to-go hat doch auch was – und dann ab damit in die Mittagspausensonne. Oder frisch importierten und dann gepressten Mango-Kiwi-Saft und damit durch die Gassen spazieren. Oder zwischen zwei Terminen schnell ein Snack, vielleicht sogar auf dem Fahrrad, im Auto oder in der Tram? Spart doch auch viel Zeit. 

Ich bin ein großer Fan geworden von dem Slow Food Gedanken, trotzdem kann ich nicht ohne Fast Food. Ist das jetzt falsch? Ist das ein grundsätzliches gesellschaftliches Problem? Sollen wir längere Mittagspausen machen, sollen wir kleinere Städte bauen? Mit mehr Bauernhöfen drum herum? Aber es wollen doch nur noch so Wenige überhaupt Bauer oder Bäuerin sein.

gesunde Ernährung

Das Bewusstsein für eine gesunde Ernährung

Hier löst sich die Krux, es geht nicht ums Alltägliche. Sondern um das Bewusstsein für eine gesunde Ernährung. Genauso wie man darauf achten sollte, wo sein Strom herkommt, oder welche Bank man beschäftigt – hirnlos essen tun wir genug. Zeit, mehr zu denken, zu fühlen, zu schmecken. Und bei der Gelegenheit auch: Zeit für bewussteres Fleisch. Und damit meine ich auch weniger Fleisch. 

Slow-Food-Communities

Es gibt da ein paar spannende Organisationen, die dafür stehen, dass Ernährung besser und fairer wird. Angefangen mit Slow Food International, haben wir hier Slow Food Deutschland e.V., oder eataly, eat-the-world, Slowmobil München oder Karlsruhe. Die meisten sind auch auf Facebook oder Twitter zu finden.

Biokarotten oder Pulver für den Welthunger?

Spiegel Online hat kürzlich diesen Mann portraitiert, der jetzt nur noch Pulver zu sich nehmen will und damit den Welthunger besiegen. Kann es das sein? Pulver für die Welt, die guten Sachen für uns? Um das Problem anzugehen müsste man wahrscheinlich irgendwo am Peripherie-Zentrum-System schrauben (und an ein paar mehr systemischen Gegebenheiten). Klimawandel macht Landwirtschaft halt  nicht einfacher. 

Andere wiederum sagen, man ist, was man isst. Da bin ich mir jetzt nicht so sicher. Demnach wäre ich nämlich seit einer halben Stunde ein Käsebrot. 

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