SharEconomy – Was wir teilen | Polarstern
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SharEconomy – Was wir teilen

Ich durfte im Winter bei einem Mediengipfel am Arlberg in Österreich dabei sein, mit Politikern, Journalisten, Korrespondenten und Unternehmern. Es ging um Nachhaltigkeit und Zukunft von Medien und Wirtschaft, auch um Konsumverhalten. Bernd Kolb, Unternehmer und erster deutscher Online-Werbeportal-Entwickler, hatte einen tollen Vortrag gehalten, mit dem er seit einigen Monaten auf Tour ist. Eine Geschichte daraus geht mir seit dem nicht mehr aus dem Kopf. Er nannte sie: 

Sharing is Caring

Kolb hätte, in all seiner Männlichkeit, zwei dicke Bohrmaschinen zu Hause liegen, obwohl er aber nur alle paar Jahre mal ein Loch bohre. Und dann kam er zu dem für uns alle faszinierenden Satz: „Leute, kein Mensch braucht eine Bohrmaschine – wir brauchen Löcher!“ Es folgte der Vorschlag, doch gewisse Güter allgemein zugänglich zu machen, sie ressourcen- und kapitalschonend zu teilen. Man könne zum Beispiel einem Hausmeister eine Bohrmaschine geben, die man sich für fünf Euro ausleihen kann, sollte man das Loch dann wirklich akut brauchen. 

Mit diesem Gleichnis ist Bernd Kolb (mal wieder) Pionier und Vertreter eines großen Trends. Diesen hatte sogar die Cebit 2013 als Leitthema aufgenommen: Sharing Economy. Vom Verbraucher zum Gebraucher. Vom Haben zum Teilen. Sharing Economy nimmt gleichzeitig die gesellschaftliche Abwendung vom blinden Konsum auf, als auch ein neues, anderes, nachhaltigeres Wirtschaften. Eines, das ohne dem Kapitalismus den Rücken zu kehren, auf mehr setzt als nur Wachstum und Gewinnmaximierung: auf mehr Moral, Ethik und Sinn im Markt – und vor allem im Leben der Menschen, also bei uns selbst. 

Sharing Economy teilen

Sharing Economy

Ohne das vielleicht bis jetzt so richtig gemerkt zu haben, aber wir teilen ja schon viel in unserer eigenen virtuellen Welt. Jeder, der in Social Networks aktiv ist, teilt Informationen, Ideen, Bildmaterial, Videos, Angebote, Dienstleistungen. Naja, oder Katzenvideos. Zumindest oft nützliche Dinge. Die Wikipedia gehört genauso zum geteilten „Allgemeinheitswissen“ wie die Google-Suche. 

Sharing unter Nachbarn

Ich habe mir gleich eine App herunter geladen, sie heißt „Why own it“ und bietet Nachbarn Dinge zu tauschen oder Dinge zu (ver-)leihen. Dazu kommt laut Anbieter eine „soziale Komponente“. Eine Tasse Kaffee für den Bohrer, und schon hat man eine neue Bekanntschaft gemacht, die Nachbarschaft wird so sicher gefördert. Ich bin gespannt. 

Sharing teilen

Car-Sharing und Bike-Sharing etabliert

Fast schon olle Kamellen auf dem Gebiet sind Mitfahrzentralen und Car-Sharing: Am 27.03. hatte Mitfahrgelegenheit.de zwar seine Nutzungsbedingungen geändert und Sharing ist jetzt nicht mehr gebührenfrei (bei Fahrten über 100 Kilometern) – bleibt aber eine beliebte Sache. Car-Sharer wie Drive-Now (haben übrigens Anwohnerparkausweise), Flinkster oder Car2Go sind inzwischen aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken – auch wenn ich mich frage, warum die noch nicht mit sauberem Strom fahren. DB-Räder sind begehrt, auch wenn da andere europäische Städte meiner Meinung nach die Nase vorne haben. Microsoft stellte auf der Messe auch ein Bike-Sharing Programm vor, dann gibt es ja noch die E-Bike-Bewegung. 

Next Generation Car-Sharing

Einen Schritt weiter gedacht hat Carzapp, ein Startup, das sich auf der Cebit präsentierte. Sie fragten sich, warum wir zu den schon existierenden 40 Millionen Autos noch Car-Sharing-Flotten auf die Straßen stellen. Also entwickelten sie eine Hard- und Software, die in Autos eingebaut vom Besitzer freigegebene Autos verfügbar macht, sofern man zahlender User ist (5€/Std, 35€/Tag). Win-Win-Win also: Man braucht noch weniger als je zuvor ein eigenes Auto; der Besitzer verdient allein am Sharing; und Carzapp gleich mit. 

Wohnraum Sharing

Ähnliches passiert im Wohnsektor. Nicht nur für Kurzurlaube oder Konferenzen, auch beim Reisen oder Umzug in eine neue Stadt – Wohnraum wird immer häufiger geteilt. „Airbnb“ nutzen Menschen in über 34.000 Städten in der ganzen Welt. Renter-Wgs sind keine Seltenheit mehr, Studenten-Wgs sowieso nicht, aber man findet auch immer mehr Arbeiter- oder Familien-Wgs

Teilen ist seeliger als kaufen: Dinge und Dienstleister

Die Möglichkeiten sind quasi unbegrenzt. Man kann sich inzwischen Beamer ausleihen, Kabeltrommeln, Gitarren und Kameras. Kinderwägen können ganz leicht Besitzer wechseln, da das ja auch sehr temporäre Gebrauchsgegenstände sind. Hundespaziergänge oder Mathenachhilfe, inzwischen wird in der Sharing Economy alles gehandelt. In den USA steht Craigslist schon lange für genau jenes Online-Teilen. 

Nachhaltigkeit teilen

Ein Blick in die Zukunft der Sharing Economy

Ich könnte mir vorstellen, dass wir so in eine Gesellschaft wandern, die weniger Dinge braucht, weniger Strom, weniger Güter, es ihr aber gleichzeitig an nichts mangelt, weil alles im öffentlichen Raum oder regional abgedeckt ist. Wir haben mit weniger Wachstum vielleicht auch weniger Geld, aber wer beispielsweise drucken will, geht eine Straße weiter zum Druckerpoint. Wer ein Auto oder Fahrrad braucht, leiht sich eins. Kinderwägen, Kleidung, ganze Wohnungen – alles ist in der Sharing Economy vorhanden, wenn man es braucht, alles läuft via Smartphone. Weil wir effektiver werden in der Nutzung. Ein Auto, das 23 Stunden steht, oder ein eine leerstehende Wohnung, das ist alles ungenutztes Kapital zur Optimierung unserer Gesellschaft. 

Wachstum mit ohne Ende?

Man befürchtet, dass so auch das allseits gepriesene so wie gescholtene und anscheinend unersetzliche „Wachstum“ unserer Wirtschaft schrumpfen wird. Wo kommen wir denn da hin, wenn wir plötzlich weniger produzieren? Ich würde antworten: 1. War dieses unbegrenzte Wachstum von Anfang an und auf lange Sicht eine Einbahnstraße. Und 2. entstehen auf der anderen Seite wieder neue Jobs im Dienstleistungssektor, in der Vernetzung, der IT-Branche, die diese Entwicklungen ja hauptsächlich trägt. Wir würden Produkte wieder regional herstellen, weil wir nicht so viele, sondern nur sehr gute, brauchen. Und 3. Gibt es die ökonomische Annahme, dass man so in Entwicklungsregionen schneller größeren Wohlstand mit weniger Ressourcen verbreiten kann. Klingt nicht schlecht, oder?

Wo der Spaß aufhört

Das Gottlieb Duttweiler Institute (GDI) hat eine interessante Sharing Economy Studie herausgegeben, die sich mit der Frage beschäftigt, was wir gerne und nicht so gerne teilen. Ganz gerne teilen wir demnach Erfahrung, Wissen, Bücher und Gerichte. Irgendwo in der Mitte unsere Waschmaschine, Kontakte oder Kopfhörer. Und ganz rechts außen, in „sehr ungern“-Rot, teilen wir unser Bankkonto, die Zahnbürste, oder… Unterwäsche. Aber irgendwo muss teilen ja auch seine Grenzen haben. 

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