Sea Shepherd – moderne Umweltpiraten | Polarstern
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Sea Shepherd – moderne Umweltpiraten

Tierschutzverein im Meer

Das Schwierigste ist erstmal, den Namen des Tierschutzvereins richtig zu schreiben: Sea Shepherd. Das Nächstschwierigste ist, das dann richtig auszusprechen: Ssie–Schäphörd. Wenn man das gemeistert hat, kann man versuchen zu verstehen, wie um Himmels Willen es passiert ist, dass wir heute doch noch Piraten haben. Ich meine nicht die in Somalia mit den Maschinengewehren – gute Piraten aber, so eine Art Jack Sparrow mit Robin Hood Attitüde und Doctor Doolittle Fähigkeiten, sogar mit einer kleinen Kanone an Bord. Sein Gründer und Kapitän Paul Watson ist so einer, er war lange der Chef der Sea Shepherd International. Wer sind sie? Was tun sie? Und warum nimmt sie niemand fest? Ein Portrait über ein modernes Phänomen – das es schon seit 34 Jahren gibt. 

Die Mission(en) des Tierschutzvereins Sea Shepherd

Wie der Name schon sagt, geht es der Organisation um die Ozeane und dessen Bewohner. „Extinction is forever“ schreiben sie auf ihrer Webseite. Hauptsächlich engagiert sich Sea Shepherd gegen Walfang, Delfinjagd, Robbenjagd, gegen den illegalen Einsatz von Treibnetzen, oder illegales Wildern im Ozean, illegalen Lachsfang. Watson hat viele Bücher über sein Tierschutzengagement geschrieben, teils zusammen mit seinem Freund und Kollegen Bob Hunter, der inzwischen verstorben ist. Eins davon erzählt aber auch über einen Kampf an Land – gegen die Wolfsjagd. Ihre zehn immer absichtlich heruntergekommenen Schiffe haben Namen wie Ocean Warrior, Brigitte Bardot oder Steve Irwin. Von 1979 bis 2005 gab es keine einzigen Verletzten Crewmitglieder, sie führten insgesamt sieben Rammaktionen von illegalen Walfängern durch, versenkten acht solche Schiffe (meist im Hafen), hatten acht Auseinandersetzungen mit der Marine, wurden vier mal von Feuerwaffen beschossen und konnten in all den Jahren vier Treibnetze und 182 Langleinen zerstören. Dabei halfen bis zu 4500 Frewillige Crewmitglieder. In diesen bald 35 Jahren sind viele tolle Geschichten passiert und in zum Beispiel dieser Doku festgehalten worden: „Paul Watson: Bekenntnisse eines Ökoterroristen“. Und eine neue ist gerade erst herausgekommen. Wo auf der Welt der Tierschutzverein kämpft, ist eigentlich egal: Gerade befinden sich einige Mitglieder in Japan, um gegen Delfinjäger vorzugehen.

Die Meereshirten machen sich direkt an die Lösung des Problems

Idealisten werden ja oft als Träumer abgetan. Man könne ja eh nichts tun, die anderen täten ja auch nichts. Nur an Neujahr traut sich jeder mal kurz, sich etwas vorzunehmen, aber passieren tut oft wenig. Sea Shepherd ist das ziemlich egal: Sie sehen ein Problem und machen sich direkt an dessen Lösung. Sie tun etwas, wo andere zusehen. Sie sprechen nicht nur von den Dingen, sondern sie handeln. Sie leben ihre Idee von Gut und Böse, wenn nötig mit Gewalt. Wie Veganer das beim Essen tun und Ökostromkunden bei Energie, tun es die Meereshirten des Tierschutzvereins Sea Shepherd auf offener See.

Sea Shepherd Tierschutzverein

Auf moralischem Highground – Gut gegen Böse

Man kann sich natürlich fragen: Ist es verwerflich ein Schiff auf offenem Meer anzurempeln? Finanziellen Schaden anzurichten? Vielleicht jemanden zu verletzen? Indianerstämme ihre Bräuche zu verbieten, sofern diese Meeresbewohner ausrottet? Zu provozieren, Schiffe zu versenken, die Liste geht weiter und weiter… Die moralische Rechtfertigung, die sich die Shepherds geben, ist die folgende: Wir trennen gut von böse, und kämpfen für unser gut. Nicht-tödliche Gewalt ist für uns kein Tabu. Wir bewegen uns meist in legalen Rahmen, oder Grauzonen und wir verteidigen bedrohte Lebewesen aggressiv, manchmal präventiv. Das ist natürlich alles andere als konfliktfrei: Es gab Festnahmen, Gefechte und Streits en masse (sogar Greenpeace distanziert sich von Watson). 

Ein Job zwischen Diesel, Fischgestank und Gefängniszellen

Dabei machen sich die aktiven Crewmitglieder ziemlich die Hände schmutzig. Ihre Missionen, bei denen sie selten kürzer als einen Monat auf dem Meer unterwegs sind, sind nichts für weiche Gemüter: Täglich Duschen geht nicht, „Warmduscher“ haben auch kein leichtes Leben, der Diesel aus den Motoren legt sich in die Haare, man stinkt, es schaukelt ständig alles und wer nicht seekrank wird, hat Glück. Das Wetter ist extrem, die Arbeitszeiten lang, die Arbeit selbst oft schwer und gefährlich. Man kann nicht mal schnell alleine sein, die Crew ist immer da. Und am Ende läuft man Gefahr, irgendwo auf der Welt festgenommen zu werden und im Gefängnis zu landen. Trotzdem gibt es immer Freiwillige, die sich der Sache anschließen. 

Tierschutzverein Sea Shepherd

Transparenz und Öffentlichkeit – die stärkste Waffe des Tierschutzvereins

Capt’n Paul Watson hat zwar seine kleine Piratenkanone an Bord, die toll aussieht, meist aber nur mit harmlosen Dingen gefüttert wird, oder nur zur Abschreckung dient – aber generell verzichten die Meereshirten auf Waffengewalt. Ihre größte Waffe für den Schutz der Meeresbewohner ist jedoch die Öffentlichkeit. Sie haben fast immer Fernsehteams, Fotografen oder Journalisten an Bord, die vor allem wenn es brenzlig wird, direkt und live senden, was passiert. Diese Öffentlichkeit erzeugt unheimlichen Druck bei Polizei, Kriminellen, oder Grenzschutz, sich korrekt und legal zu verhalten. Da die Shepherds die Gesetze gut kennen, wissen sie genau, wie weit sie gehen können, ohne ernsthaft in Schwierigkeiten zu geraten. So gewinnt jeder: Die Journalisten bekommen ihre Geschichten und Sea Shepherd mediale Aufmerksamkeit und die Unterstützung der Menschen. 

Polarstern und Sea Shepherd Deutschland e.V.

Mitmachen kann man auch hier an Land. In Deutschland gibt es den Tierschutzverein Sea Shepherd erst seit drei Jahren, ist aber schon in vielen Großstädten in Ortsgruppen organisiert. Der Verein ist noch klein, arbeitet an Infoständen, Kampagnen, Events, Übersetzungsprojekten und natürlich Spendensammeln. Das letzte große Projekt war die Petition „Clean Ocean - gegen Ölbohrung in den Kanarischen Inseln“. Ausgerechnet dort, wo mit der Insel „El Hierro“ die einzige Insel der Erde liegt, die zu 100% durch erneuerbare Energie versorgt wird. Hier ist das Video und hier kann man unterschreiben. Leider ist die Kapazität an Arbeitskräften derzeit erreicht, der Verein will aber wachsen und so mehreren Freiwilligen die Möglichkeit geben, Teil zu werden. Polarstern ist ein stolzer Kooperationspartner von Sea Shepherd Deutschland – erst vor zwei Wochen haben wir das Polarstern-Open-Air 2013 zusammen veranstaltet. Danke für die Zusammenarbeit, auf die nächsten Jahre. Prost und Yo-Ho. 

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