Sea Shepherd: moderne Umweltpiraten mit Mission | Polarstern
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Sea Shepherd – moderne Umweltpiraten

Inhalt

Tierschutzverein im Meer

Das Schwierigste ist erstmal, den Namen des Tierschutzvereins richtig zu schreiben: Sea Shepherd. Das Nächstschwierigste ist, das dann richtig auszusprechen: Ssie–Schäphörd. Wenn man das gemeistert hat, kann man versuchen zu verstehen, wie um Himmels Willen es passiert ist, dass wir heute noch Piraten haben. Nicht die in Somalia mit den Maschinengewehren. Sondern gute Piraten, so eine Art Jack Sparrow mit Robin Hood Attitüde und Doctor Doolittle Fähigkeiten, sogar mit einer kleinen Kanone an Bord. Gründer und Kapitän Paul Watson ist so ein Pirat, er war lange der Chef der Sea Shepherd International. Wer sind sie? Was tun sie? Und warum nimmt sie niemand fest? Ein Portrait über ein modernes Phänomen – das es schon seit 40 Jahren gibt. 

 

Die Mission des Tierschutzvereins Sea Shepherd und ihre Erfolge

Wie der Name schon sagt, geht es der Organisation der "Meereshirten" um die Ozeane und dessen Bewohner. „Extinction is forever“ schreiben sie auf ihrer Webseite und genau diese Vernichtung wollen sie stoppen. Das Motto ist simpel und klar: "For the Oceans!" Dabei berufen sie sich auf die UN Weltcharta für die Natur, die im November 1982 verabschiedet wurde.

 

Hauptsächlich engagiert sich Sea Shepherd gegen Walfang, Delfinjagd, Robbenjagd, gegen den illegalen Einsatz von Treibnetzen, illegales Wildern im Ozean und illegalen Lachsfang. Ihre Flotte besteht aus neun Schiffen und weiteren kleineren Schiffen und Wasserfahrzeugen. Sie haben Namen wie Ocean Warrior, Brigitte Bardot oder Steve Irwin.

 

Von 1979 bis 2005 gab es keine einzigen verletzten Crewmitglieder. Sea Shepherd führte insgesamt sieben Rammaktionen gegen illegale Walfänger durch, versenkte acht solcher Schiffe (meist im Hafen), hatte acht Auseinandersetzungen mit der Marine, wurde vier mal von Feuerwaffen beschossen und konnten vier Treibnetze und 182 Langleinen zerstören. Dabei halfen bis zu 4500 Freiwillige Crewmitglieder, die sich weltweit für die schutzlosen Meeresbewohner einsetzen.

 

In den mittlerweile 40 Jahren sind viele Geschichten passiert, die beispielsweise in dieser Dokumentation festgehalten wurden: Paul Watson: Bekenntnisse eines Ökoterroristen

 

Die Meereshirten machen sich direkt an die Lösung des Problems

Idealisten werden ja oft als Träumer abgetan. Man könne ja eh nichts tun, die anderen täten ja auch nichts. Nur an Neujahr traut sich jeder mal kurz, sich etwas vorzunehmen, Taten folgen selten. Sea Shepherd sehen das Problem: Wenn die Ozeane sterben, sterben wir - und machen sich direkt an dessen Lösung. Sie tun etwas, wo andere zusehen, sie handeln. Sie leben ihre Idee von Gut und Böse. Wie Veganer das beim Essen tun und Ökostromkunden bei Energie, tun es die Meereshirten des Tierschutzvereins Sea Shepherd auf offener See.

Sea Shepherd Tierschutzverein

 

Auf moralischem Highground – Gut gegen Böse

Man kann sich natürlich fragen: Ist es verwerflich ein Schiff auf offenem Meer anzurempeln? Finanziellen Schaden anzurichten? Vielleicht jemanden zu verletzen? Indianerstämmen ihre Bräuche zu verbieten, sofern diese Meeresbewohner ausrotten? Provozieren, Schiffe versenken, die Liste geht weiter und weiter… Die moralische Rechtfertigung, die sich die Sea Shepherds geben, ist die folgende: Wir trennen gut von böse, und kämpfen für unser gut. Nicht-tödliche Gewalt ist für uns kein Tabu. Wir bewegen uns meist in legalen Rahmen, oder Grauzonen und wir verteidigen bedrohte Lebewesen aggressiv, manchmal präventiv. Das ist natürlich alles andere als konfliktfrei: Es gab Festnahmen, Gefechte und Streits en masse (sogar Greenpeace distanziert sich von Watson). 

 

Ein Job zwischen Diesel, Fischgestank und Gefängniszellen

Die aktiven Crewmitglieder machen sich die Hände ziemlich schmutzig. Ihre Missionen, bei denen sie selten kürzer als einen Monat auf dem Meer unterwegs sind, sind nichts für weiche Gemüter: Täglich duschen geht nicht. Der Diesel aus den Motoren legt sich in die Haare, man stinkt, es schaukelt ständig und wer nicht seekrank wird, hat Glück. Das Wetter ist extrem, die Arbeitszeiten lang, die Arbeit selbst oft schwer und gefährlich. Die Crew ist immer da, man kann sich nicht mal ein Stunden zurückziehen. Am Ende läuft man Gefahr, irgendwo auf der Welt festgenommen zu werden und im Gefängnis zu landen. Trotzdem gibt es immer Freiwillige, die sich der Sache anschließen. 

Tierschutzverein Sea Shepherd

 

Transparenz und Öffentlichkeit – die stärkste Waffe des Tierschutzvereins

Capt’n Paul Watson hat seine kleine Piratenkanone an Bord, die toll aussieht, meist aber nur mit harmlosen Dingen gefüttert wird, oder nur zur Abschreckung dient. Generell verzichten die Meereshirten aber auf Waffengewalt. Ihre größte Waffe für den Schutz der Meeresbewohner ist die Öffentlichkeit. Sie haben fast immer Fernsehteams, Fotografen oder Journalisten an Bord, die vor allem wenn es brenzlig wird, direkt und live senden, was passiert. Die Journalisten bekommen ihre Geschichten und Sea Shepherd mediale Aufmerksamkeit und die Unterstützung der Menschen. Die Öffentlichkeit erzeugt unheimlichen Druck bei Polizei, Kriminellen oder Grenzschutz, sich korrekt und legal zu verhalten. Da die Sea Shepherds die Gesetze gut kennen, wissen sie genau, wie weit sie gehen können, ohne ernsthaft in Schwierigkeiten zu geraten. 

 

Polarstern und Sea Shepherd Deutschland e.V.

Mitmachen kann man auch hier an Land. Der Tierschutzverein Sea Shepherd ist in vielen Großstädten und in Ortsgruppen organisiert. In Deutschland gibt es den Verein seit vier Jahren. Der arbeitet daran, noch mehr Menschen für die Mission zu begeistern: Infostände, Kampagnen, Events und natürlich Spendensammeln gehören dazu.

Eine aktuelle Kampagne ist die Marine Debris Campaign. Es geht darum, die Ozeane von den 8 Millionen Tonnen Müll, davon sind 70% Plastikmüll, zu befreien. Es soll Aufmerksamkeit für die Plastikmüll-Problematik geschaffen werden und die Menschen sollen dazu aufgefordert werden, über ihren Plastikverbrauch nachzudenken. Wer Sea Shepherd dabei unterstützen möchte, kann Teil der Kampagne werden.

 

Polarstern ist ein stolzer Kooperationspartner von Sea Shepherd Deutschland – wir haben zum Beispiel das Polarstern Open-Air zusammen organisiert.

 

Mit sauberer Energie die Umwelt schützen

Auch Polarstern hat ein Problem erkannt und setzt sich aktiv für die Lösung ein. Als einer von fünf wirklich unabhängigen Ökostrom- und Ökogas-Anbietern in Deutschland, bietet Polarstern Wirklich Ökostrom aus deutscher Wasserkraft und Wirklich Ökogas aus Reststoffen, die bei der Verarbeitung von Zuckerrüben anfallen. Jeder einzelne, der sich für saubere Energie von Polarstern entscheidet, kann sich freuen, der Umwelt was Gutes zu tun - weltweit. Polarsterns Kunden treiben nämlich die weltweite Energiewende voran und finanzieren kleine Heim-Kraftwerke für Familien in Kambodscha mit. 

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