Diese 7 Faktoren beeinflussen deine Unabhängigkeit – Eigenstrom mit PV-Anlage

Wer seinen eigenen, sauberen Strom produziert, macht sich unabhängiger von den Strompreisen. Die spannende Frage ist: Wie groß kann deine Unabhängigkeit sein? Und was ist wirtschaftlich sinnvoll? Genau darauf hast du mehr Einfluss, als du vielleicht denkst.

Inhaltsverzeichnis:

 

Wie kannst du deine Autarkie steigern?

Unabhängig zu sein fühlt sich richtig gut an. Und wenn du dich mit einem PV-System zur Eigenstromversorgung unabhängig von den Strompreisen machst, dann zahlt sich deine Autarkie auch noch in barer Münze aus. Das bestätigte kürzlich auch die Stiftung Warentest: „Solaranlagen können sich wieder lohnen.“

Doch die Rechnung dahinter ist heute eine völlig andere als noch vor zehn Jahren. Damals lohnte es sich aufgrund üppiger Fördergelder, so viel selbst produzierten Strom wie möglich ins Netz einzuspeisen. Inzwischen gilt das genaue Gegenteil: Je mehr PV-Strom du selber nutzt, desto wirtschaftlicher ist deine Anlage. Wie genau und ab wann sich deine PV-Anlage konkret rechnet, findest du in dem Beitrag "PV-Anlage und Speicher: Ab wann rechnet sich's?".

Schraubst du einfach nur eine Solaranlage aufs Dach, dann hat deine Unabhängigkeit „natürliche Grenzen“. Tagsüber, wenn du im Büro bist, musst du den überschüssigen Strom ins Netz einspeisen – und abends wenn du heimkommst, Netzstrom hinzukaufen. Um also möglichst unabhängig von der öffentlichen Stromversorgung zu sein, empfiehlt sich die Kombination PV-Anlage plus Stromspeicher (ergänzt um weitere Maßnahmen, um möglichst viel eigenen Strom zu nutzen). Eine 100-prozentige Unabhängigkeit ist heute zwar noch kaum möglich. Aber für den Normalhaushalt lassen sich 70 bis 80 Prozent durchaus erreichen.  

Autarkie und Eigenverbrauch – so hängt alles zusammen.

Um möglichst autark vom öffentlichen Stromnetz zu sein, ist es wichtig, dass du möglichst viel selbst erzeugten Strom auch selbst nutzt. Logisch! In diesem Fall –  viel Eigenverbrauch, wenig Einspeisung – sprechen Experten von einer hohen Eigenverbrauchsquote. Diese Größe ist wichtig, wenn du die Wirtschaftlichkeit deiner Anlage bewertest.

Um autark zu sein, spielt aber auch die Größe deiner PV-Anlage und gegebenenfalls deines Stromspeichers eine Rolle. Dazu ein Beispiel: Stell dir vor, du hast eine sehr kleine Solaranlage. Deren Strom wirst du wahrscheinlich zum Großteil selbst verbrauchen. Trotzdem musst du noch jede Menge dazukaufen. Du hättest also eine hohen Eigenverbrauchsanteil – und dennoch einen geringen Autarkiegrad.

Das heißt: Um zum Beispiel auch abends oder bei Bewölkung möglichst viel eigenen Solarstrom zu nutzen und unabhängig vom Stromnetz zu sein, brauchst die eine große Anlage und einen Speicher. Allerdings wirst du dann bei sonnigem Wetter deutlich mehr produzieren, als du brauchst. Weil du deshalb mehr einspeisen musst, sinkt dein Eigenverbrauch also wieder. Doch aufgrund der Investitionskosten ist das bei einer Solaranlage halb so wild. Sprich: Zu groß kann eine PV-Anlage eigentlich kaum sein. Meist ist ohnehin das Dach der begrenzende Faktor. Bei einem überdimensionierten Speicher sieht das dagegen anders aus. Ist er zu groß und wird nicht effizient genutzt (also selten komplett be- und entladen) verringert sich die Wirtschaftlichkeit deiner Investition. 

Dein PV-System – ganzheitlich betrachtet.

Im Grunde steckt hinter dem Begriff eine neue Betrachtungsweise. Früher hatte man vor allem die PV-Anlage und ihren Ertrag im Auge. Heute geht es um wesentlich mehr: die PV-Anlage, den Stromspeicher, deinen Strombedarf und seine Verteilung im Tagesverlauf, smart vernetzte Tools, das Gebäude, seine Bewohner, ihr Verhalten – und wie das alles zusammenspielt. Infolgedessen spricht man nicht mehr von einer PV-Anlage, sondern von einem „PV-System“. Jedes Element dieses Systems ist zugleich eine Stellschraube, mit der du deine Unabhängigkeit wirksam beeinflussen kannst. Hier stellen wir dir die sechs wichtigsten vor.

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Faktor 1: Deine PV-Anlage.

Entscheidend: gute Planung

Gut geplant ist halb gewonnen. Denn die professionelle Planung deiner Solaranlage hat einen wesentlichen Einfluss auf ihren späteren Ertrag. Hier ganz kurz die wichtigsten Kriterien im Überblick:

• Dachausrichtung: Perfekt ist natürlich eine Ausrichtung nach Süden. Aber auch mit Ost-West-Dächern lassen sich längst vernünftige Ergebnisse erzielen.

• Dachneigung: Optimal sind Neigungen um die 30 Grad. Weniger als 25 oder mehr als 60 Grad können den Ertrag um ca. 10 % verringern. Bei Ost-West-Ausrichtungen sind allerdings flachere Neigungswinkel günstiger.

• Verschattung: Ganzjährige Verschattung etwa durch Bäume oder Gebäude können den Ertrag stark beeinträchtigen. Aber auch schmale Schatten (z.B. durch Strommasten) oder Schatten, die zeitlich begrenzt durch den Sonnenverlauf auftreten, können sich negativ auswirken. Von Dachgauben oder Erkern sollte – so die Faustformel – deine Anlage eine Modulbreite Abstand halten.

Wie klein oder groß soll deine Anlage sein?

Wie oben bereits gesagt: Je kleiner eine PV-Anlage, desto mehr Strom verbrauchst du selbst. Aber umso mehr Strom musst du auch aus dem Netz dazukaufen. In Sachen PV-Anlagengröße gilt daher tatsächlich: „Mehr hilft mehr.“ Denn je mehr verfügbare Dachfläche du für deine Solaranlage nutzt, desto niedriger werden die Kosten pro Kilowatt Peak (kWp)*. Die Gründe: Die Montage erfolgt oft zu hohen Fixkosten, auch die Kosten für Wechselrichter etc. sind größenunabhängig. Und: Angesichts der aktuellen Einspeisevergütung lohnt sich auch überschüssiger Strom für private Haushalte fast immer. Bei Anlagen bis 10 kWp musst du für deinen selbst erzeugten Strom übrigens keine EEG-Umlage zahlen. Bei größeren Anlagen sollte man im Einzelnen genau nachrechnen, ob es sich lohnt, über die 10-kWp-Grenze zu gehen.

Auf bewährte Technik setzen.

Unsere Empfehlung: Entscheide dich bei der Wahl der Module und des Wechselrichters für langjährig bewährte Technik. Denn im Schnitt rechnet sich ein Eigenstromsystem aus PV-Anlage und Stromspeicher nach 10 bis 12 Jahren. Das ändert sich aber, wenn etwas an deiner Anlage kaputtgeht.

Tipp für Hausbauer.

Hast du vor zu bauen oder zu renovieren? Dann lohnt es sich, auch deine PV-Anlage gleich mit einzuplanen. Denn wenn dein Haus ohnehin schon eingerüstet ist, sparst du dir die Kosten für eine erneute Einrüstung in ein paar Jahren.

Ausgereifte Technik, fallende Kosten.

Die Kosten für PV-Anlagen sind in den vergangenen Jahren stark gefallen, die Technologie ist ausgereift und bewährt. Der günstigste Zeitpunkt, um deine persönliche Energiewende zu starten, ist also tatsächlich: Jetzt!

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Faktor 2: Dein Solarstromspeicher.

Eigenstrom, auch wenn die Sonne nicht scheint.

Ein weiterer, ganz wesentlicher Schritt auf deinem Weg in die Unabhängigkeit: die Kombination aus Solaranlage und Solarstromspeicher. Denn nur so kannst du deinen selbst erzeugten Sonnenstrom auch nutzen, wenn die Sonne nicht scheint. Auf diese Weise ist es möglich, deine Eigenstromversorgung zu verdoppeln oder gar zu verdreifachen.

Typischer Verlauf der Stromerzeugung während eines Tages – und wie du ihn mit einem Speicher ausgleichen kannst.

Eine Frage der Kombination.

Wichtig ist es hier, die Speicherkapazität auf die Leistung der PV-Anlage und den tatsächlichen Stromverbrauch abzustimmen. Die Faustformel dafür lautet:

1000/1/1.

Pro 1.000 kWp Stromverbrauch • min. 1 kWp Anlagenleistung • max. 1 kWh Speicherkapazität.

Bei der Wahl der für dich passenden Kombination helfen dir Energieberatungsstellen und natürlich dein Installateur.

Lohnende Investition.

Auch die Kosten für Solarstromspeicher werden immer günstiger. Seit 2013 sind sie um ca. 50 % gefallen. Damit sind sie deutlich wirtschaftlicher als noch vor wenigen Jahren. Investierst du zum Beispiel rund 16.000 Euro für eine PV-Anlage inklusive Speicher, dann kann sich das bereits innerhalb von 10 Jahren für dich lohnen. Wichtig auch hier: Setze auf bewährte Anlagenqualität!

Lithium-Ionen oder Blei?

Blei-Akkus sind zwar günstiger als Lithium-Ionen-Batterien. Dennoch haben sich Letztere auf dem Speichermarkt durchgesetzt. Denn Lithium-Ionen-Akkus punkten gegenüber Blei ganz klar in Sachen Lebensdauer, Wirkungsgrad und Entladeverhalten (Bleibatterien lassen sich nur zu ca. 65 % entladen, Lithium-Ionen-Akkus dagegen zu 90 %).

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Faktor 3: Deine Hilfsmittel.

Leistungsoptimierer: kleine Boxen – große Wirkung?

Wird die Leistung eines Moduls durch Verschattung oder Verschmutzung beeinträchtigt, dann wirkt sich das auch auf andere Module aus. Denn sie orientieren sich immer am „schwächsten Glied“. Und hier kommen die „Leistungsoptimierer“ ins Spiel. Das sind kleine Boxen, die an den Modulen angebracht werden können – und dafür sorgen, dass zum Beispiel bei Verschattung nur die Leistung des betroffenen Moduls sinkt. Ein Test des Fachmagazins Photon ergab: Bei Schatten durch Masten oder bei horizontaler Verschattung sind hier Energiegewinne von mehr als 10 % möglich (Beispiel: 2,5-kWp-Analge mit 14 Modulen). Aber: Das Nachrüsten von Leistungsoptimierern ist teuer. Mit einer guten Planung, die zum Beispiel auch Neubepflanzungen oder benachbartes Bauland berücksichtigt, ist im Zweifel deutlich mehr gewonnen.

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Faktor 4: Dein Verhalten.

Strom verbrauchen, wenn viel davon vorhanden ist.

Dein eigenes PV-System ist eine Riesenchance, dir über deinen Stromverbrauch im Haushalt bewusster zu werden – und deinen Autarkiegrad durch ein paar kleine Verhaltensänderungen zusätzlich zu steigern. Zum Beispiel Waschmaschinen, Trockner oder Spülmaschinen: Lass diese doch einfach laufen, wenn die Sonneneinstrahlung – und damit deine PV-Strom-Produktion – am größten ist. Deine Geräte kannst du von Hand oder mit Hilfe von Zeitschaltuhren steuern. Ein absolutes Maximum holst du jedoch mit Hilfe eines Smart Meters und Smart-Home-Anwendungen heraus (siehe Faktor 5: Dein smartes Zuhause). Hier kannst Du Dich informieren, wie ein Smart Meter funktioniert.

Vorsicht vor der „Rebound“-Falle!

Seit der Erfindung der Dampfmaschine lässt es sich beobachten: Sobald wir über eine energieeffizientere Technologie verfügen, neigen wir dazu, verschwenderischer mit der vorhandenen Energie umzugehen. Dieser „Rebound-Effekt“ führt zum Beispiel dazu, dass so mancher PV-Anlagenbesitzer ständig halbvolle Waschmaschinen laufen lässt. Strom vergeuden macht aber auch bei sauberem Eigenstrom schon rein wirtschaftlich keinen Sinn. Denn du zahlst zwar nicht unmittelbar drauf – aber im Zweifel dauert es länger, bis sich deine Anlage amortisiert hat.

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Faktor 5: Dein smartes Zuhause.

Schlaue Helfer.

Wirklich smart wird dein Eigenstromsystem, wenn du es mit einem intelligenten Stromzähler – einem sogenannten Smart Meter – ausstattest. So hast du deine Stromerzeugung und deinen Stromverbrauch ständig im Blick – und kannst sie mit Hilfe eines smarten Gateways optimal aneinander anpassen. Hängen etwa Wasch- oder Spülmaschinen an smarten Steckdosen – oder verfügen sie selbst über Smart-Home-Funktionen – dann kannst du sie automatisch je nach Sonneneinstrahlung laufen lassen. Bei Wirklich Eigenstrom von Polarstern ist ein Smart Meter übrigens standardmäßig im Paket enthalten.

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Faktor 6: Deine zusätzlichen Systeme.

Noch wirtschaftlicher mit Wärmepumpe und Ladestation.

Dein PV-System lässt sich auch auf andere energietechnische Anlagen in deinem Haus abstimmen. Mit Hilfe von Wärmepumpen etwa kannst du deine Heizung bzw. dein Warmwasser mit eigenem Solarstrom betreiben. Und wenn du eine Ladestation für ein Elektroauto mit deinem Sonnenstrom betreibst, dann gestaltest du deine Mobilität wirklich emissionsfrei und umweltfreundlich. Beide Kombinationen verbessern deinen Eigenverbrauch und damit die Wirtschaftlichkeit deines PV-Systems zusätzlich. Schließlich nutzt du noch mehr deines Stroms selbst, statt ihn ins Netz einzuspeisen. In Sachen Autarkie verschiebt sich die Sache allerdings ein wenig: Betreibst du mit deinem PV-Strom eine Wärmepumpe oder eine Ladestelle, dann steigt dein Strombedarf – und du bist potenziell weniger autark. Dennoch lohnt es sich natürlich, diese Systeme mit günstigem Eigenstrom zu betreiben. Polarstern bietet dir für beides übrigens ganz spezielle Lösungen an. So kannst du den erforderlichen Reststrom mit 100 % Ökostrom zu sehr fairen Konditionen abdecken.   

> Wirklich Autostrom und Wirklich Autostrom Plus

> Wirklich Wärmepumpenstrom

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Faktor 7: Wartung und Pflege.

Keine große Sache.

Laub, Schnee oder Verschmutzung können die Leistungsfähigkeit der Module – und damit den Ertrag deiner PV-Anlage – beeinträchtigen. Im Normalfall reicht es jedoch völlig aus, die Reinigung dem Regen zu überlassen. Auch Laub und Schnee wirken sich weniger negativ aus, als man vielleicht denkt. Denn beides bleibt nicht lange auf den Modulen liegen. Anders ist es in Gegenden mit stark verschmutzter Luft, etwa durch nahe gelegene Industrie, Kamine oder Landwirtschaft: Hier kannst du deinen Eigenverbrauch durch regelmäßiges Reinigen deiner Anlage deutlich verbessern.

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Fazit: Unabhängigkeit braucht Flexibilität.

Wir sehen also: Der Grad deiner Unabhängigkeit vom Stromnetz ist ein komplexes Zusammenspiel vieler Einzelfaktoren. An all diesen Stellschrauben kannst du individuell drehen, um deine Autarkie zusätzlich zu beeinflussen. Entscheidend ist dabei, dass dir für dein PV-System individuelle Pakete zur Verfügung stehen, die ganz spezifisch auf dich, deine Situation, deinen Verbrauch und deine Anforderungen zugeschnitten sind. Polarstern unterstützt dich hier durch einen klaren Vorteil: Wirklich Eigenstrom ist die einzige Lösung in diesem Bereich, bei der du in der Wahl deiner Systeme völlig herstellerunabhängig bist. Dein Installateur kann also tatsächlich die individuell optimale Lösung für dich zusammenstellen. Die zentrale Voraussetzung für deine Unabhängigkeit ist also deine Flexibilität. Genieße sie und mach was draus. Wir helfen dir dabei!

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*kWp steht für „Kilowatt Peak“. Diese „Nennleistung“ bezeichnet die maximale Leistung einer PV-Anlage (oder eines PV-Moduls) unter bestimmten Standardtestbedingungen.

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