Polarstern-Kunden vor Ort: So läuft die Energiewende in Kambodscha | Polarstern
x

Polarstern-Kunden vor Ort: So läuft die Energiewende in Kambodscha

Von Christopher

Die Flüge sind gebucht und der Rucksack schon in Gedanken gepackt. Unser diesjähriges Urlaubsziel im November steht fest: Kambodscha! Meine Freundin Lena und ich waren 2010 während unserer Weltreise das erste Mal dort, konnten uns aber aus Zeitmangel nur die Tempelanlage Angkor Wat und seine Umgebung anschauen. Deshalb wollten wir unbedingt noch mal in dieses spannende Land reisen, um Kultur und Menschen näher kennenzulernen. 

Polarstern: Die weltweite Energiewende gemeinsam gehen

Seit letztem Jahr „verbindet“ uns noch etwas mit Kambodscha: Polarstern. Die garantieren nicht nur 100% Ökostrom, sondern fördern auch die weltweite Energiewende. Mit jedem Vertragsabschluss unterstützt Polarstern den Bau einer Biogasanlage in Kambodscha. Über Polarstern bin ich durch einen Bericht im enorm Magazin gestolpert und habe bei weiterer Recherche festgestellt, dass es sich nicht nur um ein Münchner Unternehmen handelt, sondern auch um eins, das den „Social Business“-Gedanken verfolgt –  von dem ich persönlich überzeugt bin. Das führte dazu, dass wir zuerst privat, dann Lena in ihrer Designagentur und schließlich auch noch einige unserer Freunde Polarstern als neuen Stromanbieter gewählt haben. Der positive Eindruck wurde bestätigt, als ich auf einer Veranstaltung der FH München Jakob, einen der Gründer von Polarstern, persönlich kennenlernte.

Energiewende in Kambodscha

Reiseziel Kambodscha

Deshalb kamen wir auch auf die Idee, vor unserem Urlaub Polarstern anzuschreiben und zu fragen, ob es eine Möglichkeit gäbe, das Biogasanlagen-Projekt vor Ort zu besuchen. Von Jakob kam umgehend die Antwort, dass so etwas bisher noch nicht gemacht wurde, er aber gerne beim lokalen Partner anfragen würde. Polarstern arbeitet mit dem National Biodigester Program (NBP) zusammen, welches von der kambodschanischen Regierung 2005 ins Leben gerufen wurde und sich um die Installation der Biogasanlagen kümmert. Auch das NBP war unserer Anfrage gegenüber sofort aufgeschlossen, und nach einigen E-Mails waren Termin und Ort gefunden, der perfekt in unsere Reiseroute passte. 

Polarstern in Kambodscha

Ein Land erholt sich von seiner Geschichte

Schon der erste Eindruck von Kambodscha verrät, dass wir eine großartige Zeit haben werden: Es hat angenehme 30 Grad, die Menschen lächeln einen an, und Phnom Penh versprüht diesen speziellen Charme, wie er typisch ist für südostasiatische Großstädte. Zwei Sachen fallen jedoch sofort auf: der Müll und die Armut. In den nächsten zwei Wochen verstärkt sich der Eindruck, dass sich beides im Vergleich zu unserem letzten Besuch verändert hat. Die Armut scheint gesunken, das Müllaufkommen dafür gestiegen zu sein. Beides hängt auch mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der letzten Jahre zusammen. Die Kambodschaner sind ein fleißiges Volk, das sich nach und nach von seiner schwierigen Geschichte erholt und für seinen Fortschritt arbeitet. Müllvermeidung und Umweltschutz sind da nicht gerade die Fokusthemen – oder noch nicht. 

Energiewende weltweit

Stadt und Land

In Phnom Penh besuchen wir unter anderem die nahegelegenen Killing Fields – Massengräber aus der furchtbaren Diktatur unter den roten Khmer von 1975 bis 1979, welche uns verdeutlichen, wie einschneidend diese Zeit für Kambodscha war. Es gibt fast keinen Kambodschaner, der nicht ein Familienmitglied oder Freund verloren hat. Umso beeindruckender ist es, mit welcher Lebensfreude und positiven Einstellung die Menschen heute ihren Alltag bestreiten und in die Zukunft sehen. 

Nach zwei Tagen Hauptstadt brechen wir ins ländliche Kambodscha auf, um möglichst viele Facetten des Landes zu sehen.  Wir reisen entlang des Mekong in der Provinz Kratie, fahren in den Dschungel von Ratanakiri, das Hochland von Mondulkiri und an die Strände von Koh Ta Kiev. Während man in Phnom Penh den Fortschritt mit allem Für und Wider spürt, ist das Leben auf dem Land drei Schritte langsamer, einige Dezibel leiser und noch im Einklang mit der Natur. Aber trotz der Bescheidenheit machen die Menschen einen zufriedenen und glücklichen Eindruck. Die Offenheit der Menschen ist hier sogar noch stärker als in Phnom Penh. So viele lachende Gesichter wie in den 17 Tagen Kambodscha habe ich in Deutschland in den letzten zwei Jahren nicht mehr gesehen. 

Energiewende Polarstern

Besuch beim Biogasanlagen-Projekt

Am Ende unserer Reise besuchen wir die Farmer, die am Biogasanlagen-Projekt mitmachen. An einer Kreuzung im Middle of Nowhere in der Provinz Takeo werden Lena und ich von den NBP-Mitarbeitern Khlok Hymany und Khim Vuthy abgeholt. Über ungeteerte Straßen geht es tief ins Landesinnere, wo es weder Straßennamen noch Hausnummern gibt, und wir nach einer falschen Abzweigung kurz die Orientierung verlieren.  So ist es nicht leicht das Dorf Roshey Chom zu finden, wo der Reisfarmer Cheng Orn mit seiner sechsköpfigen Familie lebt. Aber als wir ankommen, warten bereits ein Dutzend Erwachsene und neugierige Kinder auf uns. Für sie ist unser Besuch genauso ein Highlight wie für uns. Mit Stolz zeigt uns der Bauer Cheng Orn seine zwei Holzhäuser, sein Vieh, seine angrenzenden Reisfelder und seine neue Biogasanlage. 

Energiewende NBP

Eine sinnvolle Energieversorgung

Wie die meisten ländlichen Haushalte kochte Cheng Orns Familie früher auf Feuer. Das nötige Holz mussten seine Kinder sammeln oder es wurde dazugekauft. Licht gab es nur mit Batterien, und eine Toilette, wie wir sie kennen, war auch nicht vorhanden. Dann gab ein befreundeter Farmer Cheng Orn den Tipp mit der Anlage, und heute produziert Cheng Orn täglich genügend Gas-Energie zum Kochen und Lichtmachen. Mit dem Kot seiner elf Kühe, den Dutzend Hühnern und Enten und seiner Hunde wird die Biogasanlage betrieben. Die Schlacke, die beim Gärungsprozess als Abfallprodukt entsteht, eignet sich sowohl als Tierfutter als auch als Dünger, der wiederum deutlich höhere Erträge auf seinen Reisfeldern bringt und den Lebensstandard seiner Familie deutlich verbessert hat. Das Kochen und Lichtmachen verursacht weder Extra-Kosten noch mehr Aufwand, da alles über Gasleitungen angeschlossen ist. Nur auf die neue Toilette, die ebenfalls an die Biogasanlage angeschlossen ist, will Cheng Orn nicht näher eingehen – völlig, o.k. finde ich, man muss ja auch nicht alles thematisieren ;). 

Biogas Energiewende Polarstern

Die Biogasanlagen sind einfach und robust

Neben den offensichtlichen Vorteilen der Anlage, sind wir vor allem vom Nachhaltigkeitsgedanken des Biogasanlagen-Programms beeindruckt. Das Entwicklungszusammenarbeits Programm NBP kümmert sich nicht nur um die Installation der Anlage, sondern auch um die Schulung der Familien, sodass neben der richtigen Nutzung auch die Langfristigkeit durch Anlagenwartung im Vordergrund steht. Die Anleitung dafür ist einfach und in Bildern dargestellt. Selbst Lena und ich haben das System ohne jegliche Khmer-Kenntnisse verstanden. Die Biogasanlage kann ohne zusätzliche Wartungskosten bis zu 25 Jahre genutzt werden. 

NBP Energiewende

Weltweite Energiewende nachhaltig, zu einem kleinen Preis

Die kleinste Anlage kostet etwa 500 US-Dollar, wobei 150 USD vom NBP bezuschusst werden und der restliche Betrag vom Farmer aufgebracht werden muss. Hier hat der Farmer die Option die restlichen 350 USD über einen Mikrokredit zu fairen Konditionen bei einem kooperierenden Institut zu bekommen. Die Energiewende-Unterstützung von Polarstern fließt in diese 150 USD, die NBP den Farmern als Fördermittel zur Verfügung stellt. Eine Biogasanlage kann fast überall installiert werden, weil der Platzbedarf gering ist, und es dauert nur ein bis zwei Wochen bis die Anlage in Betrieb genommen werden kann. 

Biogasanlagen in Kambodscha Polarstern

Nachdem uns drei Generationen der Cheng Orn-Familie winkend verabschieden, besuchen wir zwei andere Familien, bei denen die Biogasanlagen gerade im Bau sind. Stolz zeigen sie uns ihre fast fertigen Anlagen. Wir dürfen sogar in eine hineinsteigen.

Biogasanlage Kambodscha

Energiewende: Nicht teurer als eine Kuh

Unser Eindruck vom Biogasanlagen-Programm: Die Anlagen sind fürs ländliche Kambodscha eine wirkliche nachhaltige Lösung. Denn während die Städte Phnom Penh oder Siem Reap eine rasante Entwicklung durchleben, und selbst WLAN fast an jeder Ecke zum Standard gehört, sind die meisten Gegenden auf dem Land noch nicht ans Strom- oder Abwassernetz angeschlossen. Und selbst wenn, ist Strom für die einfachen Reisfarmer einfach zu teuer. Städter mit Geld machen sich vielleicht Gedanken, welches Smartphone sie haben wollen, die Landbewohner hingegen versuchen ihren Lebensstandard eher mit besseren Ernteerträgen und häuslicher Ausstattung zu erhöhen. 350 Dollar für die Anlage sind für die Bauern zwar viel Geld, aber wenn man die Summe mit dem Preis für eine Kuh vergleicht (mehr als 1000 USD), nicht unrealistisch. Außerdem ist die Biogasanlage wie ein Statussymbol, da sie für Fortschritt, die Verbesserung von Lebensqualität und die Energiewende steht. Über die hervorragende Arbeit des NBP und Mund-zu-Mund-Propaganda der Biogas-Farmer verbreitet sich allmählich die Idee der Biogasanlagen. Zum Schluss sei auch noch erwähnt, dass alle Biogasanlagen durch lokal verfügbare Materialien in Kambodscha hergestellt werden. 

NBP Biogasanlage im Kambodscha

Nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit

Am Ende haben wir ein Energiewende-Projekt besucht, bei dem es sich eben nicht um „blinde“ Entwicklungshilfe handelt, sondern um Entwicklungszusammenarbeit bei der alle involvierten Parteien sich der Verantwortung der nachhaltigen weltweiten Weiterentwicklung bewusst sind und diese auf beeindruckende Weise umsetzen. 

Wir sind aus Kambodscha mit vielen fantastischen Eindrücken zurückgekehrt, die erst mal verarbeitet werden müssen. Jedoch nehmen wir zwei Haupterkenntnisse mit: 

1. Das war nicht unser letzter Besuch in Kambodscha: Wir haben uns in Land und Leute verliebt und werden wiederkommen! 

2. Die Unterstützung von Polarstern, bzw. den Polarstern-Kunden kommt an und macht einen Unterschied - toll, dass wir uns hiervon persönlich überzeugen durften. 

Wir möchten deshalb nochmals zum Schluss allen Personen danken, die diese unvergessliche Erfahrung möglich gemacht haben: 

* Hoem Sambath: „Unser Terminkoordinator“ von NBP
* Khlok Hymany: NBP; holte uns ab; erklärte die technischen Aspekte der Biogaslanage
* Khim Vuthy: Machte uns mit den Familien vor Ort bekannt; übersetzte; wusste (meistens) wo’s lang geht ;)
* Cheng Orn: Biogas-Farmer, der uns seine Familie & seine Farm vorstellte
* Zwei weiteren Biogas-Farmer + Familien
* Jakob von Polarstern: Der hat das alles überhaupt erst möglich gemacht

Vielen herzlichen Dank!

Chris & Lena

Teilen Tweeten Mailen
Zu Ökostrom wechseln
Zu Ökogas wechseln
Chat

Fragen? Klick hier und stelle sie per WhatsApp, iMessage, SMS oder Telefon.

Wirklich Ökostrom
Franziska Willkommen bei Wirklich Ökostrom

Lass uns gemeinsam deinen Monatsbetrag berechnen.

Lass uns gemeinsam deinen Monatsbetrag berechnen.

1. Meldest du dich privat, als Firma oder als Verein an?
2. Wie lautet deine Postleitzahl?

3. Schätz deinen Stromverbrauch. 3. Schätz deinen Stromverbrauch.

Am einfachsten anhand deiner letzten Gasrechnung. Da steht’s drauf. Wenn du mehr als 100.000 kWh im Jahr verbrauchst, machen wir dir ein persönliches Angebot. Kontakt Am einfachsten anhand deiner letzten Stromrechnung. Da steht’s drauf. Wenn du mehr als 100.000 kWh im Jahr verbrauchst, machen wir dir ein persönliches Angebot. Kontakt

Am einfachsten anhand der Personen, die bei dir zu Hause wohnen:

Am einfachsten anhand deiner ungefähren Wohnungsgröße:

m2

Oder anhand deiner letzten Stromrechnung. Da steht’s drauf.

kWh/Jahr

NT kWh/Jahr

Garantie: Du zahlst nur, was du wirklich verbrauchst. Deinen Abschlag passen wir immer entsprechend an.

Abbrechen