Nachhaltig Ernähren: Huhn & Ei | Polarstern
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Nachhaltig Ernähren: Eier und Hühnerfleisch

Oder: Ich wollt' ich wär ein Huhn, kein Hahn.

Wenn es ein Fazit aus meinem veganen Selbstversuch gibt, dann das: Es lohnt sich, über den eigenen Nahrungsmittelkonsum nachzudenken. Ein einfaches „Ist das Fleisch glücklich gestorben, kann ich es frohen Mutes essen.“ reicht da nicht. Denn: Gerade bei Lebensmitteln, die das Vegan-Sein vom Vegetarier-Sein unterscheiden (wie Milch, Butter, Eier, Käse, Joghurt), muss für die dunklen Seiten der Lebensmittelgewinnung noch ein Bewusstsein geschaffen werden. Zum Beispiel: Das Frühstücksei. Letzten Sonntag beim Brunch fragte mich der kleine Sohn eines Freundes plötzlich: „Du, Lena, das Ei hat doch eine Henne gelegt. Und was macht dann der Hahn? Wird der dann ein Hendl?“ Eine naheliegende Frage, die viel zu selten gestellt wird und die gar nicht so einfach zu beantworten war. Das Ergebnis meiner Recherche im Anschluss lest ihr nun hier. Als Plädoyer für das Huhn und die Forschung. Und warum engagieren auch wir bei Polarstern uns für Hühnerbauern mit innovativen Ansätzen? Weil wir beide Pioniere sind. Und Pioniere müssen zusammenhalten.

Hühnerhaltung Hahn

Fraglicher Fortschritt in der Hühnerhaltung: Legehybride und Masthybride

Das Problem der heutige Hühnerhaltung gestaltet sich folgendermaßen: In den meisten Betrieben, die auf die Produktion von Eiern spezialisiert sind, werden ausschließlich Legehennen gehalten. Diese liefern kein Fleisch, nur Eier – dafür wurden sie aus unterschiedlichen Rassen zu sogenannten Legehybriden zusammengezüchtet und auf’s Eierlegen optimiert. Entsprechend gibt es auch Hühner und Hähne die besonders viel Fleisch ansetzen und für's Schlachten gezüchtet werden. Das sind die Masthybride. Weil nun Hochleistungs-Hühner nicht beides gleichzeitig können – viele Eier legen und viel Fleisch ansetzen – gibt es also Betriebe für Fleisch und Betriebe für Eier. In den einen Betrieben leben Hühner und Hähne. In den anderen nur Hühner. Denn Hähne können keine Eier legen. Daran ließ sich auch durch gezielt Zucht nichts ändern.

Huhn

Unterschied Huhn zu Hahn: Ein männliches Küken schlüpft – und wird aussortiert

Das ist das eine Problem. Das andere Problem ist, dass Legehybride so hochgezüchtet sind, dass sie für die Weiterzucht nicht geeignet sind. So kaufen die Bauern immer wieder neue Küken bei speziell auf Mast- oder Legehybride spezialisierten Brütereien ein. In Deutschland ist dabei Lohmann unangefochtener Marktführer: „Für jede Haltungsform das geeignete Huhn – für jeden Markt das richtige Ei“. Ein Legehennenbetrieb kauft allerdings nur weibliche Küken. Die Hähne unter den Legehybriden werden noch in der Brüterei aussortiert. Sie sind für die Weiterproduktion nutzlos und werden direkt vergast oder vermust. Die vergasten Küken werden frisch oder tiefgefroren an Zoos, Falknereien und Tierhandlungen verkauft, die mittlerweile fest mit dieser Futtermittelquelle rechnen. Gibt es Kükenbrei, wird der zu Tiermehl weiterverarbeitet. Keine schöne Vorstellung beim Brunch. Entschuldigung, dass ich das erwähne? Nein. Das ist gängige Praxis in konventionellen wie biologisch wirtschaftenden Betrieben. Ob Bio-Frühstücksei oder nicht, hängt von der späteren Haltung der Legehenne ab – nicht vom Umgang mit dem Küken, das sie mal war.

Huhn Hahn

Der Preis für Eier und Hühnerfleisch ist die Herausforderung

Doch es gibt bereits Betriebe, die sich für die Gleichberechtigung von Henne- und Hahn-Küken einsetzen. Ein Traum wäre: Wir machen die Überzüchtung der Hühner in Richtung Fleisch (Masthybride) und in Richtung Ei (Legehybride) wieder rückgängig. Wir leben mit Hühnern, die uns sowohl mit Eiern als auch mit Fleisch versorgen können. Das Huhn legt die Eier, der Hahn wird zum Hendl. „Zweinutzungshühner“ nennt man das. Die Schwierigkeit hier: Wir haben uns an bestimmte, sehr niedrige Preise für Eier und Hühnerfleisch gewöhnt. Ein „normales“ Huhn legt aber nun mal viel weniger Eier, ein „normaler“ Hahn setzt viel weniger Fleisch an, als unsere Zuchtvarianten. Und damit steigt der Preis für Händler und Verbraucher. Zudem steigt der Futterverbrauch der Betriebe, würden alle Hähne gemästet werden, erheblich an. Schließlich haben wir Masthybride so gezüchtet, dass sie aus wenig, aber eiweißreichem Futter möglichst viel Fleisch machen. Die Nahrungsmittelkonkurrenz zwischen Mensch und Tier ist auch an dieser Stelle ernst zu nehmen und guter Rat teuer. So funktioniert eine Zweinutzungshuhnhaltung bisher nur in Kleinstbetrieben mit regionaler Vermarktungsstrategie. Das bedeutet, nur dort, wo die Eier und Hendl direkt vom Bauern im eigenen Hofladen verkauft werden – und der Kunde Zeit und Interesse mitbringt, sich den hohen Preis erklären zu lassen. Im Supermarkt treffen derart teure, stark erklärungsbedürftige Eier und Hendl bisher auf keinen Markt. Man kauft Bio-Freiland-Eier und entscheidet sich gegen das Wiesenhof-Huhn. Das muss reichen. Aber wie lässt sich die Eierproduktion dennoch revolutionieren? Ein Weg wäre die Geschlechtsbestimmung des unbebrüteten Eies. Für Legebetriebe werden nur noch die Hennen ausgebrütet. Ein vielversprechendes Konzept, an dem bereits auf Hochtouren geforscht wird.Wir dürfen gespannt sein.

Hühner Biohennen

Gehen wir die Eierrevolution gemeinsam an!

Solange die Forschung noch läuft, gehen Bio-Bauern bereits zur eigenen Junghennenaufzucht über. Ein erster Schritt. Was wir derweil tun können? Sie unterstützen, indem wir jetzt schon Eier von Betrieben kaufen, die sich für diese andere, bewusste Eierproduktion einsetzen. Wie die Biohennen. Deren Eier gibt’s im ganz normalen Supermarkt für gar nicht viel mehr Geld. Zusätzlich hilft es natürlich, wenn wir unseren eigenen Fleischkonsum reduzieren, auf sehr bewussten Verzehr umstellen und so Futter für Milliarden weniger Tiere produzieren müssen. Nur gemeinsam können wir den Bauern den Weg wieder zurück zu einer möglichst natürlichen Zucht ebnen. Also: Nicht lang reden – anfangen! Was die Herstellung von tierischen Produkten angeht, brauchen wir zukunftsorientierte, praktikable Lösungen für Bauern, Händler und Verbraucher. Denn solange die männlichen Küken ein geduldeter Fehler im System der Eierproduktion sind, mag ich mein konventionelles Frühstücksei nicht mehr so recht genießen. Von Eiern in Nudeln, Desserts oder Gebäck mal ganz abgesehen.

 

Du willst diese Entwicklung unterstützen? Und Dir gefällt Polarstern? Dann haben wir für Dich und alle Deine Freunde das perfekte Paket geschnürt: Polarstern unterstützt mit jedem neuen Kunden, der unter dem Aktionscode "biohennen" zu Wirklich Ökostrom oder Wirklich Ökogas von Polarstern wechselt das Projekt "Biohennen und Tierschutz" der Biohennen AG mit 20 Euro.

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