Energie gewinnen aus Blitzen? | Polarstern
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Blitze zur Energiegewinnung nutzen?

Ein Unwetter – und tausende Haushalte haben Strom. Echt? Nein. Leider umgekehrt. Diesen Sommer erlebten wir extrem viele Gewitter und die führten zu Stromausfällen landauf, landab. Warum eigentlich? Haben wir nicht schon in der Schule gelernt, dass Gewitter jede Menge Energie enthalten? Könnten wir nicht einfach Blitze ernten und damit uns leuchten, wärmen, kochen? Wäre eine super alternative Energiequelle.

Denn die Wetterlage ist eine Tatsache: Es waren wirklich mehr Gewitter in diesem Jahr. Und es sind in jedem Jahr mehr. Zukunftspotential für erneuerbare Energien! Aber warum? Mit der zunehmenden Erwärmung unserer Atmosphäre durch den Klimawandel gibt es mehr Verdunstung. Mehr Verdunstung, mehr Regen. So haben sich die Tage mit Starkregen (mehr als 30 Millimeter) seit 1879 verdoppelt. Nicht schlagartig, sondern peu à peu über die letzten Jahre. Und wenn es wärmer wird, gibt es auch mehr Blitze, so Wolfgang Fricke vom Meteorologischen Observatorium des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Unser Wetter wird insgesamt immer extremer.

Wie können wir daraus nun einen Nutzen ziehen? In „Zurück in die Zukunft“ nutzt Doc Brown schließlich auch die Energie eines Blitzeinschlags, um Marty in seinem De Lorean zurück ins Jahr 1985 zu katapultieren. Da muss doch etwas in Richtung erneuerbare Energie gehen!

Ein Blitz hat eine Leistung von ca. 1,21 Gigawatt. Könnte man die Energie des Blitzes speichern, würde sie für die Versorgung einer Kleinstadt reichen. Schade nur, dass die durchschnittliche Dauer eines Blitzes bei 2 Millionstelsekunden liegt. Das ergibt wiederum nur eine Energie von 0,000672 Kilowattstunden. Ganz schön wenig. Die Zerstörungskraft eines Blitzes ist somit allein darauf zurückzuführen, dass beim Einschlag die Energie in extrem kurzer Zeit frei wird. Würde man die elektrische Energie des Blitzes dagegen gleichmäßig verbrauchen, könnte man damit maximal ein Ei kochen. Das war’s. Ok, das scheint dann doch nicht ganz ausreichend für erneuerbare Energiequelle. 

Dr. Martin A. Uman, Co-Direktor am Lightning Research Laboratory der Universität von Florida erklärt dieses Phänomen so: „The energy is in the thunderstorm. A typical little thunderstorm is like an atomic bomb’s worth of energy. But trying to get the energy from the bottom of the lightning is hopeless.“ Denn im Blitzkanal wird die elektrische Energie in Wärme, Licht und Druckwellen umgewandelt. Am Einschlagsort selbst bleibt dadurch nur noch ein Bruchteil der ursprünglichen Energie übrig. Trotzdem: „Klar ist, dass die Energie, die sich in einem Blitz entlädt, schon zuvor woanders vorhanden ist.“ So kommentiert der Kernphysiker Ralph P. Schorn vom Forschungszentrum Jülich – und schürt damit meine Hoffnungen. Und die der „Hygroelektriker“. Wie können wir Energie aus der Luft ernten? Irgendwie muss das doch gehen! Eine regenerative Energiequelle für die Zukunft jenseits von Schiefergas und Teersand. Eine echte Alternative. Wenn’s donnert, geht das Licht an. Ich liebe Gewitter. Vor allem die Tropen, wo es schön heiß und nass ist, wären für meine Visionen für weitere erneuerbare Energien gut geeignet. Dort warten gleichzeitig immer mehr tropische Stürme darauf, von uns gemolken zu werden. Entsprechende Webseiten haben mir verraten: Könnte man die Energie eines Hurricans auch nur einen Tag lang speichern, würde sie ausreichen, um für ein halbes Jahr lang die ganze USA zu versorgen! Wahnsinn. Ende April 2011 haben mehr als 150 Tornados in kürzester Zeit in Alabama, Georgia, Mississippi und Tennessee mehr als 320 Menschenleben gefordert. Da muss es doch jedem Tüftler in den Fingern jucken – hier liegt sozusagen die Entdeckung des Wirkstoffs gegen HIV der Energieindustrie! Eine völlig neuartige Energiequelle. Hier kann man sich noch unsterblich machen! Einen Nobelpreis gewinnen! Was für eine Entdeckung: Energie aus Luft! Meine Augen leuchten.

Im Jahr 2006 startete die amerikanische Alternate Energy Holdings, Inc. (AEHI) ein großes Projekt. Obwohl auch renommierte Lohas-Blogs von der Idee begeistert waren musste Donald Gillispie, C.E.O., nach einer dreijähriger Modell-Phase 2009 dann doch zugeben: “Quite frankly, we just couldn’t make it work.” Jetzt baut AEHI lieber wieder Atomkraftwerke. Ist zuverlässiger. Und den Müll stufen sie als unbedenklich ein. Unglaublich. Ärgerlich.

Was Amerika bleibt, ist seine Kunst. Aber so schnell mag ich nicht aufgeben. Wenn irgendwer von neuen Blitz-Energie-Projekten hört: Her damit! Ich bin so gespannt! Außerdem bin ich mir sicher, dass wir noch viel mehr erneuerbare Energiequellen haben, als wir bisher nutzen. Wer kennt welche? Wer hat  gute Ideen, die Welt zu verbessern? Erzählt doch mal davon! Und wenn’s gleich wieder blitzt: Füße zusammenstellen, in die Hocke gehen, Arme am Körper halten, den Kopf einziehen, eine Vertiefung aufsuchen. Schönen Sommer Euch!

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