Heizung: Wie viel CO2 dein Brennstoff verursacht

Unser Heizen ist einer der Hauptverursacher für die weltweiten CO2-Emissionen. Manche Brennstoffe tragen mehr, andere weniger oder so gut wie gar nicht dazu bei. Erfahre, wo du stehst und welche Möglichkeiten du hast, deine CO2-Bilanz beim Heizen zu verbessern.


Inhalt:


 

Kein Tier ist der Natur so ausgeliefert wie der Mensch. Ohne Fell und Federn kann er sich nur künstlich wärmen. Dazu braucht er Material für die Heizung: Holz, Kohle, Öl, Gas oder Strom. Leider erwärmen die Brennstoffe nicht nur unsere Wohnungen, sondern die Erde gleich dazu. Allein in Deutschland sind laut Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit rund 85 % der CO2-Emissionen energiebedingt. Wie sehr der Einzelne dazu beiträgt, hängt ganz davon ab, mit was zu Hause geheizt wird. Wie groß der Unterschied sein kann, zeigt die Grafik. 

 

CO2-Bilanz von Öl und Gas.

Öl- und Gasheizungen sind nach wie vor die gängigen Heizsysteme – wobei die CO2-Bilanz von Öl noch schlechter ist als die von Erdgas. Ein Einfamilienhaus, in dem mit Öl geheizt wird, verursacht rund 3,29 Tonnen CO2 im Jahr, mit Erdgas etwa 2,59 Tonnen CO2. Gasnutzer können natürlich ihre CO2-Emissionen durch den Wechsel zu Ökogas senken. Das gilt auch für Mieter in Mehrparteienhäusern, die über einen eigenen Gaszähler verfügen. Allerdings sollte man beim Biogastarif genauer hinsehen. Echte Biogasangebote aus 100 % erneuerbaren Energien sind rar – im Markt machen sie gerade mal einen Anteil von 4 % aus. Die meisten als Biogas deklarierten Tarife sind eigentlich Erdgasangebote. Der Etikettenschwindel ist erlaubt, weil sich der jeweilige Biogasanbieter verpflichtet, das durch die Erdgasproduktion entstandene CO2 mit Klimaschutzprojekten zu kompensieren. Deshalb nennt man diese Angebote auch Klimatarife. So gut wie ein neues Aufforstungsprojekt auch ist – die Energiewende im Wärmemarkt fördert man dadurch nicht. 

Eine der wenigen wirklich echten Angebote im Markt ist Wirklich Ökogas von Polarstern. Wer es bestellt, verursacht praktisch kein CO2 mehr fürs Heizen. Denn zur Ökogaserzeugung werden nur Reststoffe genutzt, die bei der Verarbeitung von Zuckerrüben zu Zucker anfallen. Dabei wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie die Pflanzen im Laufe ihres Wachstums aus der Atmosphäre aufgenommen haben. Weil die Reste über ein Lieferband direkt aus der Zuckerfabrik in die Biogasanlage befördert werden, fällt auch kein CO2 für den Transport der Biomasse an. 

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Heizen mit Strom – wirklich unnötiges CO2.

Wärmepumpen.

Der Bundesverband der Wärmepumpen gibt auf seiner Homepage eine derzeitige CO2-Ersparnis durch Wärmepumpen von 11.769.014,3 Tonnen an (Stand 17.1.2019). Ob Haushalte am Ende aber tatsächlich CO2 einsparen, hängt stark von der Wahl des Stromtarifs ab. Denn mit der Nutzung einer Wärmepumpe verdoppelt sich nicht nur der Stromverbrauch, sondern auch der CO2-Ausstoß, sofern die Wärmepumpe mit Kohlestrom betrieben wird. Jährlich fallen so 1,98 Tonnen CO2 an, die man locker vermeiden kann. Der Wechsel zu Ökostrom geht zu einfach, sicher und schnell, um dieses Klimaschutzpotenzial zu verschenken. Wer mit Strom klimaneutral heizen möchte, muss nicht gleich das Heizsystem auszutauschen, sondern kann einfach nur den Stromanbieter wechseln. 

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Nachtspeicherheizungen.

Das gilt auch für die rund 1,4 Millionen Haushalte in Deutschland, die laut statistischem Bundesamt mit einer Elektroheizung heizen. Eine Nachtspeicherheizung verursacht mehr als doppelt so viele CO2-Emissionen wie eine Gas- oder Ölheizung, wenn der Haushalt Kohlestrom nutzt. Laut Umweltbundesamt verursachte eine Kilowattstunde Strom aus konventioneller Erzeugung 2017 im Schnitt etwa 489 Gramm CO2. Da kommt richtig was zusammen. Dabei könnten es genauso gut 0 sein. Alles eine Frage der Entscheidung für den Anbieter. 

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Heizen mit Holz.

Holz als Brennstoff für die Heizung wird auch in den Industrieländern wieder beliebter. 2018 waren laut statista etwa 465.000 Pelletheizungen in deutschen Haushalten installiert. Zwar wird bei der Nutzung von Holzpellets nur so viel CO2 freigesetzt, wie die Bäume zuvor aus der Atmosphäre aufgenommen haben. Die hervorragende Ökobilanz ist aber dahin, sobald mehr Bäume abgeschlagen werden, als nachwachsen können. Tatsächlich ist die weltweite Abholzung einer der Hauptgründe für den Treibhauseffekt.

 

Einfluss von Gebäude, Heizung und Heizverhalten. 

Neben dem Einfluss der Brennstoffe liegt ein enormes Potenzial, CO2 zu sparen, bei Heizungen und Gebäuden. Laut Energieberatung co2online könnten in Deutschland bis 2020 rund 31 Millionen Tonnen CO2 allein durch Dämmmaßnahmen und der Modernisierung von Heizsystemen in Gebäuden eingespart werden. Nicht jeder hat einen Einfluss darauf, mit was er heizt. Die meisten Mieter in Bestandsgebäuden könnten wahrscheinlich nicht einmal sagen, welcher Brennstoff in ihrem Haus genutzt wird. Es kann trotzdem jeder etwas tun – am eigenen Verhalten soll es nicht liegen. Der richtige Umgang mit der Heizung drückt nicht nur die Heizkosten, sondern auch die persönlichen CO2-Emissionen. Und eigentlich geht das ziemlich einfach.

>>> Zu unseren einfachen Heiztipps, die wirklich was bringen. 

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