Glück, Entwicklungsländer und First-World-Problems | Polarstern
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Glück, Entwicklungsländer und First-World-Problems

Der letzte Glücksblog serviert heute: große Probleme. Schon wieder auf dem Smartphone vertippt? Wlan zu langsam? Zalando die Schuhe zu klein geliefert? Starbucks-Becher zu heiß? Manche Menschen empfinden schon Glück, wenn sie keine Probleme haben. Andere sehen in Problemen essentielle Chancen. Eine Frage bleibt: Was ist ein Problem? Ab wann darf es sich ein Problem nennen? Und – sind Probleme ortsabhängig? 

Glücks Maßstab: Gewohnheitstiermensch

Der Mensch ist ja ein bisschen so, dass er sich an sein Umfeld anpasst. Wir gewöhnen uns also an fast alles. Einerseits schön (weil alles doch nicht so schlimm), andererseits aber verlieren wir dadurch unseren Maßstab. Und damit auch unseren Glücks-Maßststab: Wäre es also ein Problem für unser Glück 15 Minuten zu einem Abendessen mit Freunden mit dem Rad durch die Kälte zu fahren? Immerhin hätten wir ein Abendessen. Und ein Rad. Und Freunde. Früher war allein mein Weg zur Uni in München schon 15 Radminuten – das war nichts. Heute lebe ich in einer Kleinstadt und denke mir: Wie bitte, 15 Minuten?! Das ist ja viel zu weit! 

First-World-Problems

Und so entstanden die First-World-Problems: Tag zu hell, Dinner zu wenig Salz, Bier abgestanden, Lieblings-Fußballteam verliert, Mücke im Schlafzimmer, Bananenfäden, das Klebepapier auf Brotlaiben, Kakaopulver löst sich nicht in der Milch auf, oder das ultimative WORST THING EVER. Ich muss aber auch sagen: Diese Probleme haben alle ihre (wenn auch nicht zu glorifizierende) Berechtigung, so blöd das klingt, eben weil wir unsere Maßstäbe anpassen. Auch jemand mit einer schlimmen Vergangenheit wird sich irgendwann an einer Kleinigkeit stören, da gehe ich jede Wette ein. 

Hat jedes Problem seine Daseinsberechtigung?

Noch ein Beispiel, warum in meinen Augen auch kleine Probleme existieren dürfen: Ein spanischer Menschenrechtsphilosoph hatte einmal die Frage aufgeworfen: Wenn Meinungsfreiheit oder Recht auf Nahrung ein Menschenrecht ist, kann dann nicht auch ein Auto eines sein? Das Argument ging so: In den industrialisierten Staaten sind Autos zwar eher als Statussymbole angesehen, in den USA stehen sie für absolute Freiheit. Aber: Würde man Autos aus unserer Gesellschaft löschen, würde sofort alles zusammenbrechen – und viele Menschen verarmen oder sterben. Beispiel Lebensmittelversorgung, Güterverkehr, Jobs, Pendeln, etc…  Das Fazit: Menschenrechte sind zwar universell, für alle, aber eben auch kontextabhängig. Ich denke das gleiche gilt für Problem-Maßstäbe.

Entwicklungsländer: Glück in process?

Das einzige, das man tun kann, ist seinen eigenen Maßstab zu reflektieren, ständig und sich der Veränderung bewusst werden. Dabei hilft immer ein Blick an andere Orte der Welt, in denen die Leute existenzielle Probleme haben und ein anderer Maßstab gilt. (Wie viel der Fernseher und das kleine Problemchen dann wirklich wert sind, ist eine andere Frage.)

Eine Studie von Andrew J Oswald ist relativ bekannt geworden als sie u.a. argumentierte: In Entwicklungsländern sind die Menschen – unabhängig vom ökonomischen Wohlstand – genauso glücklich oder gar glücklicher als wir hier. Wie er das untersucht hat, steht hier. Aber es zeigt uns eine altbekannte Tendenz: Wohlstand ist nicht alles, Geld ist nicht alles. Jetzt sind mir fast die Finger beim Schreiben dieser Wörter eingeschlafen, aber stimmen tut es einfach – immer noch.

First-World-Problems Glück

First-World-Problems im Netz

Wer sich online mal angucken möchte, was die Welt so über First-World-Problems denkt, kann ein paar unterhaltsamen Twitter-Accounts folgen, oder Facebook-Gruppen, oder Videos wie diesen hier

Ein Stück zum Glück: Unabhängige Energie

Durch unsere Kooperation mit Bauern in Kambodscha haben wir gelernt: Energie hat auch unweigerlich mit Glück zu tun. Bei uns, wie auch in Entwicklungsländern: Unabhängigkeit von staatlichen Energiepreisen (die in Kambodscha relativ hoch sind – mehr zum Thema gibt es in unserem Interview mit einem Mitarbeiter des Biogasprogramms in Kambodscha!). Die Biogasanlagen, bei deren Bau wir die Bauern unterstützen, schaffen Licht zum Lernen für die Kids, auch noch wenn es dunkel ist. Geheizt und gekocht werden muss nicht mehr mit Holz, was der Umwelt gut tut und ätzenden Rauch aus den Häusern verbannt. Win-Win aus Glückssicht würde ich sagen. 

Ein neuer Glücks-Maßstab: Starte jeden Tag, als wäre es…

Also, ja, es stimmt: Wir haben ein paar Probleme, große und kleine, viele Sachen laufen nicht rund. Aber es ist wichtig, wenn man ein Problem definiert, den Blick fürs Ganze nicht zu verlieren. Ich hatte neulich das Glück in einem Thai-Restaurant auf der Toilette auf einen schönen Satz zu stoßen. Er sagte: „Starte jeden Tag, als wäre es Absicht.“ Da hingen ein paar Pflanzen daneben und ein leeres Goldfischglas und irgendwie fand ich das super: Das ist nämlich genau das, was wir hier mit unserem Glück tun sollten. 

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