Glimpse Clothing: Mit Mode gegen Menschenhandel | Polarstern
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Glimpse Clothing: Mit Mode gegen Menschenhandel

Vor zwei Jahren starteten Teresa, Nathalie und Simon das nachhaltige Mode-Label Glimpse Clothing. Seitdem begeistern die Stuttgarter nicht nur mit richtig schönen Designs; sondern setzen wirklich ein (Fashion-) Statement gegen den Menschenhandel. In ihrer Nähwerkstatt in Mumbai bilden sie Frauen, die zuvor von Menschenrechtsorganisationen aus der Zwangsprostitution befreit wurden, zu professionellen Näherinnen aus. So bekommen die Frauen eine Chance auf sozialen Aufstieg, Selbstbestimmung und Wertschätzung –  und wir in Deutschland faire, ökologische und wirklich schöne fairtrade Kleidung. Jedes Glimpse-Stück trägt die Geschichte einer Näherin. Wenn du es anziehst, auch du. Wir sprachen mit Glimpse Co-Gründer Simon Schaller über seine Arbeit, die er mit seinen Kolleginnen ehrenamtlich ausübt. 

Fairtrade Mode

(Foto: Die Glimpse-GründerInnen Simon, Teresa und Natalie)

Wie nachhaltige Mode Frauen in Indien eine neue Perspektive bietet

„Glimpse“: der Hoffnungsschimmer für was?

SIMON Wir wollen Frauen, die aus der Zwangsprostitution befreit werden konnten, die Initialzündung geben, ihr Leben so zu leben wie wir das bei uns in Deutschland gewohnt sind: ein Leben in Wertschätzung und Selbstbestimmung, fernab von Ausbeutung. Dazu haben wir mit einer indischen NGO eine Werkstatt in Mumbai aufgebaut, wo ehemalige zur Prostitution gezwungene Frauen zu Näherinnen ausgebildet werden und eine grundlegende Schulbildung bekommen. So können die Frauen ihr Leben endlich selbst in die Hand nehmen. Für uns nähen die Frauen dann Glimpse-Stücke oder sie arbeiten woanders; so wie sie es eben wollen.

Die nachhaltige Modemarke Glimpse kämpft "Mit Mode gegen Menschenhandel"

„Mit Mode gegen Menschenhandel“ –  wie seid ihr auf die Idee der Nachhaltigkeit in der Modebranche gekommen? 

SIMON Wir haben Glimpse zu dritt gestartet: Teresa, meine Frau Nathalie und ich. Jeder von uns ist schon mit dem Thema in Berührung gekommen. Ich konnte zum Beispiel nicht glauben, wie es möglich ist, dass ein Mädchen in meinem Umfeld in Heilbronn in die Hände von Menschenhändlern geraten konnte. Ich dachte, so etwas passiert bei uns nicht. Und Teresa und Nathalie haben bereits vor der Glimpse-Gründung mit einer Organisation in Kambodscha und Thailand zusammengearbeitet, die Frauen aus der Prostitution befreit. Mode ist unsere Leidenschaft, wir wollen damit aber auch was bewirken. 

Eure Fairtrade Kleidungs-Nähwerkstatt ist in Mumbai. Gibt es einen persönlichen Bezug zu Indien?

SIMON Ja, wir sind mit der Organisation „International Justice Mission“ befreundet, die auch in Indien aktiv ist.  Wir kennen die Organisation aus Deutschland, weil meine Frau Juristin ist,  und sich bei der IJM viele Juristen engagieren. Die Organisation befreit mit Razzien und Under-Cover-Aktionen auf der ganzen Welt Frauen aus Bordellen. Die IJM hatte uns empfohlen nach Indien zu gehen, weil es dort schon einige Nachsorgeheime gibt, die sich um die Frauen kümmern. Außerdem ist in Indien der Markt an Biostoff am größten; das ist natürlich auch ein Argument.  

Was ein fairtrade Kleidungsstück von Glimpse so besonders macht

In jedem Glimpse-Stück findet man den Stempel einer bestimmten Blume, die als Symbol für die jeweilige Näherin steht. Was für eine Absicht verfolgt Glimpse damit? 

SIMON Die Absicht ist, eine Verbindung herzustellen zwischen den Näherinnen und den Menschen, die die Stücke tragen. Jede Näherin hat ihr eigenes Symbol, eine indische Blume, die in jedem Glimpse-Stück auf das Etikett gestempelt wird. So trägt man als Käufer die Geschichte der aus der Prostitution befreiten Näherin mit sich. Auf unserer Homepage kann man unter dem Blumensymbol die persönlichen Geschichten nachlesen. 

Werden die Näherinnen in Indien auch in den Design-Prozess der Fairtrade Kleidung miteinbezogen?

SIMON Bisher noch nicht. Die Kinder oder Jugendlichen, die ihr ganzes Leben in Bordellen als Prostituierte verbracht haben, haben dort keinen großen Horizont gesehen und sind erst mal froh, dass sie da raus sind. Sie müssen sich erst mal selbst definieren, lernen sich selbst wertzuschätzen. Meistens können sie auch nicht richtig schreiben, lesen oder malen. Als wir mit ihnen Portraits gemalt haben, waren die Augen unter den Nasen. Andererseits überlegen unsere Ausbilder natürlich schon mit den Näherinnen, was im Detail des Designs der fairtrade Kleidung besser gemacht werden kann. In Zukunft soll es zudem in jeder Glimpse-Kollektion auch ein fairtrade Kleidungsstück geben, bei dem die Näherinnen entscheiden, wie es aussehen soll. 

Wie kommuniziert Ihr mit den Näherinnen, die aus der Prostitution entkommen sind? 

SIMON Von Deutschland aus kommunizieren wir nicht direkt mit den Frauen. Das übernehmen vor Ort Ramona und Keith, ein indisches Ehepaar. Das ist sehr wichtig, nicht nur weil wir kein Hindi sprechen; in unserer fairtrade Kleidungs-Nähwerkstatt arbeiten 15 Frauen und fast ebenso viele Betreuer, die westlichen Menschen, insbesondere den Männern gegenüber, erst mal skeptisch gegenüberstehen. Deshalb übernehmen unsere indischen Partner die direkte Kommunikation mit den Frauen. Wenn wir in Mumbai sind, versuchen wir natürlich alles, um mit den Frauen eine gute Beziehung aufzubauen. Einige von ihnen sprechen auch englisch, was es für uns leichter macht. 

Ich kann mir vorstellen, dass die fairtrade Mode Produktion in Indien nicht immer unter den leichtesten Umständen erfolgt. Könnt ihr trotzdem eine pünktliche Lieferung der fairtrade Kleidung garantieren?

SIMON Wir haben bislang sehr gute Erfahrungen gemacht. Unser Team in Mumbai ist absolut zuverlässig. Probleme gibt es eher bei der Logistik, zum Beispiel, dass die Biostoffe nicht zum vereinbarten Termin da sind oder nicht die gewünschte Farbe haben. So was kann den Prozess schon lähmen. Aber im Großen und Ganzen haben wir keine Probleme, weil wir unsere Zeit großzügig planen. Außerdem ist unsere Produktion ja relativ klein. 

Als gemeinnützige GmbH dürft ihr Spenden entgegennehmen. Wie macht ihr darauf aufmerksam?

SIMON Wir kommunizieren das auf unserer Homepage sowie auf Veranstaltungen und Festivals. Müssen wir auch. Denn alles, was wir mit Glimpse verdienen, investieren wir in die Nähwerksatt für fairtrade Kleidung in Indien, damit wir die laufenden Kosten, faire Gehälter und Schulunterricht etc. stemmen können. Wir haben alle noch unsere regulären Jobs: Teresa ist Modedesignerin, Nathalie Juristin, und ich bin Mediendesigner. Glimpse machen wir ehrenamtlich. 

GOTS zertifizierte Stoffe und Ökostrom gehören einfach zusammen

Die Biostoffe von Glimpse sind GOTS (Global Organic Textile Standard) zertifiziert. Eure fairtrade Kleidung sind also ökologisch hergestellt. Wie steht Ihr zu Ökostrom und Ökoenergie?

SIMON Wir finden es sehr wichtig. Privat beziehen wir Ökostrom. Für Glimpse selber spielt es aber noch keine große Rolle, da wir ja in Indien produzieren. Die Prioritäten sind da anders. Dort sind wir froh, wenn es überhaupt immer Strom gibt. Und in Deutschland haben wir mit Glimpse ja kein eigenes Büro, sondern machen das alles von zu Hause aus. 

Wo kann ich die fairtrade Glimpse Kleidungsstücke kaufen? 

SIMON Bei uns im Online Store kann man die Glimpse fairtrade Kleidung online bestellen –  zu dem kommt man entweder über unsere Homepage oder direkt über den Store-Link. Glimpse gibt es auf ausgewählten Veranstaltungen und Festivals und bereits in einigen Läden. Zum Beispiel im Glore Store, den es vier mal in Deutschland gibt. Hamburg, Stuttgart, Nürnberg und München. 

Vielen Dank, dass du dir Zeit für uns genommen hast, Simon!

 

P.S. Wenn du willst, kannst du Glimpse mit einer kleinen Spende unterstützen. Hier steht, wie und wo. 

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