Gemeinwohl-Ökonomie: Dreimal klimagerechtere Wirtschaft

Mit Blick auf den Klimawandel wird sich die klassische Art des Wirtschaftens auf Dauer für niemanden auszahlen. Die Gemeinwohl-Ökonomie, zu der auch Polarstern gehört, schlägt ein Wirtschaftsmodell vor, bei dem der finanzielle Gewinn nicht alles ist – Gesellschaft und Natur sind mindestens genauso wichtig. Davon profitieren alle. Was jeder von der Gemeinwohl-Ökonomie lernen kann.

Menschen setzen sich schon seltsame Präferenzen. Man muss nur die Begriffe Klimawandel und Wirtschaft googeln. Man erfährt nicht, welchen Beitrag die Wirtschaft für das Klima und die Umwelt leisten könnte, sondern nur, welche Folgen der Klimawandel für die Wirtschaft haben wird. Scheinbar ist auch in 2019 vielen Unternehmen die Frage wichtiger, wie viel Geld es runter regnet als die Frage, wie viel CO2 nach oben steigt. 

Die Gemeinwohl-Ökonomie, zu der auch wir von Polarstern gehören, geht den umgekehrten Weg. Sie fragt nach den ökologischen und sozialen Konsequenzen des ökonomische Handelns zuerst. Erwirtschaftet das Unternehmen keinen ökologischen und gesellschaftlichen Gewinn, stimmt auch das Geld nicht – ohne intakte Umwelt und Gesellschaft kann es keinen persönlichen Wohlstand geben.

 

Die Formel funktioniert nicht mehr.

Der Wohnungsmarkt ist dafür ein greifbares Beispiel: Wenn sich am Ende die Menschen, die eine Stadt am Laufen halten – Pflegekräfte, Hebammen, Kindergärtner – die Stadt nicht leisten können, haben auch diejenigen, die ihnen die Miete maximiert haben, ein Problem. Und wer auf Kosten und Klima und Umwelt wirtschaftet, hat auf lange Sicht ein noch größeres Problem. Die Infernos in Kalifornien letztes Jahr haben alle Menschen gleich getroffen; und auch aus Reichen Arme gemacht. Die alte Schulbuchformel, das Ziel der Wirtschaft sei allein die Vermehrung von Kapital, wird mit Blick auf den Klimawandel immer absurder. Wenn wir das Klima schützen wollen, müssen wir vor allem die Wirtschaft verändern. 

 

Die Gemeinwohl-Ökonomie: ein guter, alter Hut.

Die Gemeinwohl-Ökonomie ist eigentlich ein alter Hut, aber immer noch der beste im Schrank. Die "GWÖ" schreit nicht: Schaff den Kapitalismus ab. Sie tut nicht so, als ob Geld für eine gutes Leben nicht wichtig wäre. Sie verkraftet sogar Ungleichheiten, solange sie sich in maßvollen Grenzen halten. Was die Gemeinwohl-Ökonomie verlangt, ist so alt wie der Bart von Aristoteles und in vielen Verfassungen als Ziel definiert. In der Bayerischen zum Beispiel: 

„Die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl.“ (Bayrische Verfassung, Art. 151)

Die GWÖ ist ein Reminder an die Wirtschaft, dem Gemeinwohl zu dienen – einen dreifachen Klimaschutz zu leisten. Einen fürs Arbeitsklima, einen fürs gesellschaftliche Klima und einen für das Klima im meteorologischen Sinne. Am Ende hängt eh alles miteinander zusammen.

 

GWÖ-Unternehmen bilanzieren besser.

Konkret hilft die Gemeinwohl-Ökonomie Unternehmen, ihre Leistung (oder Nichtleistung) für die Gesellschaft, die Umwelt und das Klima zu erkennen – und zu verbessern. Gemeinwohlorientierte Unternehmen erstellen dazu Gemeinwohl-Bilanzen, in denen sie veröffentlichen, wie Werte wie Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit und Transparenz intern wie extern gelebt werden. Auditoren prüfen die Angaben und vergeben zu jeder Kategorie Punkte an das Unternehmen. Langfristig soll das Punktesystem die wirtschaftliche Veränderung anstoßen. Ein Unternehmen, das zum Beispiel eine hohe Punktezahl bei seinen ökologischen Bemühungen erzielt, soll dafür auch von der Politik belohnt werden. Etwa mit Steuererleichterungen. Durch solche Anreize werden sie konkurrenzfähiger zu Unternehmen, deren Erfolg zu einem großen Teil auf der Ausnutzung des Gemeinwohls basiert. Ausbeutung, Umwelt- und Klimaverschmutzung sollen sich nicht mehr lohnen. 

 

5 Dinge, die man von der Gemeinwohl-Ökonomie lernen kann.

Man muss nicht alles an der Gemeinwohl-Ökonomie großartig finden und vieles ist mit Sicherheit noch nicht ganz ausgereift. Als Wertevermittlerin ist die GWÖ unerlässlich. Und vielleicht bringt genau das die Veränderung. Jeder kann hier etwas mitnehmen. Egal ob als Arbeitnehmer oder Arbeitgeber. 

 

1. Kooperieren statt konkurrieren.

Die Gemeinwohl-Ökonomie setzt auf Kooperation statt Konkurrenz. Denn kein Unternehmen wird es alleine schaffen, Werte wie Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit in die Wirtschaft zu tragen oder das Klima zu schützen. Man braucht Verbündete. Polarstern etwa kooperiert mit gleichgesinnten, gemeinwohlorientierten Unternehmen wie der Sparda-Bank München oder der BKK ProVita. Wettbewerb erzeugt ein Gefühl der Angst, Kooperation ein Gefühl der Sicherheit. 

 

2. Gut mit Geld umgehen.

Auch gemeinwohlorientierte Unternehmen wollen Geld verdienen. Müssen sie. Wer nicht profitabel ist, wird bald verschwinden. Finanzielle Überschüsse werden in der Gemeinwohl-Ökonomie aber nicht dazu genutzt, um auf den Finanzmärkten zu zocken oder sich alles in die eigene Tasche zu stopfen. Der Gewinn ist ein Mittel zum Zweck. Bei Polarstern heißt das etwa, dass wir mehr in den Klimaschutz investieren können. Seit dem ersten Polarstern-Tag fördern wir dazu nicht nur in die Energiewende in Europa, sondern auch in Entwicklungsländern wie Kambodscha und Mali. Dort investieren wir für jeden Kunden in den Bau von Biogasanlagen für Bauernfamilien. Gerade weil wir profitabel sind, konnten wir dieses Engagement überhaupt erst in ein zweites Land ausweiten. Unserem Traum von der weltweiten Energiewende sind wir so ein Stückchen näher gekommen.

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3. In Maßen genießen.

Auch GWÖ-Unternehmen wachsen. Aber sie wachsen nicht auf Teufel komm raus. Das Ziel ist es ja gerade, Monopole aufzulösen. Beispiel Ökoenergieversorger. Wenn das gemeinsame Ziel die dezentrale Energiewende ist, wird man es wohl kaum erreichen, wenn sich die wenigen unabhängigen Ökoenergieversorger auf dem Markt in der Gunst um Kunden gegenseitig zerfleischen. Ziel ist, einen dezentralisierten Markt mit vielen guten unabhängigen Ökoenergieversorgern zu schaffen – nicht, neue Energieriesen zu züchten. 

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4. Wertschätzen.

GWÖ beginnt im Unternehmen selbst. Angst und Druck mag hier und da zum schnellen Erfolg führen. Aber lange geht das nicht gut. Wertschätzung bekommst du zurück. Einen Mittelfinger auch. Die GWÖ setzt deshalb auf Wertschätzung. Für jede Lebenssituation gibt es das passende Arbeitszeitmodell. Es gibt keine Gehalts- oder sonstige Diskriminierung, und Mitarbeiterfolge werden nicht an monetäre Boni geknüpft. Die Motivation etwas verändern zu wollen, muss authentisch sein. Lieber einen Extra-Urlaubstag. Aber dann für alle!

>>> Was die Gemeinwohl-Ökonomie für Mitarbeiter bedeutet. 

  

5. Hinterfragen.

Als Unternehmen kann man sich noch so nachhaltig aufstellen, da draußen hat man es mit vielen Zulieferern zu tun. Und auch diese werden auf ihre Werte und ihren ökologischen Fußabdruck geprüft. Für manche Unternehmen ist es schlicht unmöglich, jede Stufe der Lieferkette genauestens unter die Lupe zu nehmen. Aber man kann sich die Mühe machen, zu hinterfragen. So wie man es als Privatperson auch von seinem bewussten Konsum kennt. Und intern lässt sich für alles, das ein Büroalltag am Laufen hält, vom Snack über die Putzmittel bis hin zum Bürobedarf eine ökologisch nachhaltige Alternative finden. Auch bei der Energie, übrigens.

>>> Das sind die besten Umwelttipps fürs Büro. 

 

Es geht gar nicht mehr anders.

Mag sein, dass sich der eine oder andere über so viel ökonomische Naivität totlacht. Aber selbst der muss einsehen, dass ein Cayenne nichts bringt, wenn du damit nicht weiterkommst als bis zum Tor der Gated Community; vielleicht weil draußen die Natur nicht mehr das ist, was sie mal war; vielleicht weil dir die Karre in der Stadt eh sofort unterm Arsch weggeklaut wird. Lassen wir es nicht darauf ankommen! Wer auf Kosten von Klima und Gesellschaft wirtschaftet, kann nur verlieren.

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