„Erste Wahl: Second Hand“ – Günes Seyfarth von Mamikreisel im Interview | Polarstern
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„Erste Wahl: Second Hand“ – Günes Seyfarth von Mamikreisel im Interview

Günes Seyfarth ist Gründerin von Mamikreisel. Mit der Online-Plattform hat sie etwas geschaffen, wofür ihr wahrscheinlich alle Eltern dankbar sind: Nie wieder genervtes Geschubse auf einem überlaufenen Kinderflohmarkt. Bei Mamikreisel tauschen, verkaufen und verschenken Mamis (und Papis) entspannt Kindersachen online auf dem Kinderflohmarkt und helfen sich gegenseitig in der Community. Obendrein ist Mamikreisel wirklich ein Statement für mehr Nachhaltigkeit im Alltag. Darüber wollten wir mehr wissen. Ein Anruf bei Günes, selbst Mutter von inzwischen drei Kindern:

Mamikreisel

Die Geburtsstunde des Online Kinderflohmarkts Mamikreisel

Woher kam die Idee zum Online Kinderflohmarkt Mamikreisel?

GÜNES Die Idee kam, als ich auf einer Hochzeit die Geschäftsführerin von Kleiderkreisel kennenlernte. Kleiderkreisel hat auch mal klein angefangen – als Mini-­Idee mit 100 Usern. Ich fand das sehr inspirierend. Irgendwann trafen wir uns in einem Münchner Café wieder. Sie meinte, dass sich beim Online Flohmarkt Kleiderkreisel viele Userinnen mit Kindern nicht richtig aufgehoben fühlen. So entstand die Idee von einem Online Kinderflohmarkt Mamikreisel – als Alternative zu herkömmlichen Flohmärkten, die für Mamis mit Kindern oft viel zu stressig sind.

Der Zuwachs an Usern beim Online Kinderflohmarkt Mamikreisel ging dann sehr schnell. Hast du damit gerechnet?

GÜNES Wir wussten, dass es einige Mamis geben würde, die den Online Kinderflohmarkt Mamikreisel nutzen werden, aber damit hatten wir selber nicht gerechnet. Wir haben mittlerweile 3,4 Millionen Mamis im Monat.

Woher kommt der Erfolg bei Mamikreisel?

GÜNES Ich glaube, eine große Rolle spielt, dass die Mamis auf dem Portal neue Mamis kennenlernen und sich untereinander austauschen, Spaß haben und natürlich ganz konkret viel Geld in unserem Katalog sparen.

Der Online Kinderflohmarkt Mamikreisel macht Second Hand zur ersten Wahl

Welche Rolle spielt der Nachhaltigkeitsgedanke bei dem Online Kinderflohmarkt Mamikreisel?

GÜNES Als „Tochter“ von Online Flohmarkt Kleiderkreisel wollten wir mit Mamikreisel auch ein Zeichen gegen übermäßigen Konsum setzen. Wir kaufen einfach zu viel Kleidung, oft nur zum einmaligen Gebrauch, und und dieser übermäßige Konsum hat seine Folgen –für die Natur und die Menschen, die in der Textilindustrie ausgebeutet werden. Allerdings sind diese Probleme schwer zu vermitteln, weil Kleider für viele auch ein Statussymbol sind. Mit dem Online Flohmarkt Mamikreisel wollen wir das drehen: Second Hand zu ersten Wahl machen; so dass Menschen auch wirklich stolz sind auf ihre gebrauchten Sachen.

Wie bekommt man Menschen dazu, weniger neue Kleidung zu kaufen und Second Hand zur ersten Wahl zu machen?

GÜNES Kurzfristig sind wahrscheinlich höhere Preise eine Möglichkeit. Besser ist es, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass wir zu viel konsumieren. Viele setzen weniger Haben mit Verzicht gleich. Dabei ist weniger Besitz häufig befreiend und bedeutet auch weniger Ballast ;) Trotzdem achten wir bei Mamikreisel darauf, die Mamis nicht mit solchen Fragen zu überstrapazieren. Wir machen das lieber in kleinen Dosen. Mir sind Toleranz und gegenseitiger Respekt sehr wichtig. Ich finde, die beste Art die Welt zu verändern, ist, Vorbild zu sein -  ohne erhobenem Zeigefinger.

Kinderflohmarkt online

Denkst du, dass sich insgesamt die Einstellung zu gebrauchter Kleidung ändert?

GÜNES Ich denke schon. Ich erlebe es selbst in meinem privaten Umfeld: die Mamis sind stolz darauf, wenn sie etwas bei Mamikreisel ersteigert haben. Da sind auch viele dabei, die die schweren Folgen unseres Konsums verinnerlicht haben und ihr Verhalten bereits angepasst haben. Es wird heutzutage sehr viel produziert. Wir leben hier im Überfluss. Dennoch wird weiter Neues eingekauft. Oft liegt es nur daran, dass man sich besser organisiert. Wenn ich weiß, dass ich bald eine neue Hose benötige, kann ich heute bereits danach suchen und habe sie rechtzeitig da. Ich muss dann nicht schnell ins Kaufhaus und mir etwas Neues kaufen.Die Einstellung hört bei Kleidung nicht auf. Viele Mamis interessieren sich für gute Ernährung, nachhaltiges Waschen und nachhaltig erzeugte Energie.

Kaufen die Mamikreisel-Mütter auch für sich selber Second Hand? Oder nur für ihre Kinder?

GÜNES Unsere Community ist sehr heterogen, ich kann das deshalb gar nicht so sagen. Mein Eindruck ist aber, dass Mamis für sich gerne auch Second Hand kaufen, sich aber nicht vorstellen könnten, nur mit Gebrauchtem zu leben. Dann gibt es solche, die für ihr Kind gerne Second Hand kaufen, weil sie sicher sein können, dass die Gifte aus den Textilien rausgewaschen sind. Sich selber kleiden sie aber nur mit neuer Mode. Wir haben auf Mamikreisel Mamis mit wenig Geld, Mamis mit viel Geld, Regenbogenfamilien, Alleinerziehende – und jede lebt ihr Lebensmodell.

Kaufst Du selber für deine Kinder auch Second Hand ein?

GÜNES Ich kaufe generell wenig ein. Nur, wenn ich etwas für meine Kinder brauche. Ich bekomme auch sehr viel aus meinem Umfeld geschenkt. Doch bevor ich kaufe, überlege ich immer, ob nicht jemand hat, was ich brauche.

Hast du deinen Kindern dann überhaupt schon was neues gekauft?

GÜNES Klar. Wenn ich jetzt nur streng mit mir bin, macht das Leben auch keinen Spaß mehr. Ich finde, man muss irgendwie eine gesunde Mischung finden.

Kindern mit kleinen Schritten eine schöne Zukunft bieten

Du hast vorhin gesagt, dass vielen Müttern ein bewusster Energieverbrauch wichtig ist, woran liegt das?

GÜNES Nun, wenn ich Kinder in die Welt setze, habe ich den Glauben an die Zukunft. Für seine Kinder wünscht man eine schöne Welt. Deswegen finde ich, ist es unsere Verpflichtung uns auch mit nicht so schönen Themen auseinanderzusetzen.Bei uns in der Kita ist ein Junge aus Japan, deren Eltern infolge der Nuklearkatastrophe von Fukushima fliehen mussten. Hier hat die Familie erlebt, was Atomkraft anrichten kann. Ich glaube, viele haben immer dieses Gefühl von Machtlosigkeit, dass sie ja eh nichts bewirken können. Dabei sind es die kleinen Schritte wie das Tauschen und Teilen oder die Nutzung von Ökostrom und das Hinterfragen unserer Gewohnheiten, wenn wir  Dinge verändern wollen.

Vielen Dank, dass du dir Zeit für uns genommen hast, Günes!

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