Energiesparende Fenster: Dämmung & einfache DIY-Nachrüstung | Polarstern
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Energieeffiziente Fenster: Alles, was du wissen musst

Wann lohnt es sich Fenster auszutauschen? Was kostet das? Und spare ich wirklich Energie? Diese und mehr Fragen beantwortet Stephan Günther von Energieheld im Interview.

Stephan Günther von Energieheld ist unser To-Go-To-Guy, wenn es um Fragen im Bereich energetische Gebäudesanierung geht. Wir hatten welche. Hier verrät Stephan so ziemlich alles, was du über energieeffiziente Fenster wissen musst...

Inhalt

Stephan Günther: Experte für energetische Gebäudesanierung
Stephan Günther von Energieheld

 

Was sind energieeffiziente Fenster?

STEPHAN GÜNTHER Energieeffiziente Fenster zeichnen sich durch eine hohe Dichtheit aus. Die wärmedämmende Wirkung dieser, meist dreifachverglasten, Fenster ist sehr hoch. Sie kann sogar höher sein als die einer ungedämmten Wand. Dadurch geht wesentlich weniger Wärme über die Fenster verloren und es wird deutlich weniger Heizenergie benötigt. Aus diesem Grunde nennt man sie auch „energieeffiziente Fenster“.

Was bringen energieeffiziente Fenster im Vergleich zu Jalousien und Vorhängen?

STEPHAN GÜNTHER Eine Jalousie, das heißt Innenrollo, trägt nicht wirklich zur Wärmedämmung bei, kann aber immerhin den Luftstrom etwas dämpfen. Somit ist das Fenster dann gefühlt etwas wärmer. An sich geht über das Fenster natürlich weiterhin genauso viel Wärme verloren wie vorher. Schwere Vorhänge, die breiter als das Fenster sind, bringen da übrigens schon etwas mehr. Der Wärmedurchgang von Fenstern wird durch den so genannten „U-Wert“ bestimmen. Neue Fenster haben einen „U-Wert“  von mindestens 1,3 W/m²K und verfügen über mindestens zwei Dichtungen, die störende Zugerscheinungen verhindern. Im Vergleich hierzu hat ein einfachverglastes Fenster einen Wert von etwa 5,0 W/m²K und ein Fenster aus den 70ern von etwa 3,0 W/m²K. Wie man sieht, ist der Wert neuer Fenster also ein Vielfaches kleiner.

Helfen energieeffiziente Fenster gleichermaßen gegen Wärme und Kälte?

STEPHAN GÜNTHER Im Grunde nicht. Der höhere Anteil an Hitzeschutz mit energieeffizienten Fenstern ist vernachlässigbar gering. Wer im Sommer etwas für den Hitzeschutz, vor allem in Räumen unter dem Dach, tun will, benötigt eine vernünftige Verschattung des Fensters. Hier sind natürlich Außenrollladen die beste Wahl. Ansonsten ist aber auch eine entsprechende Wärmedämmung des Daches sehr hilfreich, um die Hitze im Sommer auszusperren.

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Energiekosten-Ersparnis mit energieeffizienten Fenster
Kostenvergleich von einfach- und dreifachverglasten Fenstern.

 

Wie erkenne ich, ob ich energieeffiziente Fenster brauche?

STEPHAN GÜNTHER Als erster Anhaltspunkt kann das Alter der aktuellen Fenster dienen. Sind sie älter als 30 Jahre, so kann über einen Fenstertausch nachgedacht werden. Vor allem aber bei einfachverglasten Fenstern, also Fensterscheiben mit nur einer Glasscheibe, sollte ein Wechsel stattfinden, da diese nahezu keinen Schutz vor Kälte bieten. Ob die Fenster undicht sind, kann man auch mit einem interessanten Trick herausfinden: Stelle einmal eine Kerze an das Fenster. Wenn die Flamme stark flackert oder in Richtung Fenster zeigt, sind die Fenster recht undicht. Dies hat nicht unerhebliche Wärmeverluste zur Folge und sorgt auch für ein unschönes, klammes Raumklima. Sind die Fenster schwergängig, kann das ebenfalls ein Zeichen für ein veraltetes Fenster sein, gegebenenfalls müssen die Fenster aber auch nur nachjustiert werden.

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Reicht es, das Fenster nachzubessern oder muss das mit anderen Dämmmaßnahmen einhergehen?

STEPHAN GÜNTHER Das kommt drauf an: Ist das Haus bisher gar nicht gedämmt, so sollte bei der Sanierung zu Energiesparfenstern unbedingt eine zusätzliche Dämmung der Fassade oder auch des Daches erfolgen. Die Wärmedämmung der Fenster ist ansonsten so viel besser als die der Fassade, dass sich Feuchtigkeit, also Kondenswasser, anstatt am Fenster an den Wänden bzw. im Laibungsbereich sammelt. Dies kann über die Jahre zu Schimmel führen. Also sollte entweder die Dämmung passend sein oder man erneuert die Fenster mit „einfachen“ zweifachverglasten Fenstern. Diese sorgen auch schon für sehr viel mehr Energieeffizienz im Gebäude und ziehen weniger zusätzliche Arbeiten nach sich. Das energetische Optimum ist natürlich eine nachträgliche Dämmung mit der zusätzlichen Erneuerung auf Energiesparfenster mit Dreifachverglasung. Aber das ist letztlich natürlich auch von dem finanziellen Hintergrund abhängig.

Lohnt es sich, auch nur einzelne energieeffiziente Fenster zu haben?

STEPHAN GÜNTHER Natürlich spart jedes energieeffiziente Fenster in der Heizperiode täglich Heizkosten ein. Jedoch gilt hier, wie fast immer in der energetischen Gebäudesanierung, dass man muss das gesamte Haus als eine Einheit sehen muss. Der Austausch einzelner Fenster ist an sich nur ratsam, wenn es finanziell nicht anders geht oder wenn nur einzelne Fenster defekt sind.

Was sind die besten DIY Tricks für effizientere Fenster?

STEPHAN GÜNTHER Um undichten Fenstern vorzubeugen, können die Dichtungen am Fensterrand ab und zu mit einem Pflegestift aus dem Baumarkt eingerieben werden. So bleiben sie elastisch und werden nicht porös. Auch können bereits undichte Stellen am Fenster nachträglich mit zusätzlichen Gummidichtstreifen beklebt werden oder bei sehr alten Fenstern überhaupt eine Dichtung eingeklebt werden. Dies mindert die Zugluft im Raum schon enorm. Wichtig ist es auch darauf zu achten, dass die Fenster richtig schließen. Eine korrekte Justierung der Fenster kann durchaus auch selbst vorgenommen werden. Fensterfolien können ebenfalls die Wärmeverluste verringern, deren Wirksamkeit ist aber umstritten. Bei Fenstern ab 1995 sind diese außerdem bereits im Glas enthalten.

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Wie ist ein energieeffizientes Fenster aufgebaut? Auf welche Kriterien muss ich achten und wo erhalte ich Beratung?

STEPHAN GÜNTHER Im Grunde gibt es drei wichtige Kriterien  eines Fensters: das Glas, der Rahmen und die Widerstandsklasse. Das Glas muss generell zum Rest der Gebäudehülle, also der Fassade und des Daches, passen. Die Frage nach Zwei- oder Dreifachverglasung ist also von der bereits vorhandenen Wärmedämmung abhängig. Schlecht gedämmte Häuser sollten auch eher bei Zweifachverglasung bleiben oder im Optimalfall nachdämmen oder auf eine Lüftung setzen. Beim Rahmen gilt es vor allem auf die Qualität des Materials zu achten. Auch stellt sich hier die Frage nach der Stahlarmierung. Dabei befindet sich im Flügel und im Rahmen ein Stahlprofil, wodurch das Fenster mehr Stabilität erhält. Hier gibt es aber deutliche Unterschiede in den Dicken des Stahls sowie in der Form des Profils – C-, G- oder Vierkant-Profil. Der Einbruchsschutz wird mittlerweile in RC 1 bis 6 angegeben. Dabei steht RC für „Resistance Class“, ehemals „Widerstandsklasse“, und gibt den Grad des Einbruchsschutzes an. Je höher die Zahl, desto höher der Einbruchsschutz der Fenster und Türen. Diverse Informationen dazu gibt es im Netz. Entweder bei den Herstellern selber und natürlich auch bei Energieheld.

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Kosten für neue Fenster
Kosten für neue Fenster: Je höher, desto teurer.

 

Wie viel kostet so ein energieeffizientes Fenster? Wann amortisiert sich die Investition?

STEPHAN GÜNTHER Mit Einbau und Entsorgung der alten Fenster kosten Energiesparfenster etwa zwischen 500 und 800 Euro pro Stück. Die Sanierung eines Einfamilienhauses mit 12 Fenstern würde dann zwischen 6.000 und knapp 10.000 Eurp kosten. Wann sich die Maßnahme amortisiert, hängt natürlich von der Ausgangssituation ab. Man kann aber sagen, dass sich die Kosten der neuen Fenster nach etwa 15 Jahren amortisiert haben. Die Kosten sind durch die Energieeinsparung dann wieder „herein geholt“. Außerdem werden die Fenster noch weitere Jahre ihren energiesparenden Zweck erfüllen und auch das Raumklima wesentlich verbessern. Vor allem wenn die Fenster ohnehin erneuert werden müssen, rechnet es sich natürlich eher. Es gibt außerdem auch verschiedene staatliche Förderungen hierfür, wie der Zuschuss oder das Kreditprogramm der KfW. Dadurch wird die Amortisationszeit natürlich auch noch mal verkürzt. Allerdings muss dann eine Dreifachverglasung genommen werden und die Wand eine bessere Dämmung aufweisen als das Fenster.

Gibt es Förderungen für energieeffiziente Fenster?

STEPHAN GÜNTHER Es gibt zwei wesentliche staatliche Förderungen der Fenstersanierung: einen Zuschuss und einen Kredit, beides von der KfW Bank. Der Zuschuss liegt aktuell (Anm.: Stand Juni 2017) bei 10 Prozent der gesamten Sanierungskosten. Das ist das KfW Programm 430. Des Weiteren bietet die KfW den Sanierungskredit 152 an. Er ist bis zu einer Höhe von 50.000 Euro pro Wohneinheit möglich und der effektive Zinssatz liegt bei günstigen 0,75 Prozent. Außerdem werden nach der Umsetzung 7,5 Prozent des Darlehens als Zuschuss getilgt. Hierfür muss aber ein Energieberater für die Begleitung der Maßnahme hinzugezogen werden, der die Qualität sichert und die Anträge stellt.

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Übersicht der KfW-Förderungen bei neuen Fenstern
Übersicht der KfW-Förderungen bei neuen Fenstern.

 

Wenn ich gerade baue: Sind neue Fenster automatisch energieeffizient?

STEPHAN GÜNTHER Den aktuellen Standard für Bauteile, wie Fenster, gibt die Energieeinsparverordnung, kurz EnEV, vor. Diese regelt, welche Wärmeverluste über die Gebäudehülle erlaubt sind. Durch die hohen Anforderungen sind in Neubauten an sich nur noch energiesparende Fenster zugelassen. Durch eine stärkere Dämmung der anderen Bauteile – also Fassade, Dach und Keller – können aber auch herkömmliche, zweifachverglaste Fenster eingesetzt werden. Da eine Dreifachverglasung heute aber kaum noch teurer ist – etwa 10 Prozent – setzt sich diese Verglasung mittlerweile als Standard durch. 

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Wie steht’s um die Schimmelbildung in Räumen mit superdichten Fenstern? Helfen sie dagegen?

STEPHAN GÜNTHER Das ist tatsächlich eine Besonderheit der energieeffizienten Fenster. Durch Ihre hohe Dichtigkeit gelangt weniger Luft und somit Wärme nach draußen, aber damit auch weniger Feuchtigkeit. Diese Feuchtigkeit muss aber aus dem Raum abtransportiert werden, was man durch regelmäßiges Stoßlüften aber zuverlässig in den Griff bekommt. Wer sich unsicher ist, ob er ausreichend lüftet, sollte sich ein Hygrometer anschaffen, das die Raumluftfeuchte misst. Diese sollte idealerweise zwischen 40 und 60 Prozent liegen.

Muss ich mit neuen, energieeffizienten Fenstern anders lüften als davor?

STEPHAN GÜNTHER Wie schon oben beschrieben, ist die Schimmelgefahr bei unzureichender Lüftung hier höher. Regelmäßiges Stoßlüften verhindert dies zuverlässig und sollte ohnehin stets durchgeführt werden. Dazu öffnet man das Fenster für einige Minuten komplett. Durch die kurze Zeit der Lüftung bleibt, im Gegensatz zu langem Kipplüften, die Wärme im Raum und die Luft wird trotzdem komplett ausgetauscht. So transportiert man die Feuchtigkeit ab, ohne dass der Raum selber stark auskühlt. Die Installation einer Lüftungsanlage ist eine weitere Option, die bei der perfekten Belüftung der Räume und des Gebäudes sorgt. Diese verursacht aber auch entsprechende Kosten.

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Welche smarten Entwicklungen gibt es im Bereich Fenster?

STEPHAN GÜNTHER Da gibt es zum Beispiel die „Smarten Rollläden“. Sie messen mit einem Sensor den Lichteinfall und verschließen sich bei zu starker Sonnenstrahlung selbstständig. So heizen sich die Räume nicht zu stark auf. Ebenso gibt es smarte Thermostatventile für die Heizkörper. Diese regeln die Heizungen runter, wenn die Fenster geöffnet werden. Somit heizt man nicht mehr „zum Fenster hinaus“. Dann gibt es noch das „Elektrochrome Glas“. Dieses kann die Lichtdurchlässigkeit des Glases elektrisch anpassen. Quasi wie bei einer stufenlos einstellbaren Sonnenbrille. Dies gibt es natürlich auch in der smarten Variante, bei der die Scheibe sich „automatisch“, je nach Lichtstärke abdunkelt. Generell ist dies aber sehr teuer und noch nicht wirklich am Markt aufzufinden.

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Danke, dass du dir Zeit genommen hast, Stephan!

Und wer jetzt inspiriert ist, etwas zu unternehmen: Unter den folgenden Links gibt es alle Preise und Infos zu Terrassentüren, Dachfenster und Kunststofffenster

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