Polarstern ist mir richtig wichtig. Ich laufe durch die Stadt und erzähle Familie, Freunden und Bekannten von uns und wie wichtig der Wechsel zu erneuerbaren Energien ist. Das klappt gut. Doch manchmal gucke ich in ein genervtes Gesicht, das mir sagt: „Was soll ich denn zu Wirklich Ökostrom oder Wirklich Ökogas wechseln? Das bringt doch eh nichts.“ „Der Wagen steckt schon so tief im Dreck, den werd‘ ich da jetzt auch nicht mehr rausziehen.“ oder mein persönlicher Liebling: „2012 geht die Welt unter. Ich wechsle jetzt nicht mehr zu erneuerbaren Energien.“ Tja. Ganz ehrlich: Ich bin’s leid. In einem Wort: Wechselt zu erneuerbaren Energien! Es lohnt sich! Care or Die. Denn wir haben nämlich durchaus noch eine Restchance. Für alle Zweifler gibt’s jetzt hier mal eine kleine logische Herleitung. Es geht um die Risiko und Chance. Das kann man ja berechnen.

Bei der gesamten Atompolitik steht der Begriff „Rest-Risiko“ im Zentrum. Es geht um das angeblich winzige Risiko, das besteht und besagt, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Atomkraftwerk unbeherrschbar in die Luft fliegt. Hier zückt der Herr Versicherungsvertreter seinen Taschenrechner und multipliziert aus dem Handgelenk die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Schadensfalls unter idealen Bedingungen mit dem zu erwartenden Schadensumfang. Die Eintrittswahrscheinlichkeit ist tatsächlich winzig. Vielleicht nur 1 zu 100000. Doch weil sie eben nicht Null ist, wird diese winzige Zahl mit den unheimlichen Kosten multipliziert, die den Industrienationen durch einen Super-GAU mitten in ihren Reihen entstehen würden. Das Ergebnis? Die potentiellen Kosten. Eine riesiges „Rest“-Risiko. In diesem Augenblick steckt der Versicherungsvertreter seinen Taschenrechner wieder ein, lächelt den AKW-Betreiber unverbindlich an und ergreift die Flucht. Niemals würde irgendeine Versicherung ein solches Risiko übernehmen. So haften die AKW-Betreiber in Deutschland mit ihrem Eigenkapital (derzeit zusammengenommen 38 Milliarden). Und betreiben ihre Kraftwerke einfach ohne Versicherung. Wo doch in Deutschland sonst nicht mal ein Moped ohne Versicherung gefahren werden darf…

So ist das also mit dem Restrisiko. Mit derselben Formel errechnet der findige Umweltaktivist nun daheim die Rest-Chance für die Energiewende. Können wir die Energiewende noch schaffen? Wie groß ist der potentielle Gewinn der Energiewende? Wenn wir alle zusammenhelfen, wenn wir alle einen Beitrag leisten – und sei er auch noch so klein – dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir gemeinsam noch die Kurve kriegen? Vielleicht trotzdem nicht sehr groß. Aber durch uns wenigstens nicht bei null. Mit jedem Wechsel zu erneuerbaren Energien, mit jeder Flugreise weniger und mit jeder Energiesparlampe entfernen wir uns ein bisschen mehr vom Nullpunkt. Ist dann die Eintrittswahrscheinlichkeit nicht bei null, haben wir eine Zahl, die wir mit dem möglichen Gewinn der Energiewende multiplizieren könnten. Die Möglichkeit: Wir bewahren die Schöpfung. Was ist sie uns wert? Was zählt das Leben? Ich hoffe, da sind wir uns einig: viel. Und so zeigt uns die Versicherungsvertreterformel: Auch die Restchance ist unglaublich viel wert. Es winkt ein unvorstellbar hoher Gewinn für jeden unserer kleinen Beiträge. Wenn alles gut geht, könnten wir unseren Planeten mit gutem Gewissen unseren Kinder und Kindeskindern übergeben. Nutzen wir diese Chance nicht, werden uns unsere Nachfahren verfluchen. Und der Wechsel zu erneuerbaren Energien ist wirklich so einfach.

P.S.: Wer auch wie ich immer gerne in der Arbeit mal zwischendrin was anderes liest – dem sei dieser Artikel von Prof. Schellnhuber ans Herz gelegt…

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