Müllproblem Plastiktüte | Polarstern
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Müllproblem: Eine Welt voller Plastiktüten

Plastiktüten

Plastik, Plastik. Was sollen wir nur von Dir halten. Einerseits hast Du uns in die Zeit der Leichtflugzeuge und Nanotechnologie geführt, der Wärmedämmung und toller Medizin; andererseits schmeißen wir Dich zu tausenden Tonnen ins Meer, wo Du Flächen der Größe Mitteleuropas füllst, lassen Dich von Vögeln an ihre Jungen verfüttern, die dann krepieren, und unserem kompletten Ökosystem unwiderruflich schaden. Am liebsten würden wir Dich ja komplett ins All schießen, Dich und die Zigarettenstummel. Aber das hätte es auch nicht verdient. Was tun wir also mit Dir? Ein Anfang ist die aktuell in Deutschland laufende Petition gegen Plastiktüten.

Hipster for President

Über Hipster kann man ja sagen, was man will. Ich persönlich glaube ja nicht, dass sie existieren. Und ich finde es auch besser, wenn jemand mit engen Hosen im Café sitzt und Soja-Latte schlürfend Kafka liest, als wenn sich jemand die weiße Glitzerjeans vorher noch „used“ aussehen machen lässt, und sich dann mit Sektglas über Germany’s Next Topmodel kaputtlästert. Aber abseits von alldem hat der vermeintliche Hipster Recht – ohne Diskussion: Diese DDR Stoff- und Jutebeutel sind ökologisch eine super Alternative zur Plastiktüte. 

Plastikkontinente im Meer

Die gibt es nämlich zu häufig. Plastiktüten, und vor allem die ganz dünnen Wegwerfdinger, sind eine Qual für die Umwelt. Hauptsächlich, weil besonders dieses Plastiktütenplastik im Gegensatz zu organischen Stoffen nicht verrottet, also wieder zu CO2, Wasser und Humus, sondern nur immer kleiner wird. Das passiert meistens im Meer, weil dort unser aller Plastik zusammen mit all dem anderen Mist, mit dem wir die Umwelt verschmutzen, irgendwann irgendwie landet. Dort formt es seit Dekaden aufgrund der Meeresströmungen kleine unter oder auf der Wasseroberfläche schwebende Plastikkontinente. Der bekannteste ist das „Great Pacific Garbage Patch“. Auf einer Fläche, von der die Schätzungen von „doppelt so groß wie Frankreich“ bis „zweimal die Vereinigten Staaten“ reichen, treiben dort hunderte Tonnen Plastikmüll. Diese wirken gleichzeitig als Magnet für andere Schadstoffe. Das Meiste ist aber schon etwas zersetzt auf den Meeresgrund gesunken oder befindet sich in diversen Fischen, Vögeln, oder Schildkröten, wie Dokumentationen wirkungsvoll zeigen. 

Umweltvermutzung: Alle tragen die Verantwortung

Das Positive an der Sache ist, dass wir alle die Verantwortung tragen: egal ob in München oder im Kongo, Neapel oder Beijing. Das heißt, die Umweltverschmutzung geht uns alle etwas an. Genau wie die Energiewende ein globales Thema ist. Einige Länder, so wie Australien oder  Tansania oder Indien haben diese Feinplastiktüten schon verboten und unter Strafe gestellt. 

Damals im Supermarkt

Warum haben wir dann in Europa noch so viele davon? In Spanien, Italien und Frankreich liegt beispielsweise viel mehr Plastik auf dem Boden, an den Straßen. Und immer, wenn ich dort lebte, hatte ich das Gefühl, man wird an der Kasse erschlagen mit einer Flut von kleinen Mini-Plastiktüten, jede mit zwei, drei Tomaten drin, die sich dann zu Hause stapeln und irgendwann wie in einem John Wayne Western über den Parkett wehen – während man selbst die Hände hoch nimmt und sich der Flut ergibt, oder anfängt die Plastiktüten an die Wand zu kleben und das gesellschaftskritische Kunst zu nennen. Auf der anderen Seite habe ich in diesen Ländern viele Leute mit Taschen auf Rädern zum Markt rollen sehen. Das tun bei uns wenige, wäre aber die perfekte Lösung. Neulich war ich hier in Deutschland im Supermarkt und ich hatte wirklich nicht viel dabei. Das ging dann so: 

„Hallo, bitte keine Plastiktüte für mich.“ 

„So, hier, bitte.“

„Nein, bitte ohne Tüte.“

„Ohne was?“

„Ohne Plastiktüte.“

„20 Cent bitte.“

„Nein OHNE!“

Dann lächelte mir der freundliche Verkäufer zu und ich verließ den Laden mit einer in jetzt ZWEI kleine Plastiktüten eingewickelten Avocado und einem Snickers. Es scheint als hätten wir manchmal gar keine Wahl an der Kasse. Aber das täuscht. Man muss nur mal mit der Veränderung anfangen, zum Beispiel beim Stromanbieterwechsel. 

Biokunststoffe als Alternative

Ich ernenne uns Verbraucher an dieser Stelle spontan zur fünften Gewalt im gewaltengetrennten demokratischen Rechtsstaat. Wir haben viel mehr in der Hand, als wir denken. Und es gibt Alternativen zu unserem Handeln: Biokunststoffe sind zwar etwas teurer und auch nicht immer abbaubar, aber wird aus nachwachsenden Rohstoffen z.B. Maisstärke gewonnen, statt aus Öl-Abfallstoffen. Oder wir könnten komplett auf diese Art von Tüten verzichten. Es gibt ja welche aus Papier, aus Stoff, oder den guten alten Jutebeutel. Mein Vorschlag: Jeder Haushalt legt sich so eine Einkaufstasche auf Rädern zu, nach südeuropäischem Vorbild. 

Was können wir also gegen die Umweltverschmutzung tun? 

Es gibt viel, was falsch läuft, seit wir den Kunststoff in den Fünfzigerjahren als Allheilmittel in unsere Gesellschaft eingeführt haben. Dafür gibt es jetzt umso mehr, das man ändern kann, ein paar Beispiele: Tägliche Gebrauchsgegenstände und Verpackung reduzieren. Für Zahnbürsten gibt es Borsten, die man tauschen kann, ohne jedes Mal den Stiel wegzuwerfen. Zahnseide gibt es jetzt an kleinen Plastikgriffen, damit man sich nicht an die Lippen fassen muss – warum?! Seifenspender kann man nachfüllen. Duschgels auch. Ist sogar billiger. Überhaupt mehr Mehrweg Verpackung, weniger Einweg! Glas für Flüssigkeiten, vor allem Milch und Wasser. Tetrapack Verpackungen sind in Ordnung. Coffe-to-Go sollte, auch wenn das nerdy klingt, in den eigenen Becher. It’s the right way to do it. Starbucks und Co verkaufen die ja auch und er bleibt länger heiß. Kochlöffel sind besser aus Holz. Essen sollte lieber nicht Fertiggericht sein. Jutebeutel mitführen, noch praktischer sind diese Stoffrucksäcke, die sich super leicht und klein zusammenfalten lassen und dann muss man nicht immer so einseitig gekrümmt  herumlaufen. Ich glaube ja, das wird das nächste Wirbelsäulenproblem unserer Laptoptaschen-Generation. Mehr Alternativen für den Alltag hat Utopia gesammelt:  und für Alternativen für wirklich Praktisches wie Tupper-Ware gibt es hier Ersatz, sofern möglich.  

Fakten und Material zum aktuellen Stand der Umweltverschmutzung

Es gibt einen Haufen Material zum Thema Plastik, hauptsächlich Dokumentationen. Hier meine zwei Favoriten: Einmal hat VICE Magazine Plastik-Fischer begleitet und die andere ist im WDR erschienen und beleuchtet Plastik von allen Seiten, mit wissenschaftlichem Anspruch, Chemie auch für Nichtkenner verständlich gemacht. 

Spaghetti-Western

Es wird geschätzt, dass allein 2010 drei neue Millionen Tonnen Plastik produziert wurden, davon aber nur 10% recycelt wurden. Von Plastiktüten wird sogar nur ein Prozent wiederverwendet. 

Was also tun? Ich sollte mir jetzt möglichst bald einen Schlachtplan für den nächsten Supermarktbesuch überlegen. Im Notfall, sollte der Verkäufer sich wieder so anstellen, werde ich einfach meinen imaginären Wilder-Westen-Colt ziehen und langsam mit viel Bass und Bart sagen: „Noch einen Schritt weiter, Johnny, und du bist ein tüter Mann.“ Dann werde ich meinen Revolver auspusten, meine Spaghetti in die Rolltasche legen und breitbeinig zur Tür schreiten, in den Sonnenuntergang. 

Was auch immer wir tun, es gibt unter einer dieser Dokus zur Umweltverschmutzung einen Kommentar, der sagt: „Wenn die Menschen sagen, sie schmeißen etwas weg, müssen sie verstehen, dass auf dieser Erde nichts weg sein kann.“ 

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