E-Autos wird man zukünftig nicht nur zuhause, sondern auch an vielen öffentlichen Ladesäulen aufladen können. Erfahre hier alles über Preise fürs E-Auto tanken, Ladekabel, Ladesäulen und Stecker.

E-Autos unterwegs laden: Das tut sich bei den Ladestationen

Wie sieht es aus, wenn du dein E-Auto unterwegs laden willst? Immer besser. Die Zahl der Ladesäulen und Ladepunkte wächst und wächst. Und: Neue, ultraschnelle Ladelösungen mit 100 % Ökostrom gibt es auch schon. Ein Überblick.

Inhalt:


Zu unseren Autostromtarifen

 

Wie steht es mit dem Ausbau der E-Ladeinfrastruktur?

 

Rund 17.400 Ladepunkte für Elektroautos.

Noch vor einigen Jahren hatten Fahrberichte mit Elektroautos etwas von Abenteuergeschichten. Kein Ladepunkt weit und breit. Wenn doch, dann besetzt oder außer Betrieb. Oder man hatte das passende Kabel nicht dabei. Inzwischen hat sich hier eine Menge getan. Das Ladesäulenregister des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) verzeichnete im März 2019 rund 17.400 öffentliche und teilöffentliche Ladepunkte. 12 % der Ladestationen waren Schnellladesäulen. 

 

Zahl der verfügbaren Ladestationen vermutlich höher.

Die Betreiber dieser Stationen sind häufig Energieversorger oder spezielle Dienstleister. Aber auch Supermärkte, Hotels, Restaurantketten oder Handelshäuser wie IKEA mischen kräftig mit. Hinzu kommen private Anbieter, die im BDEW-Laderegister nicht unbedingt auftauchen. Sprich: Die Zahl der verfügbaren Stationen ist wahrscheinlich noch höher.

 

Wo die meisten E-Ladestationen stehen.

Generell ist die Dichte der Ladesäulen in den Städten höher als auf dem Land, und die regionalen Unterschiede sind groß. In der Verfügbarkeit von E-Ladestationen ist Hamburg derzeit Spitzenreiter. Laut BDEW  gab es dort im März 2019 882 Ladepunkte. Auf dem zweiten Platz stand Berlin mit 779 Lademöglichkeiten, gefolgt von München mit 762. Nach Bundesländern betrachtet hat derzeit Bayern die Nase vorn. Dort waren zur selben Zeit 4.052 Ladepunkte zu erreichen. Besonders gut sah es auch in NRW (2.814 Stück) und Baden-Württemberg (2.796 Stück) aus. Nicht so ist derzeit das Saarland aufgestellt. Für Elektroautos waren dort im März nur 65 Ladepunkte zu erreichen. Generell wird das Ladenetz also immer dichter. Laut BDEW kamen im ersten Quartal 2019 mehr als als zehn Elektroautos auf einen Ladepunkt. 

 

Tesla geht eigenen Weg.

Eine Sonderrolle spielen die „Supercharger“ von Tesla, die auch nur von Tesla-Fahrern genutzt werden können. Laut Website gibt es in Deutschland 66 Supercharger, 4 weitere kommen bald dazu. Hatten die Tesla-Stationen bislang Ladeleistungen von bis zu 145 kW, kommen bis zum Ende des Jahres die neuen V3-Supercharger dazu, die eine Ladeleistung von 250 Kilowatt schaffen. Sie können vorerst aber nur von Model 3 LR genutzt werden, Model 3-Autos nach einem Software-Update. Auch für die anderen Tesla-Modelle sollen entsprechende Software-Updates zur Verfügung stehen. Die "3er-Modelle" sollen mit dem neuen V3-Supercharger in nur 5 Minuten Energie für über 120 km laden können. Möglich macht dies ein wassergekühltes Kabel und eine Software, die bereits vor dem Anfahren der Ladestation die Elektroautobatterie auf die optimale Ladetemperatur bringt.

 

Bevorzugter Ladeort für das Elektroauto: zu Hause.

Bei allen Diskussionen um öffentliche Ladestellen sollte man aber Folgendes nicht außer Acht lassen: Laut Bundesverbands eMobilität lädt die Mehrheit der E-Autofahrer – genauer gesagt rund 80 % – ihr Fahrzeug bevorzugt zu Hause.

>>> Hier findet du den passenden Tarif. 

Öffentliche Ladesäulen für Elektromobilität und E-Autos von EVBox.

 

Welche Ladestecker und Ladekabel du fürs E-Auto brauchst.

Elektroautomobilisten der ersten Stunde hatten oft ein ganzes Bündel von Kabeln mit verschiedenen Steckern im Kofferraum. Inzwischen haben sich ein paar Standards durchgesetzt.

 

Gängige Ladekabel für Elektroautos.

Zwei Ladekabel sind üblich: das Mode 2-Ladekabel und das Mode 3-Ladekabel. Das "Mode 2er" ist dafür gedacht, ein Elektroauto mit einer normalen Haushaltssteckdose zu verbinden. Mit dem Mode 3-Ladekabel kann das Elektroauto mit einer Ladestation verbunden werden.

 

Gängige Ladestecker für Elektroautos.

Bei den Steckern haben sich zwei Standards durchgesetzt. Der Typ 2-Stecker und das Combined Charging System CCS, kurz: Combo Stecker. Typ 2 ist meist Standard in Europa und wird für "normales" Laden mit Wechselstrom (AC) zu Hause und an öffentlichen Ladestationen genutzt. Der Combo-Stecker (CSS) erlaubt das Schnellladen mit Gleichstrom (DC). Typ-1-Stecker sind vorwiegend im asiatischen Raum zu finden. Das CCS- bzw. Combo2-System ist dabei „abwärtskompatibel“. Das heißt: An einem CCS-Anschluss lässt sich auch ein Typ-2-Stecker verwenden.

 

Sonderweg: CHAdeMO und Tesla.

Viele Ladestationen verfügen zusätzlich auch noch über den asiatischen „CHAdeMO“-Standard für das Schnellladen. Tesla dagegen setzt bei den „Superchargern“ nach wie vor auf ein spezielles Steckersystem (siehe oben). Ladesäulen-Maps wie die von Going Electric zeigen Dir, welche Ladestationen mit welchen Standards ausgerüstet sind.

 

Diese Typen von öffentlichen E-Ladestationen gibt es.

 

Normal- vs. Schnell-Ladestationen.

Grundsätzlich wird aktuell zwischen „Normal“-Ladestationen und Schnellladestationen unterschieden. Die Schnellladeeinrichtungen differenzieren sich allerdings zusätzlich danach, ob sie Wechselstrom (AC) oder Gleichstrom (DC) liefern. Dieser Unterschied ist wichtig. Denn DC-Ladestationen haben eine wesentlich höhere Ladeleistung. Zudem baut Ionity derzeit das europaweit erste Netz mit Ultraschnell-Ladestationen auf.

 

Übersicht über Ladesäulen, Ladeleistung und Ladeleistung.


Ladeeinrichtung Normal-Ladesäule AC-Schnellladestation DC-Schnellladestation Tesla Supercharger (nur für Tesla-Modelle) Ultraschnell-Ladestationen (im Aufbau)
Stecker Typ-2 Typ-2 CCS (Combo 2), teilweise auch CHAdeMo Spezielles Steckersystem von Tesla CCS (Combo 2)
Ladeleistung bis 22 kW bis 43,5 kW bis 170 kW bald bis 250 kW bis 350 kW

 

Preise, Abrechnung, Bezahlung und Ladedauer an öffentlichen Ladestationen.

Immer mehr Ladesäulen, weitgehend durchgesetzte Steckerstandards – so weit die guten Nachrichten. Doch wer sein Elektroauto unterwegs laden möchte, trifft in vielerlei Hinsicht immer noch auf ein Durcheinander. Das fängt schon bei den Preisen an.

 

Was der Strom an Ladesäulen kostet.

Generell lassen sich die Kosten für 100 Kilometer grob ausrechnen, indem man die Batteriekapazität und den durchschnittlichen Kilowattstundenpreis malnimmt. Problem: Nicht überall lädt man den durchschnittlichen Kilowattstundenpreis. Eine Studie des Bonner Marktforschungsinstituts EuPD stellt hohe Preisunterschiede bei den Ladestationen fest. Demnach lag die Preisspanne an den Ladestationen im April 2019 durchschnittlich zwischen 23 und 32 Cent pro Kilowattstunde. Vielerorts mussten die Kunden aber auch tiefer in die Tasche greifen – bis zu 1,39 Euro pro Kilowattstunde. 

 

Tarife und Abrechnungsarten.

Die extremen Preisunterschiede hängen mit einem ebenso schwer durchschaubaren Tarifdschungel zusammen. Manche Anbieter rechnen nach Zeit ab, andere bieten Pauschalen. Die Abrechnung nach kWh ist dagegen kaum noch verbreitet. Zum Teil werden auch Grundgebühren erhoben. An vielen Ladestationen kann man zudem entweder mit dem Betreiber direkt abrechnen oder einen sogenannten Roaming-Dienst nutzen. Auch das führt teilweise zu deutlichen Ergebnissen in Sachen Preis.

 

Wie das Bezahlen abläuft.

Noch vor Kurzem mussten E-Auto-Besitzer ganze Sammlungen von Ladekarten mit sich führen, um auf längeren Strecken klar zu kommen. Die Roaming-Dienste haben hier für Vereinfachung gesorgt: Bei den beteiligten Betreibern kann man mit ein und derselben App bezahlen. Dennoch herrscht immer noch ein bisschen Wildwuchs: Ladekarten mit RFID-Chip, Apps, webbasierte Bezahldienste, Rechnung, Barzahlung, Kreditkarte. Je nach Betreiber solltest Du mit den unterschiedlichsten Varianten und Kombinationen rechnen. 

 

Wie lange das Laden von einem Elektroauto an einer Ladestation dauert.

Auch hier ist die Antwort ein klares „Kommt darauf an“. Einfluss auf die Ladedauer haben zum Beispiel die Batteriekapazität Deines E-Autos, die Ladeleistung der Ladestation oder die Frage, ob mit Gleichstrom oder Wechselstrom geladen wird. Doch im Grunde kannst du die Ladezeit deines Elektroautos ungefähr ausrechnen:

Ladekapazität der Batterie (kWh) : Ladeleistung der Ladestation (kW) = Ladezeit.

Theoretisch braucht also ein E-Auto mit 22 kWh Ladekapazität an einer Ladesäule mit 22 kW eine Stunde Ladezeit, eines mit 44 kWh 2 Stunden. Theoretisch. Denn nicht jedes E-Auto kann die zur Verfügung gestellte Leistung komplett nutzen. Und: Die Ladevorgänge verlaufen nicht konstant. Sie sind zum Beispiel abhängig vom Zustand der Batterie und von der Umgebungstemperatur.

 

Von 10 Minuten bis zu mehreren Stunden.

Grobe Hausnummern für das Laden von Elektroautos gibt es trotzdem. Laut EnergieAgentur.NRW lassen sich an derzeit gängigen Wechselstrom-Schnellladestationen ca. 80 % der Batterie in rund 30 Minuten laden. Bei sogenannten Normalladestationen (bis 22 kW Ladeleistung) kann das dagegen eine bis mehrere Stunden dauern. Die schnellen Gleichstrom-Ladestationen (mit CCS- bzw. Combo2-Stecker) ermöglichen allerdings auch schon Ladezeiten, für die eine Kaffeepause genügen kann. Entscheidend ist dabei natürlich die Ladekapazität des E-Autos. Und hier sind künftig größere Kapazitäten zu erwarten. Die Ladezeiten mit den heute gängigen Schnellladern werden sich dann entsprechend verlängern.

 

Der E-Auto-Ladetipp: mach 80 %.

Die letzten Prozent beim Aufladen dauern immer am längsten. Das kennt man vom Handy. Lädst du also nur bis etwa 80 %, kannst Du einiges an Zeit sparen – und bei Ladestationen, die nach Zeit abrechnen, auch bares Geld.

E-Autos laden an öffentlichen Ladesäulen und Zuhause.

 

Mit dem Elektroauto spontan losfahren – geht das?

 

Kurze Wege vs. lange Strecken.

Eine Sache sollten wir uns klar machen: Die Wege, die wir in Deutschland durchschnittlich pro Tag zurücklegen, betragen laut einer ADAC-Studie im Schnitt 11,5 km. Das heißt: Für sehr viele Fahrten im E-Auto genügt die Lademöglichkeit zu Hause völlig – und für diese kannst Du Dich auch ganz spontan ans Steuer setzen. Anders auf weiten Strecken: E-Auto-Fahrer sollten an ein paar Dinge denken, bevor sie starten. Wie groß ist die Kapazität meiner Batterie? Wie weit komme ich damit ganz sicher? Und wo gibt es dann eine Ladestation, die für mich und mein E-Auto passt?

 

Digitale Planungshelfer.

Im Netz gibt es zahlreiche Ladestations-Karten, die Dir bei dieser Planung helfen. Etwa das Ladesäulenregister des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft BDEW. Oder die bereits erwähnte Map Going Electric, die auch die auch über die Steckerstruktur an den Ladesäulen informiert. 

 

Mit Elektroauto bewusster unterwegs.

Einfach losfahren – und wenn die Anzeige leuchtet, dann zur nächsten Tanke: Old School! Elektroautos erfordern ein wenig Planung. Und das ist auch völlig okay. Denn Elektromobilität ist eben nicht nur der Umstieg auf eine neue Antriebsart, sondern eine neue Einstellung: Hin zum bewussten Umgang mit Energie – nicht nur zu Hause, sondern auch unterwegs.

Hier erfährst Du, was nötig ist, damit Dein Elektroauto wirklich klimafreundlich fährt.

 

Ultraschnelles Laden: mit Wirklich Ökostrom.

 

High-Power-Charging mit 350 kW.

Aktuell wird nun die nächste Stufe im Ausbau der Ladeinfrastruktur gezündet. Das Unternehmen Ionity – ein Joint Venture von BMW, Daimler, Ford und Volkswagen mit Audi und Porsche – hat damit begonnen, das erste Ultraschnell-Ladenetz Europas aufzubauen. Mit Blick auf die künftige Entwicklung bei den Elektrofahrzeugen bieten die Stationen Ladeleistungen von bis zu 350 kW. Ein Riesensprung im Vergleich zu den bestehenden Angeboten. An den Ionity-Ladestationen können alle Elektrofahrzeuge geladen werden, die das Combined Charging System CCS unterstützen. Im Fokus von Ionity steht aber nicht nur das sehr schnelle Laden: Die Ladestationen werden nur mit Ökostrom in bestmöglicher Qualität betrieben. In Deutschland arbeitet Ionity dafür ausschließlich mit Polarstern zusammen. Schließlich erfüllt unser Ökostrom die allerstrengsten Standards.

>>> Erfahre mehr über die Zusammenarbeit von Ionity und Polarstern. 

Die ersten Schnellladestationen von Ionity stehen bereits jetzt an deutschen Autobahnen.
Am Rastplatz Brohltal in Rheinland-Pfalz kannst du jetzt schon Wirklich Ökostrom von Polarstern tanken. Mit den Schnellladern von Ionity.

400 Ionity-Schnelllader bis 2020.

Bis 2020 will Ionity europaweit 400 dieser „High-Power-Charger“ aufbauen. Für Deutschland sind rund 100 Ladestationen geplant. An den Autobahnen wird dann etwa alle 120 km eine Ionity-Station zur Verfügung stehen, an der Wirklich Ökostrom von Polarstern geladen werden kann. Die Ladezeiten für E-Autos mit 350 kWh Batteriekapazität sollen etwa 10 bis 15 Minuten dauern. Elektroautofahrer können jetzt schon das schnelle Laden ausprobieren. Zum Beispiel am Rastplatz  Brohltal in Rheinland-Pfalz (A61, beide Richtungen). 

 

Klare Preisstruktur – einfaches Bezahlen.

Mit den Preisen will Ionity ein Zeichen setzen. Der Ladevorgang kostet in der Eurozone pauschal 8 Euro, in der Schweiz 8 Schweizer Franken, in Großbritannien 8 Britische Pfund und in Skandinavien 80 norwegische, schwedische oder dänische Kronen. Ab einer Lademenge von rund 27 kWh liegen die Kosten damit unter dem durchschnittlichen Strompreis von 0,30 Euro/kWh. Die Bezahlung erfolgt über das Smartphone (und das Einscannen eines Barcodes an der Station) oder – für Kunden von Mobilitäts-Service-Anbietern – über deren Karten bzw. Apps.

 

Leise bewegt sich was. Wie Elektroautos.

Noch ist manches nicht ganz einheitlich und ausgereift. Aber es geht voran mit der Ladeinfrastruktur. Muss auch. Anfang 2019 waren schon um die 100.000 Elektroautos auf Deutschlands Straßen unterwegs. Kann sein, dass bald alles recht schnell geht.  Natürlich nur mit der richtigen Ladung. Erst dann verursacht man kein CO2 mehr fürs Fahren. 

>>> Wir haben die passenden Autostromtarife und Preise.

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