E-Autos wird man zukünftig nicht nur zuhause, sondern auch an vielen öffentlichen Ladesäulen aufladen können. Erfahre hier alles über Preise fürs E-Auto tanken, Ladekabel, Ladesäulen und Stecker.

E-Autos unterwegs laden: Was tut sich in Sachen Ladestationen?

Wie sieht es aus, wenn Du Dein E-Auto unterwegs laden willst? Vieles hat sich hier bewegt – und es geht immer besser. Aber hier und da gibt es auch ein Durcheinander. Und: Neue, ultraschnelle Ladelösungen mit 100 % Ökostrom sind in Sicht. Ein Überblick.

Inhalt:


 

Wie steht es mit dem Ausbau der Ladeinfrastruktur?

Versorgung mit öffentlichen Ladesäulen

Noch vor einigen Jahren hatten Fahrberichte mit Elektroautos etwas von Abenteuergeschichten. Kein Ladepunkt weit und breit. Wenn doch, dann besetzt oder außer Betrieb. Oder man hatte das passende Kabel nicht dabei ...

Inzwischen hat sich hier eine Menge getan. Das Ladesäulenregister des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) verzeichnete im Juli 2018 rund 6.700 öffentliche und halböffentliche Ladesäulen mit ca. 13.500 Ladepunkten. Das sind über 25 % mehr als im Vorjahr.

 

Stand Juli 2018: 6.700 Ladesäulen mit 13.500 Ladepunkten

Die Betreiber dieser Stationen sind häufig Energieversorger oder spezielle Dienstleister. Aber auch Supermärkte, Hotels, Restaurantketten oder Handelshäuser wie IKEA mischen kräftig mit. Hinzu kommen private Anbieter, die im BDEW-Laderegister nicht unbedingt auftauchen. Sprich: Die Zahl der verfügbaren Stationen ist wahrscheinlich noch höher.

 

4,5 E-Autos pro Ladestation

Generell wird das Versorgungsnetz also immer dichter. Rein rechnerisch kamen Anfang 2018 4,5 Elektroautos auf eine Ladesäule. Zum Vergleich: Das von der „Plattform Zukunft der Mobilität“ empfohlene Verhältnis liegt bei 12,5 E-Autos pro Säule.

Natürlich gibt es noch große Unterschiede in der regionalen Verteilung. In Bayern standen Anfang 2018 über 2.300 Ladestationen zur Verfügung, im Saarland dagegen nur 95. Und: In den Städten ist die Dichte der Ladesäulen wesentlich höher als auf dem Land. Kritiker beklagen zudem, dass es eine Tendenz zu regionalen Monopolen gibt (etwa durch den vorherrschenden Energieversorger).

 

Sonderrolle: Tesla und die „Supercharger“

Eine Sonderrolle spielen die „Supercharger“ von Tesla. Aktuell stehen rund 70 Stationen in Deutschland zur Verfügung – mit Ladeleistungen von bis zu 145 kW. Diese können allerdings nur von Tesla-Fahrern genutzt werden. Um ihren Tesla auch an anderen Stationen zu laden, benötigen diese eine entsprechende Zusatzausrüstung. 

 

Bevorzugter Ladeort: Zuhause

Bei allen Diskussionen um öffentliche Ladestellen sollte man aber Folgendes nicht außer Acht lassen: Laut Bundesverbands eMobilität lädt die Mehrheit der E-Autofahrer – genauer gesagt rund 80 % – ihr Fahrzeug bevorzugt zu Hause.

Öffentliche Ladesäulen für Elektromobilität und E-Autos von EVBox.

 

Welche Kabel bzw. Stecker brauche ich?

Inzwischen Standard: Stecker und Kupplungen „Typ-2“ und „CCS“

Elektroautomobilisten der ersten Stunde hatten oft ein ganzes Bündel von Kabeln mit verschiedenen Steckern im Kofferraum. Doch auch hier ist eine Menge geschehen. Heute haben sich im Großen und Ganzen zwei Standards durchgesetzt: Der Stecker bzw. die Kupplung „Typ-2“ für „normales“ Laden mit Wechselstrom (AC). Und der Stecker bzw. die Kupplung „Combined Charging System“ (auch „CCS“ oder „Combo2“) für das Schnellladen mit Gleichstrom (DC).

Das CCS- bzw. Combo2-System ist dabei „abwärtskompatibel“. Das heißt: An einem CCS-Anschluss lässt sich auch ein Typ-2-Stecker verwenden.

 

„CHAdeMO“ und Tesla

Viele Ladestationen verfügen zusätzlich auch noch über den asiatischen „CHAdeMO“-Standard für das Schnellladen. Tesla dagegen setzt bei den „Superchargern“ nach wie vor auf ein spezielles Steckersystem (siehe oben). Ladesäulen-Maps wie die von Going Electric zeigen Dir, welche Ladestationen mit welchen Standards ausgerüstet sind.

 

 

Welche Typen von öffentlichen Ladesäulen gibt es?

Normal- vs. Schnell-Ladestationen

Grundsätzlich wird aktuell zwischen „Normal“-Ladestationen und Schnellladestationen unterschieden. Die Schnellladeeinrichtungen differenzieren sich allerdings zusätzlich danach, ob sie Wechselstrom (AC) oder Gleichstrom (DC) liefern. Dieser Unterschied ist wichtig. Denn DC-Ladestationen haben eine wesentlich höhere Ladeleistung. Zudem baut Ionity derzeit das europaweit erste Netz mit Ultraschnell-Ladestationen auf. Hier ein Überblick: 

Ladeeinrichtung Normal-Ladesäule AC-Schnellladestation DC-Schnellladestation Tesla Supercharger (nur für Tesla-Modelle) Ultraschnell-Ladestationen (im Aufbau)
Stecker Typ-2 Typ-2 CCS (Combo 2), teilweise auch CHAdeMo Spezielles Steckersystem von Tesla CCS (Combo 2)
Ladeleistung bis 22 kW bis 43,5 kW bis 170 kW bis 170 kW bis 350 kW

 

Öffentliche Ladesäulen: Preise, Abrechnungsarten, Bezahlweisen, Ladedauer

Immer mehr Ladesäulen, weitgehend durchgesetzte Steckerstandards: So weit die guten Nachrichten. Doch wer sein Elektroauto unterwegs laden möchte, trifft in vielerlei Hinsicht immer noch auf ein Durcheinander.

 

Wieviel kostet der Strom an Ladesäulen?

Das fängt schon bei den Preisen an. Das Online-Magazin aio berichtete im März 2018 über Unterschiede zwischen 0 und 10,70 Euro für 100 km Reichweite. Andere Vergleiche kamen auf Preise pro Kilowattstunde von 0 bis 59,5 Cent/kWh. In Einzelfällen kann der kWh-Preis sogar über 3 Euro betragen. Zur Erinnerung: Der durchschnittliche Preis für Hausstrom liegt aktuell bei ca. 0,30 Euro/kWh.

 

Intransparente Tarife und Abrechnungsarten

Die extremen Preisunterschiede hängen mit einem ebenso schwer durchschaubaren Tarifdschungel zusammen. Manche Anbieter rechnen nach Zeit ab. Andere bieten Pauschalen. Die Abrechnung nach kWh ist dagegen kaum noch verbreitet. Zum Teil werden auch Grundgebühren erhoben. 

An vielen Ladestationen kann man zudem entweder mit dem Betreiber direkt abrechnen oder einen sogenannten Roaming-Dienst nutzen. Auch das führt teilweise zu deutlichen Ergebnissen in Sachen Preis.

 

Wie läuft das Bezahlen ab?

Noch vor Kurzem mussten E-Auto-Besitzer ganze Sammlungen von Ladekarten mit sich führen, um auf längeren Strecken klar zu kommen. Die Roaming-Dienste haben hier für Vereinfachung gesorgt: Bei den beteiligten Betreibern kann man mit ein und derselben App bezahlen.

Dennoch herrscht hier immer noch Wildwuchs: Ladekarten mit RFID-Chip, Apps, webbasierte Bezahldienste, Rechnung, Barzahlung, Kreditkarte ... Je nach Betreiber solltest Du mit den unterschiedlichsten Varianten und Kombinationen rechnen.

 

Wie lange dauert das Laden?

Auch hier ist die Antwort ein klares „Kommt darauf an“. Einfluss auf die Ladedauer haben zum Beispiel die Batteriekapazität Deines E-Autos, die Ladeleistung der Ladestation oder die Tatsache, ob mit Gleichstrom oder Wechselstrom geladen wird. Doch im Grunde kannst du die Ladezeit deines Elektroautos ganz einfach ausrechnen:

Ladekapazität der Batterie (kWh) : Ladeleistung der Ladestation (kW) = Ladezeit

Theoretisch braucht also ein E-Auto mit 22 kWh Ladekapazität an einer Ladesäule mit 22 kW eine Stunde Ladezeit, eines mit 44 kWh 2 Stunden usw.

Theoretisch... denn nicht jedes E-Auto kann die zur Verfügung gestellte Leistung komplett nutzen. Und: Die Ladevorgänge verlaufen nicht konstant. Sie sind z.B. abhängig vom Zustand der Batterie und von der Umgebungstemperatur.

 

Von 10 Minuten bis zu mehreren Stunden

Trotzdem eine Hausnummer: Laut EnergieAgentur.NRW lassen sich an derzeit gängigen Wechselstrom-Schnellladestationen ca. 80 % der Batterie in rund 30 Minuten laden. Bei sogenannten Normalladestationen (bis 22 kW Ladeleistung) kann das dagegen eine bis mehrere Stunden dauern.

Die schnellen Gleichstrom-Ladestationen (mit CCS- bzw. Combo2-Stecker) ermöglichen allerdings auch schon Ladezeiten, für die eine Kaffeepause genügen kann. Entscheidend ist dabei natürlich die Ladekapazität des E-Autos. Und hier sind künftig größere Kapazitäten zu erwarten. Die Ladezeiten mit den heute gängigen Schnellladern werden sich dann entsprechend verlängern.

 

Der 80-Prozent-Tipp:

Je voller dein Akku, desto langsamer lädt er. „Tankst“ Du also nur bis etwa 80 %, kannst Du einiges an Zeit sparen – und bei Ladestationen, die nach Zeit abrechnen, auch bares Geld!

E-Autos laden an öffentlichen Ladesäulen und Zuhause.

 

Kann ich mit einem Elektroauto spontan losfahren?

Kurze Wege vs. lange Strecken

Eine Sache sollten wir uns klar machen: Die Wege, die wir in Deutschland durchschnittlich pro Tag zurücklegen, betragen laut einer ADAC-Studie im Schnitt 11,5 km. Das heißt: Für sehr viele Fahrten im E-Auto genügt die Lademöglichkeit zuhause völlig – und für diese kannst Du Dich auch ganz spontan ans Steuer setzen.

Anders auf weiten Strecken: E-Auto-Fahrer sollten an ein paar Dinge denken, bevor sie starten. Wie groß ist die Kapazität meiner Batterie? Wie weit komme ich damit ganz sicher? Und wo gibt es dann eine Ladestation, die für mich und mein E-Auto passt?

 

Digitale Planungshelfer

Im Netz gibt es zahlreiche Ladestations-Karten, die Dir bei dieser Planung helfen. Noch bequemer machen es Dir bestimmte Apps, die einige Hersteller und Dienstleister anbieten. Sie rechnen aus, wann Du auf Deiner Route laden musst, und schlagen Dir auch die geeigneten Ladestationen vor.

 

Bewusster unterwegs

Einfach losfahren – und wenn die Anzeige leuchtet, dann zur nächsten Tanke: Old School! Elektroautos erfordern ein wenig Planung. Und das ist auch völlig ok. Denn Elektromobilität ist eben nicht nur der Umstieg auf eine neue Antriebsart, sondern eine neue Einstellung: Hin zum bewussten Umgang mit der Energie, die wir verbrauchen.

Hier erfährst Du, was nötig ist, damit Dein Elektroauto wirklich klimafreundlich fährt.

 

Ausblick: Ultraschnelles Laden auf der Langstrecke mit 100 % Ökostrom

High-Power-Charging mit 350 kW

Aktuell wird nun die nächste Stufe im Ausbau der Ladeinfrastruktur gezündet. Das Unternehmen Ionity hat damit begonnen, das erste Ultraschnell-Ladenetz Europas aufzubauen. Mit Blick auf die künftige Entwicklung bei den Elektrofahrzeugen bieten die Stationen Ladeleistungen von bis zu 350 kW. Ein Riesensprung im Vergleich zu den bestehenden Angeboten.

Die ersten Schnellladestationen von Ionity stehen bereits jetzt an deutschen Autobahnen.

100 % Ökostrom von Polarstern

Im Fokus von Ionity steht aber nicht nur das sehr schnelle Laden: Die Ladestationen werden nur mit Ökostrom in bestmöglicher Qualität betrieben. In Deutschland arbeitet Ionity dafür ausschließlich mit Polarstern zusammen. Schließlich erfüllt unser Ökostrom die allerstrengsten Standards.

Hier findest Du mehr zur Partnerschaft von Ionity und Polarstern

 

400 Ladestationen bis 2020

Bis 2020 will Ionity europaweit 400 dieser „High-Power-Charger“ aufbauen. Für Deutschland sind rund 100 Ladestationen geplant. An den Autobahnen wird dann etwa alle 120 km eine Ionity-Station zur Verfügung stehen. Die Ladezeiten für E-Autos mit 350 kWh Batteriekapazität sollen etwa 10 bis 15 Minuten dauern.

Stand September 2018 hat Ionity bereits 9 Ladestellen in Europa eröffnet. 7 weitere befinden sich gerade im Bau. Die ersten beiden Ladestationen in Deutschland stehen am Rastplatz Brohltal in Rheinland-Pfalz (A61, beide Richtungen). Im Moment sorgen vor allem Vertragsverhandlungen noch für Anfangsverzögerungen. Sind diese unter Dach und Fach, wird sich der Ausbau deutlich schneller gestalten.

 

Klare Preisstruktur – einfaches Bezahlen

Mit den Preisen will Ionity ein Zeichen setzen: Für den Rest des Jahres 2018 betragen sie in der Eurozone pauschal 8 Euro pro Ladevorgang, in der Schweiz 8 Schweizer Franken, in Großbritannien 8 Britische Pfund und in Skandinavien 80 norwegische, schwedische oder dänische Kronen*. Ab einer Lademenge von rund 27 kWh liegen die Kosten damit unter dem durchschnittlichen Strompreis von 0,30 Euro/kWh.

Die Bezahlung erfolgt über das Smartphone (und das Einscannen eines Barcodes an der Station) oder – für Kunden von Mobilitäts-Service-Anbietern – über deren Karten bzw. Apps.

* Für Bezahlvorgänge über Dritte gelten die individuellen Tarife des Anbieters.

 

Unser Fazit

Noch ist manches unübersichtlich und kompliziert. Doch es geht voran mit der Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge. Fehlen nur noch die Elektroautos selbst. In Deutschland waren Anfang 2018 gerade einmal rund 54.000 reine Stromer gemeldet, dazu kamen ca. 44.000 Plug-in-Hybride. Zeit das zu ändern! Natürlich mit 100 % Ökostrom für wirklich klimafreundliches Fahren.

 

Und wie ist es mit dem Laden zuhause? Hier findest Du unsere speziellen E-Auto-Tarife Wirklich Autostrom und Wirklich Autostrom Plus.

 

 

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NT

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