Der Mann vor Ort | Polarstern
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Der Mann vor Ort

Dennis war früher Unternehmensberater. Heute arbeitet er für das Entwicklungsförderungs-Programm „National Bindigster Programme“ in Kambodscha und hilft dort Familien beim Einstieg in eine nachhaltige Energienutzung. Auch für uns, den Biogas Anbieter Polarstern: Denn wir unterstützen für jeden Kunden eine Familie vor Ort beim Bau ihrer eigenen kleinen Biogasanlage, um so die Energiewende weltweit voranzutreiben. Dennis ist ein ganz wichtiger Teil unserer Vorstellung von einer weltweiten Energiewende: Er sorgt dafür, dass die Unterstützung der Polarstern-Kunden ankommt und der Bau der Anlagen reibungslos abläuft. Im Interview erzählt Dennis für uns von seiner Arbeit. 

Entwicklungsförderung

Das Biogas-Programm schafft Arbeitsplätze und Einnahmequellen

Wie kamst du zum National Energiewende-Programm in Kambodscha?

DENNIS: Ich bin vor knapp 6 Jahren nach Kambodscha gereist, „um mal zu schauen“, ob ich meine Kenntnisse in der Betriebswirtschaftslehre hier anwenden kann. Mich hat die positive Energie der Menschen, die Kultur und die Schönheit der Landschaft einfach in den Bann gezogen, so dass ich bei der Entwicklung des Landes mithelfen wollte. Der Großteil der Bevölkerung ist von der Landwirtschaft abhängig. Das Land braucht aber auch andere Wirtschaftszweige, die neue Arbeitsplätze schaffen und Einnahmequellen bringen, wenn es sich aus der Armut befreien will. Das ist auch der Sinn des Biogas-Programms.

Wie sieht denn die Energieversorgung in Kambodscha sonst aus?

DENNIS: Viele benutzen Autobatterien, die an zentralen Ladestellen mit Dieselgeneratoren aufgeladen werden müssen, was nicht gerade nachhaltig ist. Außerdem kochen mehr als 90 Prozent der Bevölkerung nach wie vor auf offenen Feuerstellen, das heißt mit Holz oder Holzkohle. Das ist nicht nur teuer und zeitintensiv, sondern auch richtig mies für die Gesundheit und die Umwelt weltweit.

weltweite Energiewende

Woran liegt diese momentane Energiewende-Situation in Kambodscha?

DENNIS: Vor allem am schlechten Versorgungsausbau. Kambodscha ist eines der ärmsten Länder weltweit, hat aber gleichzeitig mit die höchsten Stromkosten. Dort kostet eine Kilowattstunde Strom bis zu € 1,50! Sich selbst mit Gas-Energie aus der Biogasanlage zu versorgen, ist da einfach eine gesunde, umweltschützende und nachhaltige Alternative.

Kann denn jede Familie diese Entwicklungsforderung bekommen?

DENNIS: Klar, jede Familie mit etwas Platz hinter dem Haus und genügend Tieren kann eine Biogasanlage mit uns bauen. 

Genügend Tiere?

DENNIS: Das Biogas wird ja mit Dung produziert. Um täglich genügend Gas-Energie zu erzeugen, um Herde und Lampen zu betreiben, braucht man den Dung von beispielsweise zwei Ochsen oder vier Schweinen. 

weltweite Energiewende

Wenn die Biogasanlage steht, wie geht deine Arbeit in der Entwicklungsförderung weiter?

DENNIS: Mit der Nachbetreuung. Für den Erfolg des Biogasprogramms in Kambodscha ist das extrem wichtig. Denn Biogasanlagen sind vielen Menschen vor Ort unbekannt oder erst mal zu teuer. Da müssen wir Vertrauen schaffen. Wir machen zum Beispiel Trainings, bei denen wir den frischen Anlagenbesitzern zeigen, wie sie die Gärreste aus der Anlage als Dünger für ihre Felder verwenden können. Zum Beispiel beim Reisanbau bringt der Dünger aus den Biogasanlagen gleich mal um die 30 Prozent mehr Ertrag. Außerdem ist es natürlich wichtig, dass auch immer jemand da ist, der die einzelnen Projekte im Auge behält, zum Beispiel bei kleineren Reparaturen. Das muss man ja auch erst mal lernen, wie das geht.

Die Entwicklungsförderung durch das Biogas-Programm ist eine wirkliche Chance

Was ist die größte Herausforderung bei deiner Arbeit in Kambodscha?

DENNIS: Auch arme Bauern davon zu überzeugen, warum die Investition in eine Biogasanlage und damit die weltweite Energiewende sinnvoll ist. Dass das wirklich eine wirtschaftliche Chance ist, bei der sie sich langfristig viel Geld sparen. Eine andere große Herausforderung besteht darin, die Biogasanlagenbauer so zu stärken und auszubilden, dass sie in Zukunft auch ohne unsere Hilfe ein profitables Geschäft mit den Anlagen für sich aufbauen können. Schließlich geht’s ja um Hilfe zur Selbsthilfe.

Entwicklungsförderung Kambodscha

Lernen statt Holz sammeln, das Biogas-Programmmacht es möglich

Welche Momente motivieren dich bei deiner Arbeit in der Entwicklungsförderung am meisten?

DENNIS: Ganz klar, die Erfolgsgeschichten von Menschen, denen wir geholfen haben. Das ist der schönste Lohn für unsere Arbeit. 

Zum Beispiel?

DENNIS: Zum Beispiel Familien, die durch die Anlage mehr Geld zur Verfügung haben, um ihren Kindern eine Ausbildung zu ermöglichen. Erst vor Kurzem wieder so geschehen. Die Tochter einer der unterstützten Familien musste wegen der Biogasanlage kein Holz mehr sammeln und hatte stattdessen mehr Zeit zum Lernen, auch abends, weil man mit der Biogaslampe länger lesen kann. Das sind alles keine Selbstverständlichkeiten für die Menschen vor Ort, aber Voraussetzungen, dass sie vielleicht später einen gutbezahlten Beruf ergreifen können.

Entwicklungsförderung Kambodscha

Die weltweite Energiewende können wir nur gemeinsam stemmen

Ist der Klimawandel vor Ort eigentlich ein Thema? 

DENNIS: Ja, das ist ein Thema, nicht nur für uns vom National Biodigester Programme. Die Menschen bekommen die Veränderungen am eigenen Leib zu spüren. Es gab in den letzten Jahren extreme Überschwemmungen und Dürren. Außerdem hat Kambodscha wegen des Feuerholzbedarfs eine der weltweit höchsten Waldrodungsraten. Man glaubt nicht, wie schnell hier Naturschutzgebiete einfach mal verschwinden. Die andere Seite der Medaille ist: wir können nicht standardmäßig von den ärmsten Haushalten erwarten, dass sie die weltweite Energiewende alleine stemmen und jetzt mit den Biogasanlagen das Klima retten sollen. Die Energieversorgung, wie sie vor Ort ist, ist aus der Not entstanden. Da sind die reichen Industriestaaten schon zuerst gefordert. 

Apropos, Industriestaat: Was vermisst Du an Deutschland am meisten? 

DENNIS: Ich vermisse die vier getrennten Jahreszeiten und die Gelegenheit, auch mal Winterkleidung zu tragen. Außerdem die gutbürgerlich deftige Küche, Straßenverkehrsregeln und den Sinn für Ordnung und Sauberkeit. 

Und was kann Dir gestohlen bleiben?

DENNIS: Die Unzufriedenheit vieler, denen es eigentlich relativ gut geht. Auch das ewige debattieren, statt machen oder die Angst etwas Neues zu wagen... Nicht meins.

Wer ist glücklicher: Menschen in Deutschland oder in Kambodscha?

DENNIS: Ich finde, die Menschen sind in Kambodscha mit viel weniger glücklich. Trotz der Armut und der tragischen Geschichte des Landes habe ich noch nie ein Volk erlebt, das mehr lächelt und voller Energie der Zukunft entgegenstrebt. Die Menschen hier genießen noch nicht die gleichen Freiheiten und Lebensumstände, die wir in Deutschland als selbstverständlich ansehen. Ich denke, wir können uns da eine große Scheibe abschneiden und mehr wertschätzen, wie gut es uns geht.

Danke für das Gespräch, Dennis!

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