Wünsche & Geschenke | Polarstern
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„Das hab’ ich mir nicht gewünscht!“

Überraschungen, Erfüllte Wünsche, Geschenke: Wie schenkt man eigentlich richtig? Was macht den Beschenkten glücklich?

Kurz vor Weihnachten diskutieren Polarstern-GründerJakob und Polarstern-Mitarbeiter Michael über die Bedeutung des Schenkens. Was macht glücklicher? Eine wirkliche Überraschung – oder ein erfüllter Wunsch? Oder sind Geschenke eh egal? Keine einfache Frage.

Geschenke Überraschung Weihnachten

Jakob: Wer eine Überraschung verschenkt, hat sich wirklich Gedanken gemacht

„Was wünschst du dir denn zu Weihnachten?“ Ich mag  diese Frage nicht. Ich möchte sie nicht stellen und nicht gestellt bekommen. Nicht, weil ich Geschenke zu Weihnachten ablehne, im Gegenteil. Ich lehne nur ab, wie das Schenken abläuft: Nach Feierabend noch schnell eine Liste abshoppen und womöglich noch beleidigt sein, dass es die Wünsche nicht bei Amazon zu bestellen gibt. 

Ich glaube, dass diese in Geschenkpapier eingewickelten Ideenlosigkeiten nicht einmal diejenigen glücklich machen, die sie sich wünschen. Denn man bedankt sich ja nicht für das Geschenk, sondern für den Gehorsam des Schenkers. Und Gehorsam hat mit Freundschaft, Zuneigung oder Liebe wenig zu tun. Würde man statt „danke“ „brav“ sagen, es würde auf’s Gleiche rauskommen. 

Schenken ist für mich etwas Besonderes, eine Gelegenheit anderen zu zeigen, dass sie mir viel bedeuten. Und dafür gibt es Überraschungen. Entweder man trifft ins Schwarze oder nicht mal die Zielscheibe – aber in beiden Fällen hat man mit einer Überraschung etwas geschafft, was bloßes Wünsche erfüllen nicht leisten kann: man hat Zeit investiert. Und Zeit ist immer noch das Wertvollste, was man verschenken kann. Man setzt sich wirklich mit der Person auseinander, nicht mit dem Soll, den man zu erfüllen hat. Wenn der Beschenkte dann trotzdem rumnörgelt, weil er zu Weihnachten lieber die Platte haben will, statt mit mir auf’s Konzert zu gehen – dann ist es nicht nur das Geschenk, mit dem etwas nicht stimmt. 

Geschenke Wünsche Weihnachten

Michael: Man muss Wünsche auch respektieren können

Vor ein paar Jahren habe ich bei einer Weihnachtseinladung den Glauben an das Gute sterben gesehen. Die Tochter einer Freundin hatte sich ein Barbie-Haus zu Weihnachten gewünscht, bekam aber eine Murmelbahn aus Holz. Die Absicht der Mutter war bestimmt gut. Das Geschenk sollte etwas Besonderes sein, handgemacht und pädagogisch wertvoll. Es wurde ein pädagogisches Desaster. Wäre das Christkind an diesem Weihnachtsabend wirklich da gewesen, es hätte zusammen mit der kleinen Anne fürchterlich geweint. 

Ob das Barbie-Haus das Mädchen glücklicher gemacht hätte, als die Murmelbahn, ist für mich nicht die Frage. Sondern, was passiert, wenn alle Drohungen wahr gemacht werden, sich dieses Jahr gar nichts oder etwas „ganz Besonderes“ zu schenken. Das kann funktionieren. Aber diese Einstellung muss man sich erst mal leisten können. In der Situation sind nicht alle. Nicht nur Kinder, auch Erwachsene kann man manchmal richtig glücklich machen, wenn man einfach ihre Wünsche erfüllt. Ich finde, man sollte das respektieren. Überraschungen, auch Bescheidenheit oder sogar Verzicht, sind wichtige Dinge, auch an Weihnachten. Aber wenn sie zum Gruppenzwang werden – macht das auch nicht glücklich.

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