CO2 aus der Luft filtern | Polarstern
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CO2 aus der Luft filtern

Kurzer Ausflug ins Land der Träume: Stellt euch vor, wir emittieren kein CO2 mehr in die Luft, sondern reinigen sie davon. Wir stellen ohne Öl Plastik her und machen Treibstoff aus Treibstoff. Was klingt wie ein Traum oder eine Art Perpetuum Mobile, könnte bald Alltag werden: Dream Production heißt das von der Bundesregierung unterstützte Pilotprojekt, mit dem ein Forscherteam der RWTH Aachen berechtigte Hoffnungen schürt.

Dream Produktion: Kein bloßer Traum von der CO2 Kompensation

CO2 ist mehr als dieser klimaschädliche „böse Stoff“, den wir im Kopf haben. Abgesehen davon, dass wir es täglich konsumieren, zum Beispiel in Mineralwasser, speichert es große Mengen an Energie, enthält viele Stoffe, die wir uns heute noch aus Erdöl holen. So kann es beispielsweise auch zur Herstellung von Kunststoff, Medikamenten oder Treibstoff dienen. Diesen CO2 Ausstoß zu fangen und zu verwenden ist nicht ganz leicht und auch nicht billig, aber es wird aufgrund seines Potenzials immer interessanter für die Wissenschaft, mit steigendem Ölpreis auch immer mehr für Politik und Unternehmen. Es stellt sich die Frage warum wir das nicht schon immer gemacht haben? Ganz einfach: Der Energieaufwand zur CO2 Kompensation war zu hoch. Doch jetzt hat Dream Production einen hocheffizienten Katalysator für den chemischen Prozess der Trennung entwickelt und es scheint viel möglich, vor allem in der industriellen Nutzung im großen Stil. Das wäre neu in der Geschichte, ein Baustein auf dem Weg in die Unabhängigkeit von Öl.

CO2 Kompensation

Wie funktioniert’s?

Es sind komplexe chemische Vorgänge, die bei der CO2 Kompensation von statten gehen. Dream Production arbeitet nach diesem Prinzip. Auch eine Vision ist die technische Imitation von Photosynthese, um mit Hilfe von Sonnenlicht sogar Nahrung herzustellen. Bakterien werden eingesetzt, Algen, es wird viel geforscht, nicht zuletzt weil eine neue „Cash Cow" vermutet wird, die es zu melken gilt. Stichwort Geo-Engineering.

Ist die CO2 Kompensation ein Perpetuum Mobile?

Dieser neue Rohstoff verspricht also nichts geringeres, als Erdöl in großen Teilen zu ersetzen. Mehrere Probleme tauchen auf: Sehr hoher Energieaufwand, seiner Reaktionsträgheit  geschuldet; somit unsichere Energiebilanz; die Tatsache, dass wir noch nicht 100% des CO2 Ausstoß einfangen können und dass solche Anlagen meistens lokal an die großen Kraftwerke gebunden wären oder man teure Pipelinenetze bauen müsste; CO2 kann nicht alle Bestandteile von Erdöl ersetzen; und vor allem: Wir benötigen von der Menge an CO2, die wir produzieren (laut Spiegel 35 Mrd Tonnen pro Jahr und Welt) nur einen kleinen Prozentsatz überhaupt für die Weiterverarbeitung. Würde die EU ihren Gesamtbedarf an Kohlenstoff nur durch CO2 decken, käme das nur auf 5,5% unseres CO2 Ausstoß. Wobei natürlich nach oben hin Platz ist, wenn wir uns entscheiden mehr aus Kohlenstoff herzustellen. Haben wir hier die Chance auf ein Perpetuum Mobile? Leider nicht. In Sachen Effizienz versucht sich die Forschung der Natur anzunähern, aber auch die hat ja noch keins erfunden.

CO2 Ausstoß

CO2 gespeichert – aber wohin jetzt damit?

Wenn wir also nicht nur weiterverarbeiten, sondern speichern, kommt da natürlich einiges zusammen. Und das muss auch irgendwo gelagert werden. Was wir derzeit tun, ist es unter die Erde zu pumpen, dort sorgen bestimmte Gesteinsschichten dafür, dass es nicht an die Oberfläche gelangt. In Großbritannien vergräbt man CO2 unter dem Meer. Von der Problematik erinnert das schwer an Endlagerung von Atommüll und wird ähnlichen politischen Widerstand hervorrufen.

Künstliche Bäume filtern CO2 aus der Luft – Air Capture

Eine weitere Variante im Umgang mit unserem CO2 Ausstoß ist die des Hinterherputzens. Eine Methode, die sich „Air Capture“nennt. Hierbei wird, zum Beispiel durch künstliche Bäume, die man an Straßen aufstellt, täglich Unmengen an CO2 aus der Luft geholt, bevor es in die Atmosphäre gelangt – solar- oder windbetrieben. Der große Vorteil ist, und deswegen ist er auch sehr beliebt bei Klimawandel-Skeptikern: Diese Technik lässt sich auch anwenden, um vergangenen CO2 Ausstoß rückgängig zu machen. Ein Staubsauger für Luftverschmutzung quasi. Generell ist es eine tolle Sache, aber wir müssen natürlich auch darüber nachdenken, ob es besonders sinnvoll ist, immer reaktiv zu denken, anstatt Probleme von vorne herein zu vermeiden.

Das ist wie mit der Après-Silvester-Aspirin: Für den Kater ist sie ein Segen, aber das eigentliche Problem liegt ja schon vorher, beim vierzehnten Glas Sekt. Da ist übrigens auch CO2 drin. Ein gutes Neues wünscht Polarstern!

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