Vegan leben: Interview mit Patrick Bolk | Polarstern
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Autor Patrick Bolk: „Ich möchte nicht so leben, als gäbe es kein Morgen.“

Heute erzählt Patrick Bolk, Chefredakteur bei Deutschland is(s)t vegan und Herausgeber von "Ab heute vegan", warum vegane Ernährung ein großer Hebel für einen wirklich nachhaltiges Leben ist – und warum auch andere Faktoren zählen. 

vegane Ernährung

Foto: (c) Isabelle Grubert 

Mit dem Thema Nachhaltigkeit hatte ich mich bereits beschäftigt, lange bevor ich mich für eine vegane Ernährung entschieden habe, und letztlich ist der Wille, möglichst nachhaltig zu leben, sogar ein wichtiger Grund für mich gewesen, vegan zu leben. Nachhaltigkeit ist durchaus ein unscharfer, dehnbarer Begriff, und wird beinahe schon inflationär benutzt. Für mich persönlich aber bedeutet Nachhaltigkeit, durch mein Konsumverhalten und meine Lebensweise bestenfalls nur so wenig Ressourcen wie tatsächlich nötig zu verbrauchen, und für möglichst wenig Schaden an anderen Menschen, Tieren, Umwelt und Klima zu sorgen. 

Das bedeutet für mich beispielsweise den Verzicht auf ein eigenes Auto und die verstärkte Nutzung von Fahrrad, öffentlichen Verkehrsmitteln oder Carsharing. Es bedeutet auch Ökostrom und ökofaire Kleidung, regionale und saisonale Bio-Lebensmittel, fair hergestellte Produkte und den Kauf von solchen Konsumgütern, die möglichst ohne giftige Stoffe auskommen, lang genutzt werden können und bestenfalls recyclebar sind. Konzepte wie "Cradle to cradle" finde ich absolut sinnvoll, und generell übe ich mich in einem gewissen Minimalismus, hinterfrage stets, ob ich gewisse Dinge wirklich brauche. Tatsächlich zieht sich das Thema Nachhaltigkeit damit durch alle Lebensbereiche. 

vegane Ernährung

Was hat eine vegane Ernährung mit Nachhaltigkeit zu tun?

Was aber hat das mit einer nachhaltigen Lebensweise zu tun? Zunächst mal verursacht eine vegane Ernährung einen deutlich geringeren ökologischen Fußabdruck als eine fleischreiche Ernährung (vor allem bei konventionellen Produkten), denn der weltweite Fleischkonsum ist der wohl größte Klimatreiber schlechthin. Wer vegan lebt, trägt so weniger zur Zerstörung von ganzen Ökosystemen (u.a. durch das Abholzen von Regenwald für den Anbau von Soja als Tierfutter oder das Ziehen von riesigen Fischnetzen über Ozeanböden) bei. Eine fleischreiche Ernährung ist darüber hinaus äußerst Energie-ineffizient, weil für den "Umweg über Tier" ein Vielfaches an Futter (=Nahrung) und Wasser investiert werden muss, um Fleisch zu gewinnen. Eine vegane Lebensweise kann also mit einer deutlichen geringeren Nutzung von Ressource einhergehen.

Für mich hat Nachhaltigkeit letztlich vor allem mit Respekt und Bewusstsein zu tun – ich möchte einfach nicht so leben, als gäbe es kein morgen. Eine vegane Ernährung trägt meiner Meinung nach einen guten Teil dazu bei, sich auf den richtigen Weg zu machen. Aber reicht das?

Nachhaltigkeit

Vegane Ernährung, ein Faktor zu einer nachhaltigen Lebensweise

Ich beobachte in meinem Umfeld immer wieder, dass Veganer nach dem Motto "Hauptsache vegan!" leben, und das finde ich wiederum dann auch zu kurz gegriffen, denn es gibt viele Faktoren, die ich – abgesehen vom Veganismus – sehr wichtig finde. Wer beispielsweise vegane Billig-Sneaker kauft, der unterstützt möglicherweise damit die Ausbeutung von Menschen oder die Nutzung von giftigen Chemikalien. Wer beim Discounter billige Lebensmittel ohne Bio- oder Fair Trade-Zertifizierung kauft, wer nicht darauf achtet, dass das Obst oder Gemüse Saison hat oder regional ist, dessen Konsumverhalten wirkt sich unnötig negativ auf Umwelt und andere Menschen aus. Es gäbe viele weitere Beispiele, die am Ende auf das gleiche hinauslaufen: Eine vegane Ernährung ist keineswegs automatisch mit Nachhaltigkeit gleich zu setzen, es gilt viele weitere Faktoren zu beachten, und in der Summe stellt sich heraus, wie wichtig uns das Thema Nachhaltigkeit tatsächlich ist.

Eine vegane Ernährung bzw. ein weitgehender Verzicht auf tierische Produkte ist ein gewichtiger Faktor, den viele unterschätzen. Beim Duschen Wasser sparen, Bio-Lebensmittel zu kaufen oder auf unnötige Flugreisen zu verzichten ist ganz sicher richtig und wichtig, aber wer einen noch größeren Hebel bewegen möchte, sollte beim Einkaufen abwägen, wie viele tierische Produkte mit einer schlechten Klimabilanz wirklich im Einkaufswagen landen müssen. Die gute Nachricht ist: Es gibt jede Menge klimafreundliche, nachhaltige pflanzliche Alternativen, die auch noch richtig gut schmecken!

Text: Patrick Bolk

P.S. „Ab heute vegan“, herausgegeben von Patrick Bolk, ist ein hervorragender Ratgeber für alle, die sich für eine nachhaltige Lebensweise ohne tierische Produkte entscheiden.

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