Wir verraten, auf was beim Kauf von Schokolade aus fairem Handel zu achten ist – und wo du das gute Zeug bekommst.

von Michael

 

Das Bittere am Süßen.

Ostern ist auf vielen Ebenen unfair. Zum Beispiel wenn dir die Kinder nichts von den Schokoladeneiern abgeben, nur um einmal davon abzubeißen und den Rest in die Couch zu schmieren. Das wirklich Unfaire an Ostern ist aber etwas anderes. Es ist die Schokolade selbst. Denn was wir unseren Kindern verstecken, müssen oft andere Kinder unter den härtesten Bedingungen erzeugen. Dass in der Schokoladenindustrie Kinder verschleppt und verkauft werden, um auf den westafrikanischen Kakaoplantagen zu arbeiten, ist vielen nicht bewusst. Oder sie wissen und verdrängen es, sobald der Heißhunger größer ist als das Gewissen. Laut UNICEF arbeiten allein an der Elfenbeinküste zur Erntezeit etwa eine Million Kinder auf den Plantagen. Sie verätzen sich die Haut an giftigen Pestiziden, verletzten sich an Macheten und machen sich bei der Schufterei Rücken und Knochen kaputt. Das bisschen Lohn reicht am Ende wahrscheinlich noch nicht mal für eine Tafel Schokolade. 

 

Diese Kriterien sollte eine gute Schokolade erfüllen.

Zum Glück gibt es gute und faire Schokolade. Aber wie erkennt man sie? Wir haben Rapunzel gefragt. Erstens, weil sie Kunden von uns sind und unser Wirklich Ökogas aus organischen Reststoffen beziehen. Zweitens, weil sie in der Erzeugung von ökologischen und fairen Produkten absolute Pionierarbeit geleistet haben. 1978 hat Rapunzel die erste Bio-Schokolade der Welt rausgebracht und 1992 ein eigenes Siegel für fairen Handel eingeführt. Rapunzels Tipp: Die Packung genau unter die Lupe nehmen und auf die folgenden Kriterien achten. 

 

1. Schokolade muss ein Fair-Trade-Label haben.

Wenige große Marken haben den Schokoladenmarkt in der Hand und drücken die Preise, wie es nur geht. Einem Kakaobauern bleiben so in der konventionellen Landwirtschaft pro verkaufter Tafel Schokolade vielleicht 3 bis 6 Cent. Die Dumping-Preise sorgen auch dafür, dass auf den Kakaoplantagen so viele Kinder arbeiten. Denn sie sind „billiger“ als Erntehelfer. Deshalb solltest du die Packung als erstes immer auf ein Fair-Trade-Siegel checken. Diese Label stehen für bessere Löhne und Produktionsbedingungen, sie fördern die strukturelle Entwicklung vor Ort, untersagen den Einsatz bestimmter Chemikalien und verbieten die Ausbeutung von Kindern. Viele Fair-Trade-Siegel hast du alle schon einmal gesehen. Die bekanntesten sind: 

• Fairtrade

• GEPA 

• Hand in Hand (von Rapunzel)

• Naturland Fair

• Rainforest Alliance

• UTZ

 

Starke Unterschiede bei den Labels. 

Jedes Siegel ist zwar immer noch besser als gar keins, aber es gibt Unterschiede. So legen die Siegel Fairtrade, Hand in Hand, Naturland Fair und GEPA strengere Kriterien an den Tag als beispielsweise Rainforest Alliance oder UTZ. Letztere Labels schreiben zum Beispiel keine Mindestpreise für den Kakao vor. So sind die Menschen schlechter gegen Ausbeutung geschützt. 

Verlässlicher sind die anderen Label. Bei der Auszeichnung Hand in Hand von Rapunzel etwa müssen mindestens 50 % aller Zutaten eines Produktes fair gehandelt sein. Monoprodukte wie Kakao oder Kaffee sind immer zu 100 % fair und bio. Darüber hinaus pflegt Rapunzel zu seinen Partnern persönliche und langfristige Geschäftsbeziehungen, was den Lieferanten mehr Sicherheit und Entwicklungsmöglichkeiten gibt. Außerdem investiert Rapunzel ein Prozent des Einkaufswerts aller Rohwaren in einen Fonds, um beispielsweise Bildungs- und Gesundheitsprojekte in den produzierenden Regionen zu fördern.

 

2. Schokolade muss bio sein.

Die Verpackung verrät auch, ob Bioschokolade drin ist. Bioqualität ist immer mit einem entsprechenden Bio-Siegel gekennzeichnet. Das Siegel garantiert einen schonungsvollen Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen. Bio verbietet den Einsatz von Gentechnik sowie giftigen Pflanzenschutz- und Düngemitteln. Trinkwasser, Natur und Arbeiter werden so geschützt. 

 

3. Schokolade braucht gute Zutaten.

Häufig ist schon eine ellenlange Zutatenliste kein gutes Zeichen. Man muss kein Ernährungsexperte sein, um zu wissen, dass Zutaten, die sich kaum aussprechen lassen, und die man nicht gerade mit Schokolade assoziiert, im Osterhasen nichts zu suchen haben. Künstliche Aromen wie Ethylvanillin zum Beispiel oder Palmöl statt Kakaobutter.

 

4. Schokolade kommt von guten Anbietern.

Mit dem Handy kannst du beim Einkaufen gleich mehr über den Anbieter des Produkts erfahren. Denn ein Siegel wie beispielsweise Fairtrade gilt immer nur für das Produkt, nicht aber für den Hersteller. Ob mehr Gerechtigkeit in der Wirtschaft auch wirklich eine Herzenssache des Anbieters ist, erfährst du meistens auf der Website in der Rubrik Über uns. Darüber hinaus gibt es Siegel, die den Anbieter insgesamt auszeichnen. Zum Beispiel ist EMAS ein Hinweis für ein gutes Umweltmanagement im Unternehmen. Zertifizierungen durch die Gemeinwohl-Ökonomie oder durch B Corp garantieren, dass der Anbieter nachhaltig und vor allem gemeinwohlorientiert wirtschaftet.

Diese Siegel haben wir, Polarstern

 

Diese Anbieter bieten Fair-Trade-Schokolade zu Ostern. 

Wer jetzt gleich faire Schokolade für Ostern bestellen will: Ganz so einfach ist es nicht. Faire Schokolade ist zwar keine Rarität mehr, aber bei Specials wie Ostern ist das Angebot manchmal mager wie die drei Schokoeier, die dir die Neffen jedes Jahr übriglassen. Vielleicht gehört Suchen auch einfach zu Ostern dazu. Wir haben uns schon mal umgeguckt.   

 

Zotter: großes Ostersortiment.

Bei Zotter ist das komplette Sortiment bio und fair. Und es gibt eine große Osterauswahl. Die Kreationen tragen so charmante Namen wie Hasy, Eili oder Ei-Catcher. Es gibt Schokoladeneier im Glas, bunte Hasennester und jede Menge thematisch passende Schokoladentafeln. Zotter kauft direkt bei den Kakao-Bauern ein und zahlt mehr für den Kakao als auf dem Weltmarkt üblich. Zotter setzt sich für nachhaltiges Wirtschaften ein, verarbeitet von der Bohne bis zur Tafel alles selbst und ist für sein Umweltmanagement mit dem EMAS-Siegel ausgezeichnet. Zum Beispiel produziert Zotter einen Großteil seines Stroms selbst. Finden wir gut.

 

Confiserie Riegelein: saisonal und immer fair.

Bei Confiserie Riegelein ist das Sortiment ebenso komplett fair. Das Unternehmen setzt sich für eine gerechtere Wirtschaft ein, zudem sind alle Zutaten aus ökologischem Anbau. Die Osterschokolade ist natürlich ebenso bio und fair. Zu Ostern bietet Riegelein unter anderem einen goldenen Osterhasen mit Schleife, einen Hasen in der Spardose, Ostereier und den „Hugs Bunny“. Sehr süß! 

 

GEPA: Osterschokolade mit Plus.

GEPA gehört zu den größten Herstellern von Fair-Trade-Produkten. Seit rund 40 Jahren stemmt sich das Unternehmen gegen den ungerechten Welthandel, unterstützt die Bauern in den Anbauländern und klärt Verbraucher über Missstände auf. Bei GEPA-Produkten, auf denen „fair +“, steht, weißt du, dass die Bezahlung der Bauern weit über die üblichen Fair-Trade-Standards hinausgeht. GEPA bietet auch eine kleines Ostersortiment: Bio Osterschoki, einen Osterhasen und Schokoladeneier mit Paranüssen. 

 

Glückskäfer aus Schokolade von Rapunzel.

Rapunzel brachte 1978 die erste Bio-Schokolade der Welt hinaus  und war bei fairen Standards ganz vorne dabei. Weil es kein Siegel für Produkte gab, die sowohl bio als auch fair waren, entwickelte Rapunzel 1992 sein eigenes Fair-Siegel: HAND IN HAND. Den Kakaobauern zahlt Rapunzel ein Vielfaches von dem, was auf dem Weltmarkt üblich ist, und natürlich stammt alles aus dem ökologischen Anbau. Einen Osterhasen bietet Rapunzel nicht, dafür aber Schokoladenkäfer. Dann müssen wir eben eine Ostertradition mit einem neuen Tier starten. Die Käfer findest du im Bioladen und natürlich im Webshop

 

Mehr faire Schokolade. 

Wem es egal ist, ob die Schokolade nun thematisch zu Ostern passt: Es gibt natürlich weitere Anbieter von Fair-Trade-Schokolade. Für Veganer könnte zum Beispiel die Marke iChoc interessant sein. Wer sich einen eigenen Osterhasen oder eine andere gießen lassen möchte, sollte sich den Namen Schönenberger merken. Und natürlich sollte man ganzjährig bei den fairen Herstellern einkaufen, nicht nur zu Ostern.

Und dann gibt es natürlich noch echte Ostereier. Unser Kooperationspartner Die Biohennen bietet Bio-Ostereier, die Hennen und Hähnen ein besseres Leben ermöglichen. 

 

Was ist von Fair-Trade-Schokolade der "Großen" zu halten?

Und wer gerade in einem konventionellen Supermarkt steht: Auch hier gibt es faire Schokolade, die der konventionellen vorzuziehen ist. Wenn es geht, ist es trotzdem immer am besten, bei den Herstellern einzukaufen, die insgesamt hinter wirtschaftlicher Veränderung und fairer Produktion stehen, und nicht nur vereinzelt faire Produkte anbieten. Das ist bei der Schokolade nicht anders als bei Energie. Auch da gibt es solche Anbieter, die Ökostrom als ein Produkt unter vielen anbieten. Und es gibt Anbieter wie Polarstern, die nur Energie aus 100 % erneuerbaren Energien anbieten und gemeinwohlorientiert wirtschaften. Außerdem haben wir den Fair-Trade-Gedanken auf den Energiemarkt übertragen: Für jede Bestellung von Wirklich Ökostrom und Wirklich Ökogas bekommen Familien in Kambodscha und Mali ebenso saubere Energie. Denn die Energiewende gibt es nur weltweit. Treiben wir sie voran! 

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