So haben sich Sozialunternehmen entwickelt. | Polarstern Magazin

Klimawandel, Burnout, Ressourcenausbeutung: Die wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahrhunderte war primär auf finanzielles Wachstum ausgelegt und damit nicht sehr nachhaltig. Das müssen wir ändern – dringend. Zu unserem Wohle, aber auch zu dem unserer Kinder und Enkel. Mehr Klimaschutz und ein faires Arbeiten braucht eine Kehrtwende. Das Wirtschaftsverständnis an sich muss sich wandeln und nicht nur einzelne Produkte, CSR-Maßnahmen oder HR-Initiativen. Wie? Sozialunternehmen machen es vor. Und zum Glück gibt es immer mehr von ihnen...

von Tabatha

 

Industrialisierung & Wachstumswirtschaft.

Mit der industriellen Revolution Ende des 19. Jahrhunderts änderte sich die Gesellschaft extrem. Vielleicht erinnerst du dich noch an den Geschichtsunterricht: Da war die Rede vom Bau der Eisenbahn, dem Einsatz von Maschinen, dem Entstehen von Fabriken und der Fließbandarbeit.

Das Wirtschaftswachstum und die damit verbundene Steigerung des Gewinns war das zentrale Ziel eines Unternehmens. Mit dieser Art des Wirtschaftens sind die Menschen lange Zeit gut gefahren: Wenn es gut lief, stieg die Zahl der Mitarbeiter und auch der Gewinn jedes Jahr an. Aber, was erst einmal toll klingt, ist nicht unbedingt zukunftsorientiert.

 

Die Idee der Postwachstumsökonomie.

Aufgrund limitierter Ressourcen ist ein solches Wachstum nicht unendlich möglich und geht auf Kosten unserer Umwelt und des Klimas. Auch der Wohlstand, der durch ein hohes Bruttoinlandsprodukt (BIP) entstehen soll, ist nicht gleichmäßig auf die Menschen verteilt. Die Postwachstumsökonomie erkennt diese Limits und sucht nach Alternativen. Sie beschäftigt sich daher mit dem Zusammenhang zwischen nachhaltiger Entwicklung und Wirtschaftswachstum. Denn, wenn alle Ressourcen verbraucht sind, gibt es nicht nur nichts mehr, womit wir wirtschaften können, sondern auch nichts mehr, wovon wir leben können. Nicht ohne Grund rutscht der Earth Overshoot Day jedes Jahr ein wenig nach vorne.

Die grundlegende Idee der Postwachstumsökonomie ist – vereinfacht gesagt –, dass kein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes mehr angestrebt werden sollte. Vielmehr gilt die Suffizienzstrategie. Sie setzt eine Änderung von Verhaltens- und Konsummustern voraus. Es geht um Selbstbegrenzung und Konsumverzicht. Der Lebensstil des Minimalismus etwa gründet auf dieser Strategie. Klingt nach Spaßbremse? Von wegen! Energie sparen, reparieren statt neu kaufen und mehr teilen (Stichwort Sharing Economy) ist sinnvoll und macht Spaß. Wir haben‘s ausprobiert. Du auch?

>>> Der erste Schritt: Unsere einfachen Tipps zum Strom sparen.

Auch die lokale Produktion ist zu stärken. So entsteht am Ende auch ohne BIP-Wachstum ein stabiles Versorgungssystem.

Der Begriff Postwachstumsökonomie geht auf die Forschung an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg zurück. Seit 2006 wird das Thema Postwachstumsökonomie immer wieder aufgegriffen und diskutiert. Laut Professor Niko Paech, der sich viel mit der Postwachstumsökonomie beschäftigt, geht es vor allem darum, dass faire und stabile Versorgungsstrukturen entstehen. Er befürwortet besonders das Teilen, Reparieren und Recyceln von Produkten, damit weniger gekauft und so auch weniger hergestellt werden muss.

 

Der Aufstieg von Sozialunternehmen.

Eines ist klar: Die Zukunft braucht ein anderes Wirtschaften. Und genau deshalb gewinnt die Entwicklung von Sozialunternehmen an Aufmerksamkeit und Bedeutung. Ihre Devise ist: Wirtschaftlicher Erfolg und soziale Ziele schließen sich nicht aus – im Gegenteil.

>>> Wie Sozialunternehmen die Welt verändern.

Das Ziel eines Sozialunternehmens ist die Lösung eines gesellschaftlichen Problems mit unternehmerischen Mitteln. Das sorgt für neue und innovative Ideen. Die Innovationskraft der Unternehmen ist ihre enorme Stärke. Und ihre Zielsetzung dabei, die stets auf den Impact ausgerichtet ist, unterscheidet sie maßgeblich von „klassischen“ Unternehmen, bei denen die Gewinnmaximierung im Vordergrund steht. Es geht um echte Veränderung statt purem Renditestreben. So schlägt diese Wirtschaftsform auch die Brücke zum Umweltschutz. Wachstum um jeden Preis ist „out“.

>>> Oder anders gesagt: Gewinn ist, wenn alle gewinnen.

Nur, wie finanziert sich so etwas? Ein Sozialunternehmen ist ein Unternehmen. Das heißt, es erwirtschaftet auch Gewinne. Zusätzlich kann es durch Spenden, Förderungen und staatliche Unterstützung finanziert werden. Die erwirtschafteten Gewinne werden größtenteils wieder in das Unternehmen investiert, um den Impact zu vergrößern.

Viele Unternehmen springen heute auf den „grünen Zug“ auf und nutzen einzelne CSR-Aktionen mit wenig langfristiger Wirkung. Solange es ankommt und es dem Unternehmen gut geht, wird’s fortgeführt, ansonsten geht’s schnell wieder zurück zum „business as usual“. Sozialunternehmen hingegen verankern gesellschaftliche Werte dauerhaft in ihren Strukturen und Zielen und schaffen es so, wirklich Veränderungen herbeizuführen.

Wie kann also die Zukunft aussehen? Der amerikanische Ökonom und Sozialtheoretiker Jeremy Rifkin arbeitet unter anderem als Berater für die Europäische Union. Auch er setzt auf eine Zukunft des Teilens und Tauschens, wie er in seinem Buch „Die Null-Grenzkosten-Gesellschaft“ beschreibt. Und er geht davon aus, dass uns eine dritte industrielle Revolution bevorsteht, bei der es etwa um den Wandel zu emissionsfreier Energieerzeugung geht. Jeremy Rifkin erwartet immer weniger Fahrzeuge auf den Straßen: „We’ll likely eliminate 80 percent of vehicles in the world in the next two generations as we shift to car and truck sharing via provider–user networks.“

>>> Hier kannst du mehr über das Thema Elektromobilität erfahren.

 

Was Polarstern zum Sozialunternehmen macht.

Wir bei Polarstern sind schon lange der Meinung, dass Wachstum um jeden Preis keinen Sinn macht und nicht mit unseren Werten vereinbar ist. Deshalb gibt es bei uns auch seit unserer Gründung 2011 nur Energie aus 100 % erneuerbaren Quellen.

Doch nicht nur unsere Produkte sind umweltfreundlich. Wir fördern die Energiewende – in Deutschland, in Europa und weltweit: Mit dem Beitrag unserer Kunden ermöglichen wir so auch Menschen in Mali und Kambodscha den Zugang zu sauberer Energie.

>>> Hier erfährst du mehr über unser weltweites Engagement.

Klar achten wir auch im Büroalltag auf Nachhaltigkeit und soziale Fairness. Wir sind außerdem der erste und bisher einzige Energieversorger, der Teil der Gemeinwohlökonomie (GWÖ) ist. Und was die Gemeinwohl-Ökonomie verlangt, ist im Grunde so alt wie der Bart von Aristoteles und in vielen Verfassungen als Ziel definiert. In der Bayerischen zum Beispiel:

„Die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl.“ (Bayrische Verfassung, Art. 151)

Die GWÖ ist ein Reminder an die Wirtschaft, dem Gemeinwohl zu dienen – einen dreifachen Klimaschutz zu leisten. Einen fürs Arbeitsklima, einen fürs gesellschaftliche Klima und einen für das Klima im meteorologischen Sinne. Am Ende hängt eh alles miteinander zusammen.

>>> Mehr zum Thema Gemeinwohlökonomie erfährst du hier.

Warum wir das alles machen? Weil es uns wichtig ist. Denn wir alle haben es in der Hand, wie es weitergeht. Mit unserem täglichen Konsum können wir Sozialunternehmen unterstützen. Denn: Alles Geld bringt nichts, wenn es bald keinen bewohnbaren Planeten mehr gibt.

 

 

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