Kinderbetreuung mit Social Businesses | Polarstern Magazin

Social Businesses bieten große Chancen Familie und Beruf miteinander zu vereinen. Wie genau das aussehen kann, erfährst du in der Mitte des Artikels. Nutze dazu das Inhaltsverzeichnis und gehe zu: Social Business Polarstern. 
von Undine

Beruf und Familie – wie soll das gehen? Auf diese Frage eine Antwort zu finden, ist gerade in den letzten Jahren immer wichtiger geworden.

Laut Familienreport des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)* ist 75 % der Frauen ihre Berufstätigkeit sehr wichtig. Auf der anderen Seite wünschen sich 79 % der Väter mehr Zeit für die Familie. Das unterstreicht: Beide Elternteile wollen arbeiten und zugleich Zeit für die Familie haben. Daraus erwächst bisweilen ein hoher Anspruch, von dem es nicht immer leicht ist, ihn zu erfüllen – weder für den/die Einzelne/n als auch für die Unternehmen. Social Businesses haben das Ziel, Arbeitsplätze zu schaffen, die in Sachen Work-Life-Balance und Gleichberechtigung mehr sind als wohlklingende Schlagworte. Übrigens hat eine Oxford-Studie jüngst erst gezeigt, dass Angestellte etwa 13 %* mehr Verkaufsabschlüsse in den Wochen erzielen konnten, in denen sie sich selbst als glücklich eingeschätzt hatten. 

*Zahlen und Angaben aus Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 'Familienreport 2017‘ 

*SSRN

 

 

Eine Bestandsaufnahme: Wie sieht das Berufsleben mit Familie aus? 


 

Hört man sich um und glaubt man den Zahlen, dann ist die Arbeitswelt in Deutschland in den vergangenen Jahren wesentlich familienfreundlicher geworden. Acht von zehn befragten Unternehmen geben im Familienreport des BMFSFJ an, dass ihnen eine Unternehmenskultur, die auf Vereinbarkeit abzielt, wichtig ist. Sie sehen auch für sich darin einen Vorteil: Durch zufriedene und ausgeglichene Mitarbeiter wächst die Motivation am Arbeitsplatz. Wenn man bedenkt, dass meine Eltern, beide immer Vollzeit berufstätig und mit drei Kindern, ständig zwischen Au-Pair und von Kindern genervtem Arbeitgeber vermitteln mussten, dann ist die Erkenntnis der Arbeitswelt von heute wenigstens schon ein Schritt in die richtige Richtung. 

 

Es besteht noch viel Luft nach oben. 

Natürlich bedeutet die richtige Erkenntnis noch nicht gleich, dass sich von heute auf morgen alles geändert hat – und zwar noch lange nicht. Obwohl laut Institut der deutschen Wirtschaft knapp 81 % der befragten Unternehmen individuell vereinbarte Arbeitszeiten anbieten, ist an anderen Stellen noch viel Luft nach oben. Zum Beispiel bieten nur 8,2 % eine Kinderferienbetreuung für ihre Mitarbeiter an. Von betrieblicher Kinderbetreuung ganz zu schweigen. Da sind es gerade mal 2,6 % der befragten Unternehmen. 

„Beim Thema Vereinbarkeit geht es heute um mehr, als dass Mütter ihren Beruf mit der Betreuung eines Kindes unter einen Hut bringen. Vor dem Hintergrund zunehmend heterogener Lebensentwürfe, dem Wertewandel bei der jüngeren Generation und dem gleichzeitigen Fachkräftebedarf in der Wirtschaft sind innovative Modelle für alle notwendig, die zur vielfältigen Lebensrealität von Familien gehören.“ (Familienreport 2017, BMFSFJ)

Stand jetzt ist die Lücke zwischen Unternehmensleistungen in Bezug auf Familienfreundlichkeit und der Wahrnehmung durch die eigenen Mitarbeiter noch groß. 89 % der Führungskräfte sagen, dass gleiche Entwicklungs- und Aufstiegschancen für Mitarbeiter mit und ohne Familie bestehen. Zustimmen dazu, tun allerdings auf der anderen Seite nur 68 % der Mitarbeiter. 

 

Die Chefs müssen Work-Family-Balance vorleben.

Klingt nach einer vertrackten Situation. Wie lässt sich diese Lücke schließen? Die Praxis hat gezeigt, dass Führungskräfte den entscheidenden Anstoß geben müssen. In Unternehmen, in denen zum Beispiel männliche Führungskräfte selbst in die Elternzeit gehen, ist der Anteil der männlichen Mitarbeiter, die auch in Elternzeit gehen, fünfmal höher als in anderen Unternehmen. 

Aber nicht nur die CEOs dieser Welt, sondern insgesamt alle Menschen können dabei helfen, die Wertigkeiten in Unternehmen zu verschieben. Gerade die Bewegung der Social Businesses als stark wertegetriebene Unternehmen kann dabei helfen.

 

 

Beispiel Social Business Polarstern.


 

 

Social Businesses stellen ihre soziale Verantwortung in den Mittelpunkt ihres Handelns und haben das Ziel, einen Mehrwert für die Gesellschaft zu leisten. Klingt nach Marketing-Geschwätz – ist es aber nicht. Einige Unternehmen wie wir bei Polarstern erstellen eigene Bilanzen, in denen wir unser Handeln entsprechend der Werte darstellen und von Externen bewerten lassen. Durch diese transparente Sicht auf Polarstern wollen wir auch selbst schrittweise besser werden, weil wir die Felder erkennen, wo Handlungsbedarf besteht. Dazu gehört auch, Arbeitsplätze immer besser so zu gestalten, dass sie ideal für den Mitarbeiter und Polarstern sind. Was das konkret heißt, zeigen wir anhand von drei Beispielen aus unserem Team.

„Bei Polarstern kann man sich sicher sein, dass man einen Arbeitgeber hat, mit dem man reden kann, um eine Lösung zu finden, die für alle gut ist.“ (Mitarbeiterin Polarstern) 

 

Bei Polarstern sind wir mittlerweile knapp 30 Mitarbeiter. Fast die Hälfte davon hat Kinder und muss täglich schauen, wie sie Familie und Job miteinander vereint. Das ist oft nicht leicht – für beide Seiten. Aber, mit ein bisschen Kreativität gibt es oft mehr Möglichkeiten, als man im Vorhinein denkt. Gerade die flexiblen Arbeitszeiten sind da ein Segen, wie man an diesen Beispielen sieht! 


 

NORMAN lebt mit seiner Familie in Köln, arbeitet dort und in München und das Vollzeit. 590 km Distanz zwischen Familie und Arbeit? Geht das überhaupt? Klar geht das. Norman arbeitet an 2-3 Tagen im Büro und die restliche Zeit im Homeoffice. So kann er auch unter der Woche bei seiner Familie sein. 

„In Absprache mit meinen Kollegen kann ich sehr flexibel auf besondere Familiensituation wie z. B. Krankheit oder Schließtage im Kindergarten reagieren. Das beruhigt ungemein.“ (Norman, Mitarbeiter bei Polarstern)

 

VERENA hat eine kleine Tochter, arbeitet 30 Stunden bei Polarstern und hat sich nebenbei auch noch selbstständig gemacht. Das heißt, an vier Tagen die Woche ist sie bei Polarstern und freitags arbeitet sie in einem Co-Working Space an ihrem eigenen Projekt: my-MOMent. Dabei bietet sie Müttern in Workshops Zeit, sich ihrer Stärken, Motivationen und vor allem persönlicher Ziele bewusst zu werden. 

 

ANJA ist schon seit knapp fünf Jahren Teil des Polarstern-Teams. In ihrer Zeit hier hat sie ihr drittes und viertes Kind bekommen. Und gerade erst ist sie aus der Elternzeit wiedergekommen. Deshalb arbeitet sie im Moment erst einmal nur 20 Stunden pro Woche. Sobald dann der Krippenalltag reibungslos klappt, wird sie wieder 25 Stunden pro Woche arbeiten. Zwei Tage im Büro, zwei Tage im Homeoffice.

„Wenn ich im Homeoffice bin, ist ab 14 Uhr Schluss, weil die Kita bei uns im Dorf noch sehr "traditionelle" Öffnungszeiten hat. Der Nachmittag ist dann 100% Kinderzeit.“ (Anja, Mitarbeiterin bei Polarstern)  

 

Anja wohnt übrigens auch außerhalb von München. Nicht ganz so weit weg, aber immerhin. Mit dem Regionalzug braucht sie eine Stunde nach München. Und dann nochmal 15 Minuten ins Zentrum. Die Zeit im Zug nutzt sie, genauso wie Norman, zum Arbeiten. 


 

Natürlich liegt am Ende die Koordination zwischen Privat- und Arbeitsleben auch immer ein Stück weit bei einem selbst, aber der Arbeitgeber kann einen großen Beitrag dazu leisten, diese Koordination einfacher zu gestalten. Und wie man an Polarstern sieht, klappt das ganz gut. Sonst hätten wir nicht so viele Mitarbeiter mit Kids im Unternehmen. 

Was klar ist, Arbeitsmodelle, wie es sie bei Polarstern gibt, erfordern Flexibilität bei Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Deshalb muss generell in der Gesellschaft ein Umdenken stattfinden. Damit noch mehr innovative Ideen für die unterschiedlichsten Arbeitsbereiche entstehen. Gerade die Social Business Bewegung kann und soll hier eine Plattform bieten.  

>>> Erfahre hier wo du dich informieren und austauschen kannst. 

 

Und jetzt? Eine Betriebskita gründen.

So weit so gut. Aber wie setzt man das alles um? Was sind die ersten Schritte in Richtung familienfreundlichere Arbeitsplätze? Wer hilft bei der Umsetzung? Gerade für Unternehmen, die über eigene Kinderbetreuungsangebote nachdenken bietet sira eine smarte Lösung. Sira ist ein in München gegründetes Unternehmen, dass zwei Dinge in sich vereint: 1) Sira übernimmt den Aufbau von Betriebskitas für Unternehmen und 2) kümmert sich anschließend auch um die Betreuung der Kinder. Klingt nach einer echten Chance Familie und Beruf endlich miteinander verträglich zu machen. Und das ist es auch! Denn sira hat die ‚echte Vereinbarkeit von Familie und Beruf‘ nicht nur zur eigenen Unternehmensvision erklärt, sondern ist genialer Weise noch ein Social Business, wodurch der achtsame und faire Umgang mit menschlichen und gesellschaftlichen Ressourcen in der Unternehmens-DNA fest verankert ist. 

 

 

Interview mit SIRA – eine Social Business Kinderbetreuung.


 

Social_Business_Kinderbetreuung

 

Ihr baut Betriebs-Kitas für bzw. mit Unternehmen auf - wie sieht das Endergebnis in der Praxis genau aus? Die Kinder werden wirklich im Unternehmen betreut, während die Eltern nebenan unbesorgt arbeiten können?

Tatsächlich finden wir eher selten Räumlichkeiten für unsere Mini-Kitas direkt in den Unternehmen. Da hören wir immer „kein Platz“. Was aber kein Problem ist, denn wir suchen im Zuge der Planungsphase, also den ersten Schritten der Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern geeignete Räume in der unmittelbaren Umgebung des Unternehmens. Das gelingt uns zum Glück meistens sehr gut und so sind wir quasi nebendran und die Eltern haben keine langen Wege zwischen Arbeitsplatz und Betreuungsplatz ihrer Kinder, was bei einer Betreuung von 0-3-Jährigen eine sehr sinnvolle Sache ist.

 

Welche Herausforderungen stellen sich Euch? Sowohl beim Aufbau der Kitas, als auch nachher bei der Betreuung der Kinder?

Eine sehr große Herausforderung ist – wie überall in unserer Branche – der akute Fachkräftemangel bei den Betreuungspersonen. Hier versuchen wir mit innovativen Ansätzen im Recruiting, wie z. B. der Teambewerbung, attraktiv für unsere künftigen Kolleg*innen zu sein. Zudem haben wir eine zukunftsfähige Struktur mit selbstorganisierten Teams an unseren Standorten geschaffen, die autark und in Selbstverantwortung ihr Arbeitsumfeld gestalten können – von der Erstellung der Urlaubspläne bis zur Auswahl des Spielmaterials, mit dem die Kolleg*innen arbeiten wollen.

Eine weitere Herausforderung ist die Arbeit mit den Verwaltungen – obwohl wir beide dasselbe Ziel verfolgen, nämlich die Schaffung pädagogisch hochwertiger Betreuungsplätze. Bei der Zusammenarbeit erweisen sich leider manche Vorgaben als in der Realität nicht wirklich praktikabel und vor allem nicht, wie sogar von der Ministeriumsspitze gefordert, zum Wohle des Kindes und der Familien, mit denen wir zusammenarbeiten. Daran müssen wir noch ein bisschen arbeiten, aber ich bin überzeugt davon, dass wir das gut hinbekommen.

 

Auf welche Dinge achtet Ihr beim Aufbau Eurer Kitas besonders?

Wir achten beim Aufbau natürlich darauf, dass alle Regelungen und Vorgaben eingehalten werden, denn das ist die Grundlage dafür, dass wir sicher arbeiten und dass wir förderfähig sind, also die staatlichen Fördergelder bekommen, die ca. 80 bis 90% der Gesamtfinanzierung eines Standortes ausmachen.  Zudem versuchen wir natürlich soweit es geht, nachhaltig zu beschaffen und nachhaltig zu wirtschaften. Zum Beispiel versorgen wir jeden Standort, wo es möglich ist, mit Strom von Polarstern.

Im laufenden Betrieb arbeiten wir mit einem Bio-Catering-Unternehmen oder achten darauf, dass wir regionale bzw. Bio-Produkte verwenden, wenn wir selbst kochen. Zudem versuchen wir, so wenig Essen wie möglich in den Müll wandern zu lassen. Das gelingt uns, indem wir bei unserem Caterer weniger Portionen bestellen, wenn z. B. Kinder krank oder im Urlaub sind oder entsprechend weniger Essen zubereiten. Wenn doch etwas übrigbleibt und es möglich ist, frieren die Kolleg*innen das Essen ein, um es bei Gelegenheit noch einmal aufzuwärmen, oder die Kolleg*innen nehmen sich von dem übrigen Essen etwas mit nach Hause. 

 

Wie setzt ihr Eure Social Business Philosophie in den Kitas um?

Unsere sira-Werte-Wolke ist Grundlage unseres Zusammenarbeitens. Darin sind Werte enthalten wie „Augenhöhe“, „Enkeltauglichkeit“ oder „Spaß“. Das versuchen wir in der Struktur der selbstorganisierten Teams umzusetzen und zu leben. Zudem versuchen wir an allen Standorten stets mit regionalen Dienstleistern und Anbietern zusammenzuarbeiten, so dass wir in der jeweiligen Region verwurzelt sind und die lokale Wirtschaft in unsere Projekte mit einbinden. 

 

 

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