Wie steht’s um die Gleichberechtigung von Frauen im Job? | Polarstern | Polarstern Magazin

Dass meine Großmutter 1960 alleinerziehende Mutter war, kam damals einem Skandal nahe. Wer soll denn das Geld für die Familie nach Hause bringen? Gott sei Dank haben sich die Zeiten geändert. Dass Frauen genau wie Männer beruflich tätig sind, ist in Deutschland im Jahr 2019 absolut normal. Ist das Ziel Gleichberechtigung damit erreicht? Nicht ganz, wenn man etwas genauer schaut. Mit Fakten, Beispielen und Meinungen wollen wir bewusst den Austausch darüber anregen und so weitere Veränderungen anstoßen.

von Tabatha

 

Fakten aus dem Berufsleben: Frauen und Männer im Vergleich.

Entwicklung der Erwerbstätigkeit von 2007 bis 2017.

Eine Studie der Arbeitsagentur aus dem Jahr 2018 zeigt: Im Jahr 2017 arbeiteten in Deutschland 71,5 % der Frauen zwischen 15 und 65 Jahren. Dieser Wert lag 10 Jahre zuvor noch bei knapp 63 %. Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern haben sich zwar verringert, doch nach wie vor stehen den 71,5 % erwerbstätigen Frauen, 79,8 % erwerbstätige Männer gegenüber. Auch liegt die Zunahme der Beschäftigung bei Frauen fast ausschließlich daran, dass mehr Frauen in Teilzeit angestellt sind. Die Anzahl der vollzeitbeschäftigten Frauen hat sich in den letzten zehn Jahren hingegen kaum verändert. Frauen sind zudem nach wie vor häufiger für die Kinderbetreuung verantwortlich, obwohl mittlerweile immer mehr Männer in Elternzeit gehen: Das gesetzliche Recht auf Elternzeit gibt es (für Männer und Frauen) seit 2007.

>>> Mehr über die Vereinbarkeit von Beruf & Familie findest du übrigens hier.

 

Gender Pay Gap & Frauenquote.

Erwerbsquote Arbeitsagentur
So hat sich die Prozentzahl der Erwerbstätigen Frauen und Männer entwickelt; Quelle: Arbeitsagentur.

Ein Thema, das bei der Diskussion um Gleichberechtigung immer wieder fällt, ist der sogenannte Gender Pay Gap. Sprich, dass Männer im Mittel nach wie vor deutlich mehr Geld verdienen als Frauen. Das zeigt auch die Studie der Arbeitsagentur. Aber: Warum ist das so? Die Gründe dafür reichen von der Berufswahl bis hin zu den Rahmenbedingungen. Auch in Führungspositionen dominieren nach wie vor die Männer – Frauen mit gleicher Qualifikation sind unterrepräsentiert und verdienen im Durchschnitt 27 % weniger. Ganz schön krass. Die sogenannte Frauenquote soll das ändern. Sie ist allerdings nur für etwa 100 Unternehmen mit bestimmten Kriterien wirksam. Sie müssen laut dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) seit Anfang 2016 bei Neubesetzungen im Aufsichtsrat 30 % Frauenquote erreichen. Bisher funktioniert diese Regelung gut und ist ein wichtiger Schritt in Richtung Gleichberechtigung.

 

So sieht Gleichberechtigung bei Polarstern aus.

Wir bei Polarstern sind ein Social Business. Das bedeutet, dass uns gesellschaftliche Ziele genauso wichtig sind, wie finanzielle. Nicht nur bei unseren Produkten, sondern auch in jedem anderen Bereich des Unternehmens, achten wir aus Überzeugung auf Nachhaltigkeit, Fairness und Transparenz. Das gilt auch für das Thema Gleichberechtigung.

Wir haben bei unserem HR-Manager Manuel nachgefragt, wie es bei Polarstern eigentlich in Sachen Gleichberechtigung aussieht.

Das Polarstern-Team
Unser vielfältiges Team: Bei Polarstern arbeiten in allen Teams Frauen.

Bei Polarstern arbeiten mehr Frauen als Männer. Das ist nicht gerade typisch für einen Energieversorger. Was macht Polarstern für Frauen so attraktiv?

Manuel: „ Ich denke es liegt eher daran, dass wir ein junges Unternehmen sind. Es gibt keine alten Strukturen, die bei anderen Versorgern häufig von Männern besetzt sind. Mittlerweile gibt es für viele Bereiche ähnlich viele männliche wie weibliche Young Professionals. Wir sind sehr gut darin genau diese Zielgruppe anzusprechen, da ein ‚Job mit Sinn‘ diesen Menschen immer wichtiger wird. Dass wir eine 50/50 Quote haben ist also nur die logische Konsequenz, wenn wir uns geschlechtsneutral für die besten Kandidaten entscheiden. Auch sind wir beispielsweise nicht selbst Kraftwerksbetreiber, sondern arbeiten hier mit Partnern zusammen. Entsprechend gibt es weniger rein technische Jobprofile, die nach wie vor eher männlich dominiert sind.“

 

Warum haben auch wir trotzdem mehr Männer in Führungspositionen?

Manuel: „Das ist aus der Situation heraus entstanden: Eine klare Hierarchie über alle Bereiche gibt es bei Polarstern erst seit ein paar Jahren. Gerade in den Anfangszeiten von Polarstern hatten wir mehr Männer als Frauen, die jeweils die verschiedenen Bereiche aufgebaut haben und nun zu Teamleitern wurden. Später kamen immer mehr Frauen dazu. Ob Männer risikoaffiner sind und eher in Start-ups gehen, weiß ich nicht. Bei uns hat sich das Männer-Frauen-Verhältnis jedenfalls verglichen zu den Gründungsjahren umgedreht. Das liegt sicherlich auch an den flexiblen Arbeitszeitmodellen, die wir ab einer gewissen Unternehmensgröße einfacher bieten können. Heute arbeiten bei Polarstern 60 % Frauen und 40 % Männer. Die Chancen sind für Frauen und Männer bei Polarstern auf alle Fälle gleich. Wir achten darauf, dass Stellen fair vergeben werden und sich das durch die Gründungsphase entstandene Muster nicht zementiert.“

 

Was wird bei Polarstern für (mehr) Gleichberechtigung getan?

Manuel: „Bisher hat sich niemand bei mir gemeldet, der/die sich ungleich behandelt gefühlt hat. Wenn mir persönlich Dinge auffallen, spreche ich sie direkt an. Beispielsweise werden nur Frauen zu Kleidertauschevents eingeladen und nur Männer bei Handwerksarbeiten im Büro angesprochen. Ich denke, viele Mitarbeiter*innen bei uns sprechen situationsbasiert Dinge an, die sie stören. So wird kontinuierlich in kleinen Schritten etwas getan. Gleichberechtigung wird bei Polarstern schon als Grundwert gelebt. Nicht nur auf das Geschlecht bezogen, sondern auch innerhalb unserer Hierarchie. Jeder kann Ideen einbringen und Projekte eigenständig umsetzen egal, ob Schülerpraktikant oder Geschäftsführer.“

 

Siehst du bei Polarstern einen ‚Gender Pay Gap‘ zwischen männlichen und weiblichen Mitarbeitern*innen?

Manuel: „Der Gender Pay Gap ist ja ein Wert, der sich genau berechnen lässt. Nur leider nicht in so kleinen Unternehmen, wie wir es sind. Generell haben wir natürlich die Herausforderung, dass es nur wenig Vergleichbarkeit gibt. Jeder hat einen anderen Ausbildungshintergrund und Berufserfahrung. Hinzu kommt, dass es eigentlich keine Position im Unternehmen gibt, bei der zwei Leute exakt die gleichen Aufgaben betreuen. In denjenigen Konstellationen, in denen eine gewisse Vergleichbarkeit gegeben war, lag das Einstiegsgehalt auf gleichem Niveau. Unterschiede in den Gehältern gibt es eher auf den Tätigkeitsbereich bezogen. Das ist unabhängig vom Geschlecht und auch nicht spezifisch Polarstern, sondern trifft auf alle Energieversorger zu.“

 

Haben Frauen und Männer andere Ziele, Wünsche und Schwerpunkte, die sie bei ihren Einstellungsgesprächen äußern?

Manuel: „Zwischen männlichen und weiblichen Bewerbern, die bei uns aufschlagen, gibt es gar nicht so einen Unterschied. Es gibt genauso viele weibliche Bewerber, die eher männliche Klischees erfüllen wie männliche Bewerber weibliche Klischees.“

 

Ist der Unterschied Mann-Frau im Beruf überhaupt noch zeitgemäß oder siehst du eher andere Unterschiede bei Mitarbeitern*innen und Bewerbern*innen?

Manuel: „Ich finde die Mann-Frau-Unterscheidung nicht mehr zeitgemäß. Es gibt sicher noch viele, die alten Rollenbildern entsprechen, aber genauso gut kann man mittlerweile als Frau karriereorientiert sein und als Mann den Wunsch haben, den Großteil der Elternzeit zu nehmen. Bewerber und Mitarbeiter unterscheiden sich eher hinsichtlich ihres Antriebs, ihrer Motivation und in ihrem Wunsch nach Führungsverantwortung. Einige wollen gar nicht in Führungspositionen, da mehr Verantwortung ja auch mehr Stress bedeutet. Man kann ja genauso gut Spezialist in seinem Feld werden. Ich denke es ist wichtig, dass man die richtige Mischung aus Mitarbeitern gewinnt. Würden alle gerne Führungskräfte werden, wäre das Arbeitsumfeld wahrscheinlich nicht so harmonisch und viel kompetitiver. Wenn sich jedoch jeder davor scheut, Verantwortung zu übernehmen und Mitarbeiter zu leiten, funktioniert genauso wenig. Unabhängig von der Position ist eine wertschätzende Atmosphäre wichtig für Teamgefühl und Zusammenarbeit.“

>>> Polarstern bietet flexible Arbeitszeitmodelle zur leichteren Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

 

Stimmen aus dem Polarstern-Team.

Eine wichtige Frage bei Thema Gleichstellung im Job ist nicht nur, was der Arbeitgeber tut oder vorgibt, sondern auch wie es wirklich im Team gelebt und empfunden wird. Deshalb haben wir Polarstern-Mitarbeiter*innen in verschiedenen Positionen zum Thema Geschlechtergleichheit befragt. Das waren ihre Antworten:

 

So sieht unsere Dreifach-Mama und Teamleitung Anna das Thema.

Marketing-Teamleitung Anna
Marketing-Teamlead Anna hat drei Kids und kommt gemeinsam mit Baby Leo ins Büro.

„Frauen müssen selbstbewusster auftreten. Sie sollten sich ihrer Stärken bewusst sein, um diese gezielt nutzen zu können. Oft treten Frauen viel zurückhaltender auf, äußern sich weniger in größeren Gruppen etc., so dass ihre Kompetenz manchmal nicht direkt erkennbar ist, sondern erst wenn man enger bzw. länger mit ihnen arbeitet. Gleichberechtigung ist in meinen Augen auch eine Aufgabe, er sich die Frauen stellen müssen.“ – Anna (Teamleitung Marketing)

 

Das sagt unser Geschäftsführer Simon zum Thema Gleichberechtigung.

Geschäftsführer Simon
Polarstern-Gründer Simon hat zwei Kinder und ein drittes Baby auf dem Weg.

"Als wir beim GWÖ-Audit danach gefragt wurden, ob es bei Polarstern einen Gleichstellungsplan gibt, wussten wir erstmal nicht, was das ist. Gleicher Lohn für gleiche Leistung ist bei uns selbstverständlich. Und wir Geschäftsführer sowie leitende Angestellte leben vor, dass sich auch Männer in Führungspositionen stark in die Familie einbringen können und sollen." – Simon (Geschäftsführer)

 

Das sagen Mamas bei Polarstern über Gleichberechtigung und Familie.

Mitarbeiterin Verena
Verena arbeitet im Kundenservice bei Polarstern – und hilft mit „my MOMent“ Müttern bei der persönlichen Entwicklung.

„Seit 1977 als der Ehemann noch jederzeit das Arbeitsverhältnis der Frau kündigen konnte, hat sich glücklicherweise sehr viel geändert. Doch auch weiterhin besteht die größte Differenz in der Erwerbsquote zwischen Männern und Frauen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren: ganze 10 Prozentpunkte. Mit Familiengründung wird die angestrebte Gleichberechtigung - selbst der Generation Y - in Frage gestellt und nicht selten begraben. Das liegt einerseits sicherlich an Themen wie Präsenzkultur, Überstunden und gesellschaftlichen Überzeugungen, andererseits auch an den Frauen selbst. Dass es durchaus anders gehen kann, zeigen die skandinavischen Länder, ich habe es dort selbst erlebt.“ – Verena (Managerin Vertrieb und Geschäftsentwicklung )

„Mütter arbeiten sehr effizient und fokussiert, weil Zeit für sie eine besonders kostbare Ressource ist. Teilzeitstellen sind in meinen Augen für beide Seiten ein Gewinn: Als Mutter freust du dich, wenn du deinem Job wieder nachgehen kannst (meist hast du ja viel Leidenschaft und Zeit in die Ausbildung investiert) und als Unternehmen hast du eine leistungsstarke Mitarbeiterin. Wenn Unternehmen flexibel sind und auch Home Office kein Problem ist, können sie diese leistungsstarke Zielgruppe sehr gut für sich gewinnen.“ – Anna (Teamleitung Marketing)

 

Unsere Werkstudentin Undine findet: Gleichberechtigung geht jeden etwas an.

Werkstudentin Undine
Werkstudentin Undine unterstützt seit 2019 Jahr das Marketing-Team.

„Gleichberechtigung am Arbeitsplatz ist für mich nicht nur ein reines Frauen - oder Männerthema. Viel eher müssen wir alle zusammen daran arbeiten, dass jeder die gleichen Chancen hat. Der beste Anfang ist da, dass wir respektvoll und wertschätzend miteinander umgehen. Und zwar immer.“ – Undine (Werkstudentin)

 

Gleichberechtigung am Arbeitsplatz: Wie es weitergehen kann.

Natürlich wird dem Thema Gleichberechtigung nicht in jedem Unternehmen ein gleich hoher Wert beigemessen. Insgesamt ist jedoch eine Entwicklung hin zu mehr Chancen für berufstätige Frauen erkennbar. Wichtig ist, dass Gleichstellung nicht nur versprochen, sondern auch gelebt wird. Offizielle Statements von Unternehmen und Frauenquoten bringen wenig, wenn der Alltag für Mitarbeiterinnen ganz anders aussieht.

Eine gute Unterstützung kann der Austausch mit anderen Frauen sein, zum Beispiel beim WOMEN´S HUB. Dabei handelt es sich um eine Community von Frauen, die sich gegenseitig inspirieren und unterstützen. Bei den Treffen können Frauen ein persönliches oder berufliches Projekt vorstellen und bekommen Tipps und Ideen von den anderen Teilnehmerinnen. Aktuell gibt es solche Treffen vom WOMEN´S HUB in München, Hamburg und Rosenheim.

>>> Mehr zum WOMEN´S HUB kannst du hier lesen.

Weltweit ist die Gleichberechtigung nur in sechs Staaten gesetzlich garantiert. Bestimmt ist Deutschland dabei, oder? Nein, leider nicht. Und gerade im alltäglichen Berufsleben kommt das Thema häufig zu kurz. Das muss sich ändern.

Da viele berufstätige Frauen nach wie vor nicht komplett mit ihren männlichen Kollegen gleichgestellt sind, ist es umso wichtiger, sich gegenseitig zu unterstützen und die Stimme gegen sexistische Kommentare und unfaire Situationen zu erheben. Dabei können auch Kollegen auch dem Personalbereich unterstützen. Mit jeder Frau, die Initiative ergreift, anstatt diese Ungleichheiten hinzunehmen, verbessert sich die allgemeine Situation – nicht nur für sich selbst, sondern für alle.

 

Wir sind auf einem guten Weg, haben aber noch ein Stück zu gehen.

Frauen sind im Beruf noch nicht zu 100 % gleichgestellt. Das ist leider ein Fakt. Und es ist eine wichtige Aufgabe unserer Wirtschaft und Gesellschaft, das zu ändern. Insbesondere bei Sozialunternehmen wie Polarstern ist Gleichberechtigung deshalb nicht nur ein netter Begriff, sondern wird im Alltag auch wirklich gelebt. Egal, ob von Frauen, die Führungspositionen einnehmen oder Männern, die in Elternzeit gehen. Denn beides hat nichts mit dem Geschlecht zu tun.

>>> Erfahre mehr darüber, was Polarstern zum Social Business macht.

 

 

Weiterempfehlen vervielfacht deine Wirkung!

Und wir bedanken uns mit 20 Euro. Schnapp dir jemanden, der auch zu wirklich besserer Energie wechseln möchte – und ihr bekommt beide 20 Euro auf eure nächste Stromrechnung gutgeschrieben. Gemeinsam verändern wir mehr!

Polarstern weiterempfehlen

Ökostrom ist viel günstiger als du denkst!

Wirklich besserer Strom ist keine Rolex. Und sogar meist günstiger als die Grundversorgung.