Wem etwas einfällt, für was 2022 weniger gezahlt wird als früher, soll sich melden. Es dürften wohl nur wenige Produkte sein, die günstiger statt teurer geworden sind. Für den Rest, also Energiepreise, Lebensmittel, Sprit und viele andere Alltagsprodukte sieht’s mau aus. Leider. Die Inflation steigt und steigt und nagt besonders am Budget von Familien. Damit am Monatsende ein bisschen mehr auf dem Familienkonto bleibt, haben wir die wichtigsten Spartipps für Familien zusammengetragen.

von Ludwig

Das Dumme ist ja, auf all die Produkte kann man nicht verzichten. Strom? Brauchen wir wie die Luft zum Atmen. Essen und Trinken? Können wir nicht mal eben weglassen. Und Autofahrten sind für Familien auch kaum wegzudenken. Fangen wir aber mit den Energiekosten an – dem größten Treiber der Inflation im Jahr 2022. Als Familie benötigt man typischerweise viel Energie. Laut Statistik erhöht sich der Stromverbrauch um 10 %, wenn man ein Baby bekommt. Das liegt aber nicht nur an den neuen Geräten, sondern auch daran, dass Eltern mehr Zeit zuhause verbringen und dort Energie für TV, Licht und Co. nutzen. Je älter das Kind wird, desto höher liegt auch der Stromverbrauch. Schließlich nutzt das Kind immer mehr eigene elektronische Geräte und der Wäscheberg wird auch größer und nicht kleiner.

Laut Stromspiegel verbraucht ein 4-Personen Haushalt, der keinen Strom für die Warmwasseraufbereitung nutzt, im Einfamilienhaus um die 4.000 kWh im Jahr. Dieser Wert schwankt natürlich, je nachdem wie sparsam man mit der Energie umgeht. Im Mehrfamilienhaus ist der der Stromverbrauch fast 30 % geringer, da dort keine Zusatzkosten für Garage, Garten etc. anfallen. Fakt ist aber: Je mehr Menschen in einem Haushalt leben, desto höher ist in der Regel der Energiebedarf. Mehr Wäsche muss gewaschen werden, mehr Geräte benötigen Strom und so weiter.

Tabelle: Durchschnittlicher Stromverbrauch im Einfamilienhaus.

Haushaltgröße     Stromverbrauch    Stromverbrauch per Kopf
1 Person 2.300 kWh/Jahr 2.300 kWh/Jahr
2 Personen 3.000 kWh/Jahr 1.500 kWh/Jahr
3 Personen 3.500 kWh/Jahr 1.167 kWh/Jahr
4 Personen 4.000 kWh/Jahr 1.000 kWh/Jahr
5 Personen 5.000 kWh/Jahr 1.000 kWh/Jahr

Quelle: CO2online

Die Tabelle zeigt gut, dass der Strombedarf pro Kopf mit zunehmender Haushaltsgröße zwar abnimmt, dies jedoch nicht proportional zur Anzahl der im Haushalt lebenden Personen erfolgt. Das heißt, je mehr Familienmitglieder es sind, desto günstiger ist der Stromverbrauch pro Kopf, aber selbst eine kleine Familie hat einen höheren Stromverbrauch als ein Single-Haushalt.

Auswirkungen der gestiegenen Energiepreise.

Die Preise für Gas, Öl und Kraftstoffe sind in Rekordhöhen geschossen. Wie stark das private Haushalte belastet, wird besonders deutlich, wenn man die Zusatzkosten auf das gesamte Jahr hochrechnet.

Der durchschnittliche Preis für eine Kilowattstunde (kWh) Strom liegt im Jahr 2022 bei rund 40 Cent/kWh und damit höher als jemals zuvor (Stand: Mai 2022). Für Kund:innen, die in diesem Jahr gewechselt haben, liegt der Strompreis sogar schnell über den 40 Cent/kWh. Vor zehn Jahren waren es noch pro Kilowattstunde 24,93 Cent/kWh und 2020 um die 30 Cent/kWh. Damit sind die Stromkosten um etwa 33 % gestiegen. Bei einem Familienhaushalt mit einem Strombedarf von 3.500 kWh im Jahr sind das dann 350 Euro Mehrausgaben allein für Strom.

Schon seit 2021 kämpfen viele Menschen mit stark gestiegenen Energiepreisen. Der russische Krieg in der Ukraine hat 2022 nochmal zu einer Verschärfung geführt und die Preise explodieren lassen. Genaue Stromkosten für einen Haushalt sind gerade kaum zuverlässig zu nennen. Zudem schwanken die Strom- bzw. Energiepreise regional teils sehr stark. Die Preisdynamik bei Strom ist so stark wie noch nie.

 

Wegfall der EEG-Umlage im Strompreis.

Ein bisschen Entlastung ist in Sicht: Ab Juli 2022 fällt die EEG-Umlage im Strompreis weg. Das bedeutet, du zahlst als Stromkund:in ab dann 3,72 Cent je Kilowattstunde weniger. Das berücksichtigt dein Stromversorger automatisch in der Jahresabrechnung. Du musst dafür nichts weiter tun.

Lebensmittelpreise: was teurer geworden ist.

2022 hat sich nicht nur die Energie verteuert. Leider. Auch Lebensmittel sind teurer geworden, was jedoch unmittelbar mit den Energiepreisen zusammenhängt. Und das tut besonders weh. Im Gegensatz zu anderen Produkten und Waren können wir auf Lebensmittel nicht mal eben so verzichten. Gerade Familien mit Kindern haben unter den gestiegenen Preisen bei Lebensmitteln besonders zu leiden.

Laut Statistischem Bundesamt sind 2022 vor allem die Preise für diese Lebensmittel aufgrund der Inflation teurer geworden:

Lebensmittel Preissteigerung (Vorjahresmonat)
Butter +31,3 %
Eier +24,4 %
Rindfleisch +18,8 %
Kartoffeln +13,7 %
Vollmilch +9,7 %
Käse +6,6 %

Quelle: Statistisches Bundesamt, Stand Mai 2022, Angaben aus April (jeweils im Vergleich zum Vorjahresmonat)

Lebensmittel Gemüse Inflation
Viele Lebensmittel sind 2022 deutlich teurer geworden.

Spartipps für Familien beim Einkaufen.

Expert:innen rechnen damit, dass die Preise, eher noch weiter steigen. Was kannst du also tun? Wir haben einige wertvolle Spartipps für Familien, damit man trotz hoher Inflation etwas günstiger leben kann.

  • Ein Klassiker: Mach dir vor deinem Einkauf eine Einkaufsliste. Das bewahrt dich vor unnötigen Spontaneinkäufen im Supermarkt, die an deinem Geldbeutel nagen.
  • Auch ein Klassiker: Nicht hungrig einkaufen gehen. Wirklich.
  • Kaufe nur so viel wie nötig. Teure Lebensmittel, die am Ende abgelaufen oder verschimmelt im Müll landen, tun besonders weh.
  • Greif öfter zu No-Name-Produkten und Eigenmarken. Diese sind fast immer günstiger als Markenprodukte. Wichtiger als Marken sind für die Qualität Bio-Siegel.
  • Beim Bäcker und anderen Geschäften auf Sonderaktionen und -preise achten. Oft gibt’s kurz vor Ladenschluss Brot zu einem günstigeren Preis.
  • Oder du kaufst gleich in Geschäften ein, die ausschließlich Waren vom Vortag anbieten.
  • Verzichte auf Shoppingtouren, oft haben wir eh zu viel Kleidung und Schuhe.

Sprit teuer wie nie – wie man als Familie die Kostenfalle umschifft.

Die Preise für Diesel und Benzin sind 2022 in ungeahnte Höhen geschossen. Das ist gerade für Familien, die häufig auf ein Auto angewiesen sind, eine schlechte Nachricht. Doch es gibt Möglichkeiten, die teuren Spritpreise zumindest teilweise zu umgehen. Wir haben einige Tipps für deine Familie:

  • Steig auf das Fahrrad um, wenn möglich. Das sorgt für Bewegung und frische Luft.
  • Mit einem Lastenrad lassen sich nicht nur kleine Kinder super transportieren, sondern auch ein ganzer Supermarkt-Einkauf. Planst du einen Kauf gibt es in vielen Bundesländern eine Förderung bei der Neuanschaffung eines E-Lastenrads. Google einfach mal dein Bundesland und nach Förderungen für solche Räder. Mehr findest du beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).
  • Für Ausflüge oder gar den Kurzurlaub in der Heimat nutz im Sommer 2022 das 9-Euro-Ticket, welches in U-Bahnen, Tram, Bussen, S-Bahnen und Regionalzügen gilt.
  • Nutze andere Mobilitätsangebote wie E-Scooter, E-Roller und Carsharing-Angebote.
  • Tanke clever und schau zum Beispiel im Internet, welche Tankstelle gerade die günstigsten Preise in deiner Umgebung hat.
  • Ein Tipp zum Schluss, wenn du die Investition tätigen kannst: Leg dir ein Elektroauto zu. Damit bist du – auch jetzt – deutlich günstiger unterwegs als mit einem Verbrenner und tust der Umwelt etwas Gutes.

Umstieg auf das E-Auto spart bis zu 300 Euro im Monat.

Im Frühjahr 2022 hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace in einer Studie die Gesamtkosten unterschiedlicher Mobilitätsoptionen für verschiedene Haushaltsgrößen verglichen. Nicht nur die aktuell hohen Spritpreise wurden einkalkuliert, sondern auch die (geplante) dreimonatige Energiesteuersenkung durch die Bundesregierung. Das klare Fazit von Greenpeace: Langfristig hohe Kraftstoffpreise machen Autos mit Verbrennungsmotor zur echten „Kostenfalle". So spare man beim Neukauf eines VW ID.3 (Elektro) im Vergleich zu einem Golf TSI (Benziner) pro Monat rund 180 Euro, gemessen an den Kosten für einen VW Tiguan TDI (Diesel) sogar rund 290 Euro. Ein Umstieg lohnt sich also für Familien.

So einfach geht's: Energiespartipps für Familien mit Kindern.

Die Energiepreise sind bekanntermaßen stark gestiegen. Energie zu sparen ist aktuell nicht nur aus Umweltgründen angesagt; es ist für viele Haushalte und Familien gerade ein finanzielles Gebot der Stunde. Wie also Energie sparen als Familie? Darüber haben wir mit Nadine von „Planet Hibbel“, Rachel von „Mama Denkt“ und Alex von „livelifegreen“ gesprochen und nach ihren Tipps gefragt.

„Durch Kinder bekommt man innerhalb von Sekundenbruchteilen eine direkte Verbindung zur Zukunft“, sagt Alex. Für viele Eltern ist das ein starker Beweggrund, um sich Gedanken über ihren Lebensstil zu machen. Unverpackt einkaufen auf dem Wochenmarkt, weniger Fahrten mit dem Auto und der sparsame Umgang mit Energie gehören dazu. Die meisten beginnen in kleinen Schritten und zeigen den Kindern konkret an Beispielen, wie die natürlichen Ressourcen geschont werden können. In vielen Schulen ist dies auch bereits ein Thema und wird interessiert aufgenommen. Und so klappt's:

 

1. Energie in der Familie sparsam nutzen.

Nadine nutzt den Wäschetrockner nur im Winter und Rachel hat keinen Fernseher zuhause. Aber auch die bestehenden Geräte sollten sinnvoll eingesetzt werden, findet Rachel: „Als zwei große Stromfresser haben wir den Staubsauger und den Föhn identifiziert. Daher benutzen wir beides sehr selten, was einfach ein wenig Umgewöhnung und Vorbereitung erfordert.“

Wenn es ums Energiesparen geht, rät Alex nicht nur dazu, Stromfresser zu reduzieren, sondern auch zu bewussterem Gebrauch von Warmwasser. Besonders beim Hände- und Wäschewaschen kommen sie und ihre Familie auch gut mal mit ein paar Grad weniger aus. Und wenn der Fernseher läuft, bleiben andere Geräte (Smartphone, Laptop) ausgeschaltet. Das reduziert nicht nur den Stromverbrauch, sondern macht die gemeinsame Zeit auch wieder schöner und entspannter.

 

2. Verbrauch und Standby im Alltag überprüfen.

Um Energie zu sparen, achtet Nadine darauf Geräte richtig auszuschalten. Denn besonders ältere Elektrogeräte ziehen im Standby-Betrieb viel Energie. Besonders praktisch ist es, wenn sich Kaffeemaschine und digitale Geräte automatisch nach dem Gebrauch abschalten, um Energie zu sparen. Hat man einen Durchlauferhitzer für Warmwasser zuhause, lohnt es sich, ihn möglichst selten zu nutzen und nur zu heizen, wenn es notwendig ist.

 

3. Lichter konsequent ausschalten.

Um Energie zu sparen, werden die elektrischen Geräte und das Licht ausgeschaltet, wenn sie nicht gebraucht werden. Weil Kinder das in ihrem Spieltrieb gerne mal vergessen, empfehlen einige Familien-Bloggerinnen Steckleisten mit Kippschalter, im mehrere Lichter auf einmal auszumachen.

 

4. Die Kinder einbinden.

Mit spielerischen Maßnahmen und Ehrlichkeit können viele Kinder für Nachhaltigkeit und den sparsamen Umgang mit Energie begeistert werden und Eltern zum Energiesparen anhalten. Energiespar-Tipps für Kinder gibt es zum Beispiel bei Geolino.

 

5. Auf energieeffiziente Geräte setzen.

Bei neuen Geräten achten Familien einmal häufiger auf die Energieeffizienzklasse. Werden Geräte oft genutzt, schlägt sich die Energieersparnis durch effizientere Geräte einmal deutlicher auf die Energierechnung durch. Beim Kauf neuer Geräte hilft das neue EU-Energieeffizienzlabel. Die Langlebigkeit von Gebrauchsgegenständen ist für Alex ein wichtiger Punkt, denn die Herstellung allein kostet schon sehr viel Energie und Ressourcen.

 

6. Zu nachhaltiger Energie wechseln.

Auch ein sparsamer Energieverbrauch verursacht CO2, wenn der Strom aus fossilen Quellen kommt. Deshalb sind viele der nachhaltigen Familien-Bloggerinnen auf Ökostrom umgestiegen. Einigen half Utopia als Orientierung für wirklich grüne Anbieter, denn: „Nur weil ein Stromkonzern Ökostrom im Angebot hat, ist er noch lange kein grüner Konzern.“ Auch Nadine achtet beim Thema Energie auf die Nachhaltigkeit – und ist deshalb zu Ökostrom gewechselt: „Ich fand den Wechsel zu Ökostrom wirklich total leicht und es gibt einem ein besseres Gefühl.“

 

7. Bonustipp für mehr Nachhaltigkeit: DIY – mehr selbst machen.

Damit Kinder das Thema Umweltschutz allgemein spannend finden, rät Rachel dazu, gemeinsam mit ihnen neue Dinge auszuprobieren: selbst Apfelsaft machen, Streuobst zur Mosterei bringen und als Familie Fahrradausflüge an „autofreien Tagen“ unternehmen. Andere nutzen für die Deko von Kindergeburtstagstorten zum Beispiel wiederverwertbare oder essbare Dekoration anstatt Plastik.

 

Mutter und Kind beim Spazieren
Rachel bloggt auf "Mama Denkt".
Frau Sitz am Steinufer eines Flusses
Alex bloggt auf "livelifegreen".
Frau mit gelber Jacke vor Meer
Nadine bloggt auf "Planet Hibbel".

Kinder helfen beim Energiesparen im Alltag.

Wer denkt, dass Kinder sich nicht fürs Energiesparen interessieren, liegt falsch. „Das Energieinteresse und -wissen unserer Kinder wird allgemein unterschätzt“, sagt Astrid Kaiser, ehemalige Direktorin des Instituts für Pädagogik an der Universität Oldenburg. Viele kennen sich schon im Grundschulalter mit dem Thema Energie aus und machen sich Gedanken darüber.

Rachel spricht ehrlich mit ihren Kindern über Umweltschutz und Energie. Das geht aber auch spielerisch – zum Beispiel mit einem Wettkampf, wer die meiste Energie sparen kann. Auch bei Nadine wird im Alltag viel über Umweltschutz gesprochen.

So viel macht der Wechsel zu Ökostrom aus.

In Zeiten wie diesen ist Energiesparen echt wichtig. Trotz aller Tipps zum Energiesparen wird in jedem Haushalt natürlich Strom benötigt. Und der sollte aus erneuerbaren Quellen kommen. Wirklich. Mit dem Wechsel zu Wirklich Ökostrom kannst du in einem Haushalt mit 4 Personen knapp 1.700 kg CO2 im Jahr sparen.

Bei Polarstern unterstützen wir jährlich für jede Kundin und jeden Kunden eine Familie in einem Entwicklungsland bei ihrem Umstieg auf erneuerbare Energien und investieren zudem 1 Cent pro Kilowattstunde in den Ausbau erneuerbarer Energien hierzulande. Dein Wechsel zu uns ist also der Anfang für die Energiewende dort.

 

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Ludwig von Polarstern

Ludwig | Team Wirklich

E-Mail: ludw[email protected]

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Und wir bedanken uns mit 20 Euro. Schnapp dir jemanden, der auch zu wirklich besserer Energie wechseln möchte – und ihr bekommt beide 20 Euro auf eure nächste Stromrechnung gutgeschrieben. Gemeinsam verändern wir mehr!

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